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Anlageimmobilien: Berliner Investoren schauen nach Potsdam

Eine große Nachfrage bei einem gleichzeitig stark begrenzten Angebot kennzeichnete 2014 den Markt für Wohn- und Geschäftshäuser in Potsdam. So wurden lediglich 47 verkaufte Objekte gezählt, was im Vergleich zu 2013 einem Minus von 21 Transaktionen entspricht. Dies geht aus dem aktuellen Marktbericht von Engel & Völkers Commercial hervor.

Das Umsatzvolumen stieg allerdings deutlich um 30 Prozent auf 154 Millionen Euro. Der Durchschnittspreis der verkauften Objekte erhöhte sich damit binnen Jahresfrist deutlich von 1,8 auf 3,3 Millionen Euro. „Insgesamt wurden also erheblich größere Häuser gehandelt“, erklärt Carmen Liersch, Bereichsleiterin für Wohn- und Geschäftshäuser bei Engel & Völkers Commercial in Potsdam. So sei die mittlere Größe pro verkaufter Immobilie im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent auf 2.390 Quadratmeter gewachsen. Auch der Quadratmeterpreis habe sich in diesem Zeitraum von 1.288 auf 1.395 Euro kräftig erhöht.

Die Nachfrage nach Anlageimmobilien ist weiterhin sehr lebhaft und größer als das Angebot. Die Einführung der „Mietpreisbremse“ hat bislang keine dämpfende Wirkung gezeigt. „Gekauft wird vorzugsweise in guten und sehr guten Lagen“, berichtet Liersch. Allerdings kämen auch einfache Lagen in Betracht, wenn die Objekt- und Mieterstruktur stimmen. „Gesucht werden hauptsächlich reine Mehrfamilienhäuser“, so die Immobilienexpertin. Aber auch Wohn- und Geschäftshäuser mit Einzelhandelsflächen in A-Lagen und der historischen Altstadt seien begehrte Objekte und würden zügig gehandelt.

Die überwiegende Zahl der Käufer kommt aus der näheren Umgebung, meist aus Potsdam selbst. Doch auch die Zahl der Berliner Interessenten steigt. „Für sie werden die Stadtrandbereiche immer interessanter, zumal in der Bundeshauptstadt insbesondere in den guten und sehr guten Lagen deutlich höhere Preise gezahlt werden müssen“, sagt Liersch. Darüber hinaus sei dort auch die Konkurrenz für kleinere Objekte größer. Bei den Käufern handelt es sich vorwiegend um Privatinvestoren, die den Markt genau kennen und häufig schon mehrere Objekte besitzen. Doch auch Erstkäufer sind am Markt aktiv, weil sie derzeit keine Alternativen für „sichere“ Geldanlagen sehen. „Ausländische und institutionelle Investoren greifen momentan nur in seltenen Fällen ins Geschehen ein, das Interesse steigt allerdings“, weiß Liersch.

Trotz der weiterhin lebhaften Nachfrage rechnet Engel & Völkers Commercial bei den Verkäufen für das Gesamtjahr 2015 aufgrund des begrenzten Angebots bestenfalls nur mit einer leicht höheren Verkaufszahl. „Das Umsatzvolumen wird stark von der Größe der gehandelten Objekte abhängen und sich in einer Spanne zwischen 120 und 140 Millionen Euro bewegen“, heißt es am Ende des Marktberichts.

 Hamburg
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