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Um Immobilien- und Bodenspekulationen zu verhindern will die Stadt künftig vermehrt Erbbaurechte vergeben

Leserbrief zum Artikel „Stadt wehrt sich gegen Immobilienwahnsinn“ vom 10. Mai 2019


Eigentlich könnte man über derartige Artikel amüsiert sein, wenn es nicht so traurig wäre.

Um Immobilien- und Bodenspekulationen zu verhindern will die Stadt künftig vermehrt Erbbaurechte vergeben. Die erste Frage hierbei lautet „welche Spekulationen?“ Dass der Immobilienmarkt im Großraum München dem „Wahnsinn“ verfallen ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Warum ist dies aber so? Betriebswirtschaftlich gesehen ist die Antwort einfach: Eine immense Nachfrage nach Wohnraum steht lediglich einem minimalen Angebot entgegen. Und dann steigen entsprechend logischerweise die Preise, manchmal bis ins Irrsinnige. Nur an der Nachfrageseite ist derzeit wenig zu rütteln. München und damit auch das Umland ist ein Bevölkerungsmagnet und wird nach allen Prognosen in den nächsten Jahren weiter wachsen. Bleibt also zur Korrektur nur das Angebot. Hier ist in Dachau in den vergangenen Jahren praktisch nix passiert. Der ehemalige Bauamtsleiter hat sich dieser Tatsache bei seinem Abschied im Dezember sogar noch gerühmt. Weder wurden neue Baugebiete ausgewiesen, noch werden Genehmigungsverfahren durchgeführt, die auch nur im Ansatz baufreundlich zu nennen sind. Auch von der Stadtspitze gab es in den vergangenen Jahren keinerlei Signale, an dieser grundlegenden Haltung etwas zu ändern.

Nun soll es also das Erbbaurecht in einer „extrem hohen Anzahl“ von 40 Wohnungen richten. Erbpacht bedeutet im Grunde den Verkauf des Gebäudes bei gleichzeitiger Vermietung des Grundstücks. Die dahinterstehende ursprüngliche Idee machte durchaus Sinn. Als früher das Niveau von Immobilienkrediten noch bei 7% bis 9% lag, konnten Bauwillige hierdurch größere Immobilien erwerben, als ihr Budget es eigentlich zugelassen hätte. In Zeiten von Niedrigzinsen ist dieser Hintergrund aber inzwischen obsolet. Warum dann immer noch Erbpacht? Der größte Erbpachtgeber in Deutschland ist die Katholische Kirche – und diese verkauft grundsätzlich keinen Grund und Boden. Da aber auch sie Einnahmen generieren muss, ist Erbpacht für sie weiterhin ein probates Mittel. Was ist dann aber der Sinn für die Stadt Dachau, Wohnungen auf Erbpacht zu verkaufen? Zu veräußern sind sie, keine Frage! Hier darf dem Kämmerer Herrn Ernst durchaus widersprochen werden: „Welche Hand will die Stadt denn bei einer Vergabe von 99 Jahren noch draufhalten?“ Es ist leider wieder einmal zu vermuten, dass hier eine rein plakative Maßnahme ohne jeden praktischen Nutzen geplant ist.

Sinnvoller wäre es in jedem Falle, die Wohnungen entweder im Eigenbestand der Stadt zu belassen und sie als Sozialwohnungen zu nutzen. Einen entsprechenden Bedarf wird diesbezüglich niemand bestreiten. Oder die Wohnungen werden „normal“ für einen deutlich höheren Betrag verkauft. Es ist bezeichnend, dass mit Herrn Röttgermann von der Stadtbau GmbH wohl der einzige betroffene Fachmann hierfür plädiert. Die Zusatzerlöse könnten dann für die Errichtung von weiterem, dringend benötigten Wohnraum genutzt werden. Hierfür müsste allerdings die Stadt ihre Blockadehaltung gegen neue Baugebiete und Vorhaben ändern. Ein Blick auf die gerade vom Landratsamt herausgegebene aktuelle Bodenrichtwertkarte mit wiederum deutlich gestiegenen Werten unterstreicht dies eindrucksvoll.

Ihr Dr. Christian Scheffler

ENGEL & VÖLKERS  Dachau & Fürstenfeldbruck

Dr. Scheffler Immobilien GmbH


 Dachau
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