Marktbericht Charlottenburg-Wilmersdorf

Standort

Die deutsche Hauptstadt Berlin hat sich seit der Wiedervereinigung zu einer der interessantesten Hauptstädte Europas entwickelt und dabei in den letzten Jahren so tief greifende und umfassende Strukturveränderungen durchlaufen wie kaum eine andere Großstadt in Europa. Der Umzug der Bundesregierung hat Berlin die Chance eröffnet, an ihre alten Traditionen als Zentrum von Kultur, Wissenschaft und Politik anzuknüpfen. In der Stadt hat sich wieder eine einzigartige Atmosphäre entwickelt. Der neue Rhythmus und der Facettenreichtum fördern die Kreativität und wirken anziehend auf Künstler und Kreative aus aller Welt. Die meisten kommen, weil die anderen schon da sind. Man trifft sich in Berlin. Berlin ist inspirierend. Berlin hat sich wieder zu dem entwickelt, was es einmal war: eine Weltstadt.

Charlottenburg ist nach der Neuordnung des neuen Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf im Jahr 2004 der mit rund 120.000 Einwohnern größte Ortsteil des Bezirks. Weitere Ortsteile sind das Westend, Charlottenburg-Nord und Wilmersdorf. Noch vor der Wende war Charlottenburg so etwas wie das Zentrum des Berlins in der Übergangszeit zwischen Mauerbau und Mauerfall. Nach der Wende profitierte der Ortsteil insbesondere von seiner zentralen Lage, seiner überwiegend hervorragenden Altbausubstanz und dem Kurfürstendamm, der zentralen Lebensader des Übergangberlins. Gerade in den Seitenstraßen des „Kudamms“, etwa Knesebeckstraße, Giesebrechtstraße, Schlüterstraße, Wielandstraße, Fasanenstraße oder Meinekestraße werden hochattraktive, sehr große Altbauwohnungen geboten, die nach der Wende neben der Infrastruktur renoviert und einem immer internationalen Publikum angeboten werden. So sind heute nur knapp 60 Prozent der Einwohner deutsch; die anderen 40 Prozent stammen aus nahezu allen Kontinenten der Welt.

Die erheblichen Investitionen und Umbaumaßnahmen, die Schaffung von neuen Laden- und Gewerbeflächen, von Hotels und noch mehr Gastronomie tragen dazu bei, dass die Bevölkerung aufgrund mangelnder Wohnflächenangebote in dem Bezirk nicht mehr wächst. Nach der Bevölkerungsprognose des Berliner Senats für den Zeitraum 2002 bis 2020 sinkt die Einwohnerzahl voraussichtlich jährlich um 1,0 %. Der leichte Bevölkerungsrückgang hängt auch mit der Aufwertung der hochattraktiven Wohnungen zusammen und der Umstrukturierung in der Bevölkerung. Wo früher Studenten in Altbauten lebten, ziehen heute kaufkräftige Gutverdiener nach, die mehr und mehr nach Berlin wechseln. Wer nicht urban und dennoch zentral wohnen möchte, erhält attraktive Einfamilienhausangebote (vom Reihenhaus über das Stadthaus bis zur Villa) im westlichen Ortsteil des Bezirks, in Westend.


Marktentwicklung

Seit etwa 2007 haben sich die strukturellen Änderungen in ganz Berlin sowie weitere wichtige Faktoren (immer mehr Single-Haushalte, zu wenig Neubau) begonnen, sich auf die Marktentwicklung bei Wohnimmobilien in Form von steigenden Preisen auszuwirken. Am stärksten zogen Nachfrage und Preise zunächst in Berlin-Mitte an. Seit 2010 ist der Nachfrageboom auch in den klassischen bürgerlichen Westbezirken spürbar. Die Seitenstraßen des Kurfürstendamms liegen seither im besonderen Fokus der in- und ausländischen Interessenten. Während vor 2010 selten Preise über 3.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche erzielt wurden, ist dies heute eher die Regel. Nachgefragt werden vor allem Altbauwohnungen, die möglichst in den oberen Geschossen liegen sollten. Durch die geringe Bautätigkeit der letzten Jahre sind hochwertige Neubauten auf dem Markt kaum zu finden. Erst seit 2009 wurden wieder verstärkt Neubauvorhaben initiiert, wovon die ersten in 2012 bezugsfertig sein werden.


Begehrte Lagen

Das Zugpferd in der City West ist schon seit jeher der Kurfürstendamm mit seinen Seitenstraßen. Besonders nachgefragt werden hochwertige Wohnimmobilien zwischen der Knesebeckstraße und der Leibnizstraße. Begehrte Lagen bilden die auch über die Grenzen Berlins bekannten Stadtplätze, so der Savignyplatz, der Fasanenplatz, der Ludwigkirchplatz sowie der Meyerinckplatz. Wer den Kiez um den Stuttgarter Platz liebt, bevorzugt vor allem die Leonhardt - und Friedbergstraße. Aber auch Wasserliebhaber kommen in Charlottenburg nicht zu kurz. Die nähere Umgebung um den Lietzensee war schon immer ein bevorzugtes Wohngebiet des Bürgertums. Die schönsten Einfamilienhäuser im Villenbezirk Westend finden sich in wunderschönen Baumalleen rund um den Branitzer Platz.


Ausblick

Charlottenburg gehört zu den begehrtesten Stadtteilen Berlins. Nur mit leichter Verspätung setzte auch in diesem Teil der Hauptstadt der allgemeine Trend anziehender Nachfrage und steigender Wohnimmobilienpreise ein. Dieser Trend dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen, da Berlin und auch Charlottenburg im Vergleich zu den anderen deutschen Metropolen und erst Recht im Vergleich zu anderen Hauptstädten der westlichen Welt noch immer vergleichsweise günstige bis sehr günstige Wohnimmobilienpreise aufweist. Berlin und Charlottenburg werden auf lange Sicht attraktiv bleiben bzw. ihre Attraktivität noch weiter steigern. Wohnimmobilien gerade in begehrten Lagen wie Charlottenburg dürften sich deshalb weiter verteuern. Am deutlichsten zeichnet sich die Preissteigerung bei den Wohnungsmieten ab. Inzwischen sind Spitzenmieten von
bis zu 15 Euro je Quadratmeter keine Seltenheit mehr. Das erreichte Niveau sollte sich jedoch erst einmal stabilisieren und in der Breite festigen, bevor weitere Verteuerungen kommen.


Preistabelle Charlottenburg

Standort/Lage

Villen/EFH

In Euro von/bis

ETW

In Euro von/bis

Miete

In Euro von/bis

Wohnbaugrund

In Euro/m²

Sehr gute Lage

1,0 Mio. bis 2,0 Mio

3.000,- bis 7.500,-

12,- bis    15,-

400,- bis 600,-

Altbau

 

2.500,- bis 4.500,-

10,- bis    15,-

 

Gute Lage

500.000,- bis 1,5 Mio

3.000,- bis 5.000,-

10,- bis    12,-

350,- bis 500,-

Altbau

 

2.000,- bis 3.500,-

10,- bis    11,-