Steuerreform 2015/2016

Immobilien in Kitzbühel - Fotolia_92345126_XS.jpg

Mit 01.01.2016 tritt in Österreich die Steuerreform 2015/2016 in Kraft. Für den klassischen Grundstückserwerb bleibt es in aller Regel bei der bisherigen Regelung der Grunderwerbsteuer, dass diese mit 3,5% der Gegenleistung anzusetzen ist. Neu kommt die „Gegenkontrolle“ mit dem sogenannten Grundstückswert, der eine Mindestbemessungsgrundlage liefert, falls die Gegenleistung niedriger sein sollte.

Für Grundstücks- und Immobilieneigentümer wird es bei der Besteuerung wesentliche Änderungen geben. Insbesondere die Übertragung von Immobilien an nahe Angehörige kann erheblich teurer,aber auch günstiger werden als bisher. Eine vorzeitige Übertragung des Eigentums bis 31.12.2015 macht somit nicht in allen Fällen Sinn, sondern sollte genau geprüft werden. Deswegen möchten wir Ihnen hiermit einen kurzen Überblick über die wichtigsten Änderungen anbieten. Eine umfassende Beratung, die auf Ihre spezielle Situation und Gegebenheiten eingeht, erhalten Sie natürlich jederzeit gerne in unseren Shops, welche gegebenenfalls geeignete Experten vorschlagen werden.


Neuerungen bei der Grunderwerbssteuer

Bei der Grunderwerbssteuer handelt es sich um eine Verkehrssteuer auf den Erwerb von Immobilien.Für deren Entstehen ist es unerheblich, ob der Erwerb entgeltlich oder unentgeltlich ist. Derzeit unterscheidet das Gesetz bei Bemessungsgrundlage und Steuersätzen zwischen Familie und Nicht-Familie. Darauf wird es ab 01.01.2016 nicht mehr ankommen. Auch der bisherige Steuersatz von 2 %der Bemessungsgrundlage für Übertragungen im Familienverband wird nicht weiter bestehen. Der Steuersatz wird in Zukunft von der Höhe der Bemessungsgrundlage abhängen.

Bemessungsgrundlage für unentgeltliche Erwerbe war bisher der dreifache Einheitswert der Liegenschaft. Zukünftig wird der Finanzminister per Verordnung die Ermittlung des Grundstückswertes vorgeben. Es wird zwei Varianten zur genauen Berechnung des Grundstückswertes geben, von denen die günstigere zur Anwendung kommt. Bei Variante 1 wird die Summe aus dem hochgerechneten (anteiligen) dreifachen Bodenwert plus (anteiligen) Gebäudewert herangezogen,wobei die Hochrechnungsfaktoren und die Ermittlung des Gebäudewertes durch die Verordnung geregelt werden. Von einem geeigneten Immobilienpreisspiegel wird der Wert bei Variante 2 abgeleitet, wobei wiederum die Verordnung bestimmt, welcher Immobilienpreisspiegel anzuwenden sein wird und wie hoch ein vorzunehmender Abschlag zu sein hat. Wenn jedoch nachgewiesen werden kann, dass der gemeine Wert (Verkehrswert) geringer als der Grundstückswert ist, so gilt der gemeine Wert als Bemessungsgrundlage. Hier kommt in aller Regel ein Gutachten eines Immobiliensachverständigen in Betracht.


Für alle unentgeltlichen Übertragungen sowie entgeltlichen Übertragungen im Familienkreis gilt ab dem neuen Jahr folgender Stufentarif => klicken Sie hier!


Für entgeltliche Übertragungen an Nicht-Angehörige beträgt der Steuersatz jedoch immer 3,5 %. Die Grunderwerbsteuer wird hier jedoch grundsätzlich von der Gegenleistung bemessen. Bei einem entgeltlichen Erwerb entspricht die Gegenleistung dem Kaufpreis einschließlich der vom Käufer übernommenen sonstigen Leistungen und der dem Verkäufer vorbehaltenen Nutzungen.

Unentgeltlichkeit liegt vor, wenn es keine Gegenleistung gibt oder diese nicht mehr als 30 % des Grundstückswertes beträgt. Entgeltlich ist ein Erwerb hingegen dann, wenn die Gegenleistung mehr als 70 % des Grundstückwertes beträgt. Bei Teilentgeltlichkeit, die vorliegt, wenn die Gegenleistung mehr als 30 %, aber nicht mehr als 70 % des Grundstückswertes beträgt, werden die entgeltlichen Teile mit 3,5 % besteuert und die Unentgeltlichen nach dem Stufentarif.

Beispiel => klicken Sie hier!


Neuerungen bei der Immobilienertragssteuer

Die Immobilienertragssteuer gleicht einer Einkommenssteuer und erfasst nur entgeltliche Erwerbs- und Veräußerungsvorgänge von Grundstücken. Als Grundstücke gelten Grund und Boden, Gebäude und grundstücksgleiche Rechte (z.B. Baurechte). Auch Eigentumswohnungen fallen unter den Grundstücksbegriff. Ausgenommen davon sind im Wesentlichen nur der Hauptwohnsitz und selbsthergestellte Gebäude.

Bisher sind sämtliche Gewinne aus der Veräußerung von Grundstücken einem Steuersatz von 25% unterlegen. Die steuerliche Bemessungsgrundlage ist der Veräußerungsgewinn, also jener Unterschiedsbetrag zwischen Ankaufskosten und Veräußerungserlös, abzüglich etwaiger Herstellungs- und Instandhaltungskosten, sowie die Kosten für die Berechnung der Immobilienertragsteuer. Ab 01.01.2016 wird die Immobilienertragssteuer auf 30 % ansteigen. Bei Altimmobilien, die vordem 31.03.2002 erworben wurden, steigt der Steuersatz von 3,5 % auf 4,2 %. Außerdem wird der Inflationsabschlag, der die Bemessungsgrundlage ab dem 11. Eigentums-Jahr noch gesenkt hat,ersatzlos gestrichen. Die Befreiung für Hauptwohnsitz und selbst hergestellte Gebäude bleibt jedoch bestehen. 

BEISPIEL => klicken Sie hier!



Quelle: Newsletter für Engel & Völkers / Oberhammer Rechtsanwälte GmbH / 16.09.2015

Lizenzpartnerkontakt

Kitzbühel

Vorderstadt 11 | 6370 Kitzbühel
Austria
Fax
+43-5356-716 15 14

Kitzbühel

Vorderstadt 11 | 6370 Kitzbühel
Austria
Telefon
+43-5356-716 15
Fax
+43-5356-716 15 14

Stufentarif

Schenkung nahe Angehörigen

Immobilienertragssteuer - Beispiel


Array
(
    [EUNDV] => Array
        (
            [67d842e2b887a402186a2820b1713d693dd854a5_csrf_offer-form] => MTM5MjE5NzU3NkJ4d29xancwTDVhZWFIRzEycXAxcW9SdElHdVBqMTdV
            [67d842e2b887a402186a2820b1713d693dd854a5_csrf_contact-form] => MTM5MjE5NzU3NnlHcUR0Y2VlTXVPUndLMHZkMW9zMnRmRlgxaUcwaFVG
        )

)