DEUTSCHLANDS MARKT FÜR WOHNIMMOBILIEN

Steigende Preise können Nachfrage nicht bremsen

Der Erwerb von Immobilieneigentum wird in Deutschland immer teurer. Die Analyse zeigt, dass die Preissprünge sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern (EFH/ZFH) als auch bei Eigentumswohnungen im Vergleich der Jahre 2018 und 2019 nochmals höher waren als im Betrachtungszeitraum 2017/2018. Eine Eigentumswohnung wurde im 1. Halbjahr 2019 durchschnittlich für 2.967 EUR/m² angeboten. Dies bedeutet eine Zunahme um 11,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist die Steigerung mit 12,5% sogar noch größer. Trotz der Zuwächse bewegt sich die Nachfrage nach wie vor auf einem hohen Niveau.


Ein Blick auf die Metropolregionen und den ländlichen Raum zeigt jedoch, wie unterschiedlich die Preisniveaus bundesweit sind. Ebenso lässt die Karte weiterhin ein deutliches Ost-West-Gefälle erkennen. Während in München Wohnungen für durchschnittlich 8.291 EUR/m² angeboten werden, sind es in Chemnitz nur 1.292 EUR/m². In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf wurden Wohnungen für durchschnittlich 5.512 EUR/m² angeboten, was einem Plus von 10,1% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im europäischen Vergleich sind die Wohnungspreise in Deutschland eher im Mittelfeld angesiedelt. Laut dem Deloitte Property Index 2019 werden neue Wohnungen für 3.405 EUR/m² angeboten, während es in Frankreich 4.016 und Großbritannien 3.753 EUR/m² sind. Österreich (2.612), Italien (2.311) und Spanien (2.133) sind hingegen günstiger.

Bei Betrachtung der Entwicklung seit dem Jahr 2014 lässt sich feststellen, dass in allen untersuchten Standorten die Angebotspreise für Eigentumswohnungen um mindestens 25% stiegen. Lübeck zeigt mit einem Anstieg von 85,2% in den zurückliegenden fünf Jahren die höchste Preisentwicklung. Auch in Berlin, Frankfurt und Ludwigshafen nahmen die Angebotspreise um mehr als 70% zu. Mit Ausnahme von sechs Standorten haben sich auch die Angebotspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser deutlich nach oben entwickelt. Augsburg ist mit 84,4% der Ausreißer im Ranking. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten Halle (Saale) und Osnabrück die höchsten Zunahmen. Trotz dieser Preisentwicklungen ist die Transaktionsanzahl 2018 im Segment Ein- und Zweifamilienhäuser (248.000) im Vergleich zum Vorjahr (244.000) leicht angestiegen.

Ebenso hat das Transaktionsvolumen um 9,6% zugenommen. Mit dazu beigetragen hat das im September eingeführte Baukindergeld. Auf dem Markt für Eigentumswohnungen ist ein leichter Rückgang der Transaktionsanzahl von 315.000 auf 313.000 zu verzeichnen. Dennoch ist auch hier das Transaktionsvolumen um 5,1% angestiegen. Die Veränderungen auf dem Markt sind auf einen signifikanten Anstieg des durchschnittlichen Transaktionsvolumens je Objekt zurückzuführen. Dieses lag im Jahr 2018 bei Betrachtung aller Wohnimmobilientransaktionen bei durchschnittlich 236.000 EUR.

„Das knappe Angebot an Wohnimmobilien sorgt für weitere Preisanstiege. Durch das anhaltend niedrige Zinsniveau wird die Nachfrage in absehbarer Zeit auch nicht sinken.”

Daniela Löchner, Head of Residential D-A-CH