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Die Immobilie der Zukunft

Die Welt der Immobilien entwickelt sich kontinuierlich. Neue Technologien erlauben Optimierungspotenziale weiter auszuschöpfen und sich den wechselnden Bedürfnissen von Bewohnern und Eigentümern anzupassen. Der Architekt Pascal Locher spricht im Interview über kommende Trends und neue Lösungen.



In den letzten 13 Monaten hat sich viel verändert. Neue Begriffe prägen den Alltag wie «New Work» und auch «New Living.» Was verstehen Sie als Architekt unter dem Begriff «New Living»?


Unsere Welt ist im Umbruch: rasanter technischer Fortschritt, das zunehmende Bewusstsein der Klimaerwärmung, die Corona-Krise usw. Neue Parameter und Bedürfnisse bestimmen und verändern auch den Bauprozess, sowohl aus der Perspektive der Planer als auch auf Seiten der Bauherrschaften. Unter New Living verstehen wir die stets wandelnden Bedürfnisse im Bereich Wohnen zu analysieren, erforschen und individuelle Lösung für unsere Auftraggeber zu erarbeiten. Gerade in Zeiten von Corona ist der eigene Wohnraum umso wichtiger, da die Menschen mehr Zeit zuhause verbringen. Durch die Pandemie rückte das Home Office in den Vordergrund und viele Unternehmen sehen durchaus einen positiven Effekt und wollen das Home Office auch nach der Pandemie ermöglichen. Durch diese Entwicklung werden sich auch die Bedürfnisse der zukünftigen Bauherren verändern und somit auch die Wohnformen.


Vorzeigeprojekte wie beispielsweise «The Ship» in Köln von Drees & Sommer setzen den Menschen ins Zentrum. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz werden Bedürfnisse und das Verhalten der Bewohner analysiert und daraus Vorschläge generiert. Lässt sich ein solcher «Big Trend» auch bei beispielsweise Ein- oder Mehrfamilienhäusern beobachten?


«The Ship» zeichnet sich durch innovative Arbeitswelten, nachhaltiges Bauen und digitale Gebäudekonzepte aus. Diese Themen sind definitiv auch in kleinmassstäblicheren Projekten wie bei EFH und MFHs immer präsenter. Der Planungs- und Bauprozess ist dynamisch und einem dauernden Wandel unterzogen: Neue Möglichkeiten in Bereichen der Gebäudetechnik, Gebäudeautomation, Bauphysik, Fassadentechnik oder neue Energiekonzepte werden in den Prozess miteingebunden. Unsere Arbeit wird immer vielschichtiger und komplexer. Neue Akteure und Spezialisten etablieren sich im Planungs- und Bauprozess: BIM Koordinatoren, Green-Building Berater, Bauphysiker oder Systemadministratoren. Auf der Gegenseite ist aber auch ein Bedürfnis nach Einfachheit und Rückkehr zum Archaischen deutlich spürbar.


Die Bauindustrie befindet sich schon länger in einer digitalen Transformation. Ein dabei oft vernommenes Stichwort ist BIM. Ein Thema mit welchem sich auch künftige Immobilienbesitzer beschäftigen sollten, die sich z. B. in der Planung des eigenen Traumhauses befinden?


Die Antwort liegt auf der Hand: Eigentlich für alle Beteiligten, die mit Gebäuden zu tun haben, vom Einfamilienhaus bis zum Kantonsspital. Den BIM (Building Information Modeling) beginnt mit einem 3D Modell, umfasst jedoch viel mehr als die visuelle Darstellung von Gebäuden. BIM spielt in alle Planungsphasen, von der strategischen Planung bis zum Betrieb hinein und unterstützt so unterschiedliche Aufgaben wie modellbasierte Variantenvergleiche zu Beginn der Planung, Visualisierungen und Simulationen in der Projektierungsphase, Mengen- und Massenauszüge für die Ausschreibung, modellbasierte Bauablaufplanung bei der Realisierung und Prozessoptimierung bei der Nutzung eines Gebäudes. Ebenfalls entscheidend ist, dass BIM sich mit «sämtlichen Informationen» befasst. Nur so lässt sich ein virtuelles Gebäudemodell entwickeln, das tatsächlich die Realität widerspiegelt und in der Praxis Nutzen bringt und sich dabei schlussendlich auch bis zum Einfamilienhausbesitzer finanziell positiv auswirkt.


Auch Nachhaltigkeit ist längst kein Trend mehr. Denn die Politik plant neue Klimaziele und diese betreffen ebenso Immobilienbesitzer. Energieautarke und besonders sparsame Immobilien existieren bereits heute. Ist eine Zukunft mit sich selbstversorgenden Gebäuden realistisch?


Die ersten energieautarken Gebäude existieren bereits und weitere sind in der Planung. Diese Projekte werden sich längerfristig etablieren und zukünftig der neue Standard in der Projektierung werden. Wir sehen uns diesbezüglich auch in der Pflicht nachhaltig zu forschen und dies baulich umzusetzen. Es geht bei dieser Frage auch nicht ausschliesslich um Klimavorgaben der Politik, sondern ebenfalls um den Wunsch nach Unabhängigkeit. Insbesondere vermögende Bauherren von Villen äussern häufig den Wunsch von autarkem Wohnen. Wenn es infolgedessen dann um die Finanzierung und allfällige Kompromisse im Komfort geht, hapert es dann oft in der effektiven Umsetzung. Umso mehr sind in diesem Bereich marktfähige Lösungen gefragt.


Neben «New Living» werden weitere Trends wie beispielsweise «Downaging» beobachtet. Bedeutet, dass es zwar immer mehr ältere Menschen gibt, aber sich ein starker Wandel im Lebensstil abzeichnet. So fühlen sich die 70-jährige im Schnitt 15 Jahre jünger.


Die Demografie unserer Gesellschaft wandelt sich und somit auch ihre Strukturen. Durch den Trend des «Downaging» ergeben sich in Zukunft heterogenere durchmischte Gesellschaften, welche sich auch auf zukünftige Wohnformen auswirken werden.

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