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Corona und der Einzelhandel: Weniger Passanten in Berliner Top-Einkaufslagen

Engel & Völkers Commercial Berlin zählt die Passantenfrequenzen an sieben Standorten: Shoppinglagen in der Innenstadt zu den Stoßzeiten weniger frequentiert


Berlin, den 23. September 2020. Mehr als vier Monate nach dem Ende des Lockdowns sind die Auswirkungen der Corona-Krise im Einzelhandel weiterhin messbar. Wie die aktuelle Passantenfrequenzzählung von Engel & Völkers Commercial Berlin zeigt, verzeichnen Berlins führende Einkaufslagen ausnahmslos Einbußen – um bis zu 51 % im Vergleich zum Vorjahr.


„Der Wegfall der für den Einzelhandel in Berlin so wichtigen Touristen wird besonders am Wochenende deutlich“, kommentiert Veronika Tomas-Kelava, Teamleitung Retail Services bei Engel & Völkers Commercial Berlin. „Doch auch viele Berlinerinnen und Berliner versuchen weiterhin, größere Menschenmengen zu vermeiden und sehen vom Shopping in den beliebten Lagen eher ab. Hinzu kommt das ohnehin vermehrte Online-Shopping, das während des Lockdowns noch einmal stärker zur Gewohnheit geworden ist.“


Samstag bleibt trotz Einbußen Haupteinkaufstag

Insgesamt war die durchschnittliche Frequenz am Samstag um rund 43 % höher als am Dienstag. Damit behält der Samstag trotz aller Corona-Auswirkungen weiterhin seinen Stellenwert als Haupteinkaufstag. Gemessen wurde die durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde am Samstag, den 12. September, zwischen 13 und 15 Uhr.

 Berlin
- Passantenfrequenzen Berlin 2020 (Samstag)

Der am Samstag mit Abstand stärkste Rückgang am Kurfürstendamm (-51%) ist jedoch nicht nur eine Folge der Pandemie: „Hier liegt unser regelmäßiger Messpunkt neben dem Neubau-Ensemble ‚Gloria Berlin‘. Die Baustelle und der temporäre Schutztunnel, den Passanten hier nutzen müssen, wirkt sich eindeutig nachteilig auf die Frequenzzahlen aus“, so Veronika Tomas-Kelava.


Veränderte Kaufgewohnheiten unter der Woche

Eine große Rolle bei den unter der Woche ebenfalls rückläufigen Frequenzzahlen spielt das Homeoffice. „Trotz der anhaltenden Lockerungen setzen viele Unternehmen weiter auf Sicherheit und das überwiegende Arbeiten von Zuhause – unser Berliner Office eingeschlossen“, so die Retail-Expertin von Engel & Völkers Commercial. „Hinzu kommt das Thema Kurzarbeit in den durch geringere Auslastungen anhaltend betroffenen Branchen. Berufstätigen ermöglicht dies tagsüber mehr Flexibilität, die zu veränderten Kaufgewohnheiten führt.“ 


Einkäufe in der Woche werden vermehrt tagsüber erledigt und ballen sich weniger nach dem Feierabend, wie der erfasste Zeitraum zwischen 16 und 18 Uhr zeigt. Zudem fallen Einkaufsbummel nach Verlassen des Büros weg: „Wer bereits Zuhause ist, wenn er Feierabend macht, fährt unter der Woche nicht noch zu den zentralen Shoppinglagen.“


Der stärkste Rückgang unter der Woche wurde in der Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg gemessen (-57,6%); gefolgt vom Kurfürstendamm mit rund 52% weniger Passanten als im Vorjahr.

 Berlin
- Passantenfrequenzen Berlin 2020 (Dienstag)

Dienstagszählung mit positivem Ausreißer in Berlin-Mitte

Eine Ausnahme bildet die Rosenthaler Straße am Hackeschen Markt: Die Frequenzzählung unter der Woche ergab gegenüber dem Vorjahr ein Plus von rund 40%. „Unter normalen Bedingungen ist der Hackesche Markt ein enormer Anziehungspunkt für Berlinbesucher. Die unmittelbare Umgebung ist jedoch auch eine gefragte Wohnlage. Mit dem Corona-bedingten Wegfall der Touristen liegt es nahe, dass die Anwohner sowie Berliner aus anderen Stadtteilen den Hackeschen Markt mit seiner attraktiven Gastronomie wieder stärker selbst frequentieren“, so Veronika Tomas-Kelava. 


Der besonders starke Anstieg, der rund 8% über dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre liegt, ist zudem durch die aktuelle Fußgängerführung bedingt: „Aufgrund der Baustelle eines Neubauprojekts werden alle vom Bahnhof und den umliegenden Straßen kommenden Passanten, die in Richtung Neue Schönhauser Straße unterwegs sind, am Zählpunkt in der Rosenthaler Straße vorbeigelenkt.“


Gemessen wurde die durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde am Dienstag, den 8. September 2020, zwischen 16 und 18 Uhr.


Autofreie Friedrichstraße verzeichnet vergleichsweise geringe Einbußen

Auf der Friedrichstraße scheint das Verkehrsprojekt einer autofreien Flaniermeile zu vergleichsweise geringen Frequenzverlusten unter der Woche (-12,5%) beigetragen zu haben. Noch liegen keine Daten zu den Auswirkungen des seit dem 29. August 2020 laufenden Projekts vor, Teile der Gewerbetreibenden zeigen sich jedoch besorgt über mögliche Umsatzeinbußen durch den weggefallenen Verkehr.


Methodik der Passantenfrequenzzählung 2020

Die Frequenzzählung von Engel & Völkers Commercial Berlin wurde im Jahr 2020 am Dienstag, den 8. September, zwischen 16 und 18 Uhr und am Samstag, den 12. September, zwischen 13 und 15 Uhr an sieben einzelhandelsrelevanten Standorten der Bundeshauptstadt durchgeführt. An fünf Zählpunkten – Wilmersdorfer Straße, Schloßstraße, Friedrichstraße, Rosenthaler Straße, Alexanderplatz – haben jeweils eine, zwei oder in seltenen Fällen auch drei oder mehr Personen mit Handzählgeräten die vorbeikommenden Passanten erfasst. Die Ergebnisse werden dabei im 30-Minuten-Rhythmus notiert, so dass detaillierte Aussagen über die Entwicklung der Frequenz im Zeitablauf und über den Zeitpunkt der höchsten Frequenz der Zählstunden möglich sind. Zur Vereinfachung der Darstellung sind die im Frequenzbericht angegebenen Daten aber Durchschnittswerte, die sich aus den Stundenwerten des jeweiligen Zählpunktes ergeben.

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