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Welche modernen Heizungsarten und energieeffizienten Heizungssysteme gibt es?

Bei der Sanierung eines Altbaus oder beim Neubau eines Hauses stellt sich gleichermaßen die Frage, welches Heizungssystem zeitgemäß und zukunftssicher ist. Darüber hinaus kann die Modernisierung des Heizungssystems und der Wechsel zu einer anderen Heizungsart sich selbst dann rentieren, wenn die aktuelle Heizung noch nicht in die Jahre gekommen ist. Denn stetig steigende Energiepreise sind durchaus ein Grund, das Heizungssystem vorzeitig zu wechseln. Staatliche Förderungen und entsprechende Einsparungen bei den Energiekosten kompensieren die Anschaffung eines modernen Heizungssystems schnell. Wir stellen Ihnen im Folgenden die verschiedenen Heizungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen für Ihr Eigenheim vor.

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- Welche modernen Heizungsarten und energieeffizienten Heizungssysteme gibt es?

Die flexible Gasheizung nutzt Erdgas, Flüssiggas oder Biogas

Die Gasheizung ist der Klassiker unter den Heizungssystemen und aktuell die meistgenutzte Heizungsart in Deutschland. Sie ist praktisch für den Verbraucher, da das Erdgas direkt über das Gasnetz in das Haus kommt. Das spart Platz, denn die Lagerung von Brennstoffen entfällt. Wer beim Einkauf gerne spekuliert und saisonale Preisunterschiede nutzt, kann die Gasheizung abweichend mit Flüssiggas betreiben und diese im eigenen Tank lagern. Je nach Region ist die Verwendung von Biogas eine zukunftssichere Alternative und das vor allem, wenn es vor Ort produziert wird. Bundesweit liefern die Energieanbieter zumeist nur eine Mischung aus Biogas und Erdgas. Eine ebenfalls umweltfreundliche und energieeffiziente Maßnahme ist die Kombination einer Gasheizung mit erneuerbaren Energien wie einer Solarthermie. Für diese Kombination stellt der Gesetzgeber staatliche Förderung zur Verfügung. In diesem Falle kommen zu dem Anschaffungspreis einer Gasheizung, der zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen kann, noch die Kosten der Solarthermie. Den Einbau einer klassischen Gasheizung ohne erneuerbare Energien im Neubau möchte der Gesetzgeber ab 2025 verbieten.

Ölheizung – das klassische Heizsystem mit eigenem Tank

Unabhängig vom Energieversorger lässt sich die Ölheizung nutzen. Dafür benötigen Eigenheimbesitzer einen eigenen Öltank, den sie zum beliebigen Zeitpunkt füllen lassen können. Im Gegensatz zum Gasanschluss gibt es keinen Mindestpreis, sodass sich der Verbrauch selbst steuern lässt. Dennoch benutzen die meisten Ölheizung Heizöl, das zu den begrenzt verfügbaren fossilen Brennstoffen gehört. Ähnlich wie beim Biogas gibt es Bio-Heizöl, das jedoch bisher nur mit 5,9 Prozent im Heizöl vertreten ist. Mit diesem Anteil an Bio-Heizöl lassen sich auch ältere Heizungssysteme betreiben. Für einen höheren Anteil des Öls, das zumeist aus Raps oder Sonnenblumen entsteht, müssen in die Jahre gekommene Heizungen nachgerüstet werden. 

Eine umweltfreundliche Option sind die modernen Ölheizungen, die mit reinem Bio-Heizöl zu betreiben sind. Öko-Heizöl ist jedoch derzeit nur örtlich begrenzt verfügbar und damit keine flächendeckende Option. Aufgrund des hohen CO2-Ausstoßes dürfen Hausbauende ab 2025 keine Ölheizung als alleinige Heizung zur Verwendung fossiler Brennstoffe im Neubau mehr einbauen. Die Attraktivität der Ölheizung begründet sich auf den relativ günstigen Anschaffungspreis. Eine Nachrüstung bei vorhandenem Tank im Altbau kostet rund 6.000 Euro, im Neubau mit Tank und je nach Größe bis zu 10.000 Euro.

Schnelle Elektroheizung: Die leicht nachzurüstende Zusatzheizung

Früher wärmten Nachtspeicherheizungen Wohnräume kostengünstig. Heute sind sie kaum noch im Einsatz, denn selbst im Altbau weichen sie energieeffizienten Heizungssystemen. Trotzdem sind Elektroheizungen in vielen Häusern vor allem als Zusatzheizung zu finden. So lässt sich beispielsweise eine elektrische Fußbodenheizung im Altbau oder in Mietwohnungen unkompliziert nachrüsten – eine Steckdose genügt. Ein Heizlüfter oder eine der neueren Infrarotheizungen erwärmen das Badezimmer schnell vor dem Duschen auf. Die kleinen und vor allem günstigen Elektroheizungen eignen sich ebenso gut für eine partielle Erhöhung der Raumtemperatur, beispielsweise in der Leseecke, ohne gleich den ganzen Raum stärker heizen zu müssen. Zu den Elektroheizungen zählen ebenfalls die Handtuchheizungen im Badezimmer, die feuchte Handtücher schneller trocknen lassen und sie vor dem Baden oder Duschen angenehm erwärmen. Während sich die Elektroheizung als alleinige Heizungsart aufgrund enormer Strompreise nicht mehr rechnet, kann die ergänzende Nutzung nicht nur einen besseren Wohnkomfort bringen, sondern auch bei einem kurzfristigen höheren Wärmebedarf Heizkosten sparen.

 

Holzheizung oder Pelletheizung: Traditionell oder automatisiert mit Holz heizen

Holzheizungen haben eine lange Tradition und stehen sinnbildlich für Behaglichkeit. Lange bevor es Öl- oder Gasheizungen gab, nutzten die Menschen Holz zum Heizen und Kochen. Sogar heute noch überzeugt die Holzheizung mit einer hohen Wärmeleistung und dem nachhaltigen, schnell nachwachsenden Brennstoff. Während Kamine und Scheitholzheizungen die manuelle Bestückung voraussetzen, gewährleisten automatisch gesteuerte Pelletheizungen sogar bei Abwesenheit eine gleichbleibende Temperatur in den Wohnräumen. Neben einem feuerfesten Raum für das Heizungssystem ist zur Lagerung des Holzes oder der Pellets entsprechender Platz notwendig. Während der Scheitholzkessel für rund 6.000 Euro zu erhalten ist, fangen Pelletheizungen für ein Einfamilienhaus je nach Wärmeleistung erst bei 10.000 Euro an. Hinzu kommen Kosten für das Pelletlager, einen Warmwasserspeicher und eventuell für eine Solarthermie. Eine Investition von 12.000 bis 20.000 Euro ist für ein komplettes und automatisiertes Pellet-Heizungssystem einzuplanen. Dafür sind Hauseigentümer damit unabhängig von fossilen Brennstoffen oder Energieversorgern.

Blockheizkraftwerk oder Brennstoffzellen-Heizung: Strom und Wärme flexibel erzeugen

Ein Heizungssystem für alles: Das Blockheizkraftwerk im eigenen Haus versteht sich auf die energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Verbrennung wahlweise fossiler oder umweltfreundlicher Biobrennstoffe entsteht bei der Stromerzeugung Wärme, die mithilfe einer Turbine zugleich das Wasser für die Heizkörper erhitzt. Das BHKW gehört zu den effizientesten Heizsystemen mit einem Nutzungsgrad von 90 Prozent und mehr. Im Gegensatz zur Fernwärme erfolgt die Energieerzeugung im eigenen Haus und hat dementsprechend keine Leitungsverluste. Ähnlich funktioniert die Brennstoffzellen-Heizung, die mithilfe der sogenannten kalten Verbrennung Strom und Wärme produziert. Im Gegensatz zu Blockheizkraftwerk fehlt der Brennstoffzellenheizung jedoch die Flexibilität bei der Auswahl der Brennstoffe. Sie funktioniert nur mit Erdgas als Energiequelle und erzeugt daraus Wasserstoff. Die Emissionen sind jedoch noch niedriger als beim BHKW bei gleichzeitig besserer Energieeffizienz. 

Die Brennstoffzellenheizung punktet zudem mit einem geringen Wartungsaufwand und Platzbedarf. Beide Heizungssysteme sind in der Anschaffung hochpreisig und rechnen sich nur bei einem hohen Energiebedarf im Einfamilienhaus. Ein Nano-BHKW für 14.000 bis 17.000 Euro reicht oft nur als Zusatzheizung und ist bloß vereinzelt am Markt zu finden. Ein Mikro-BHKW genügt zur alleinigen Wärmeversorgung, ist aber für die meisten Familien überdimensioniert. Mit Anschaffungskosten zwischen 25.000 und 35.000 Euro eignet sich das Mikro-BHKW nicht unbedingt als wirtschaftliches Heizungssystem in einem Einfamilienhaus. Brennstoffzellenheizungen kosten je nach Heizlast zwischen 18.000 und 33.000 Euro zuzüglich eines Gasanschlusses, sofern er nicht schon vorhanden ist. Die Anschaffung beider Heizsysteme unterstützen die BAFA oder KfW mit verschiedenen Förderprogrammen. 

Wärmepumpe: Mit der Energie aus der Umgebung heizen

Die Wärmepumpe benötigt für ihren Betrieb Strom. Trotzdem ist dieses Heizungssystem umweltfreundlich und energieeffizient. Denn anders als bei der Elektroheizung beträgt der Stromverbrauch nur rund 20 bis 35 Prozent der erzeugten Wärme. Gerade in Verbindung mit einer Fußbodenheizung eignet sich die Wärmepumpe bestens und erzielt die höchste Energieeffizienz. Den Rest der erforderlichen Energie holt sich die Wärmepumpe aus der Umgebung. Genau genommen kann diese Wärme aus der Luft, dem Wasser oder der Erdsole kommen. Mit zwischen 10.000 und 15.000 Euro schlägt eine Luft-Wärmepumpe zu Buche. Sie benötigt zumeist etwas höhere Stromkosten als die anderen Wärmepumpen, da die Energieeffizienz der Umgebungsluft nicht so gut ist wie die der Erde oder des Wassers. 

Energieeffizienter sind Wasser-Wasser-Wärmepumpen, die die Wärme aus dem Grundwasser ziehen oder Sole-Wasser-Wärmepumpen, die die Erdwärme nutzen. Aufgrund der Arbeiten tief im Erdreich können diese Heizungssysteme jedoch zwischen 20.000 und 30.000 Euro kosten. Die Erdbohrungen sind übrigens fast immer genehmigungspflichtig. Wärmepumpen zählen zu den innovativen Heizungsarten, die erneuerbare Energien nutzen und unter den richtigen Umständen äußerst energieeffizient sind. Deshalb unterstützt die Bundesförderung für effiziente Gebäude die Anschaffung der Wärmepumpen, die im Neubau bereits zum Standard gehören. Im Altbau sind in jedem Fall eine gute Dämmung und optimalerweise eine Fußboden- oder Wandheizung erforderlich, damit die Wärmepumpe ihre Vorteile zeigen kann.

Solarthermie: Unbegrenzte Sonnenenergie zur Reduzierung der Energiekosten

Das einzige Heizungssystem, das ausschließlich eine kostenlose und stetig erneuerbare Energie nutzt, ist die Solarthermie. Mit Solarpaneelen auf dem Dach sammeln Hauseigentümer die Energie der Sonne am Tag ein. Mithilfe eines Wärmeübertragers erhitzt die Solarenergie das Wasser im Pufferspeicher. Von dort aus geht es in die Heizkörper oder dient zur Warmwasserversorgung. Da gerade im Winter der Bedarf an Wärme in Deutschland hoch und zugleich die Sonneneinstrahlung relativ gering ist, eignet sich die Solarthermie vornehmlich als Ergänzungsheizung. Ihr Vorteil ist, dass sie sich mit nahezu jedem Heizungssystem zur Hybridheizung kombinieren lässt. Obwohl das von der Sonne abhängige Heizungssystem im Winter nur 20 bis 30 Prozent der Nennleistung an Sonnenenergie aufnimmt, trägt die Solarthermie besonders bei einer hervorragenden Dämmung im Neubau deutlich zur Reduzierung der Energiekosten bei. 

Staatliche Förderung und die kostenlose Energiequelle machen den Einsatz einer Solarheizung interessant. So amortisieren sich die Investitionskosten von 8.000 bis 12.000 Euro zuzüglich optionaler Speicher oder zweitem Heizungssystem in rund 15 bis 20 Jahren. Eine Nachrüstung ist jederzeit sogar im Altbau ohne viel Aufwand machbar.. Theoretisch ist eine alleinige Nutzung der Solarthermie möglich bei entsprechender Auslegung und beschattungsfreier Dachfläche. Im Haus gibt es nur bei der Verwendung größerer Speicher einen nennenswerten Platzbedarf. Baden-Württemberg und Berlin haben eine Solarpflicht für den Neubau eingeführt. Deutschlandweit soll die Solarheizung als Heizungssystem der Zukunft zur Pflicht werden, und zwar eventuell ab 2023.

Welches sind die Heizungssysteme der Zukunft?

Aktuell nutzen die meisten Heizungen in Deutschland fossile Energien. Gerade die Gasheizung erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, da sie kein eigenes Brennstofflager benötigt. Doch fossile Brennstoffe sind knapp, schädigen die Umwelt und machen Hauseigentümer abhängig vom teilweise überzogenen Weltmarktpreis. Somit gehören weder die Gas- noch die Ölheizung zu den Heizungssystemen der Zukunft. Ein Hybridsystem aus Gasheizung und Wärmepumpe oder Pelletheizung mit Solarthermie beispielsweise kann in puncto Energieeffizienz bereits jetzt deutliche Vorteile bringen. Heizungsarten mit der Möglichkeit zur Nutzung erneuerbarer Energien sind definitiv die Heizungssysteme der Zukunft. Sie machen Immobilieneigentümer unabhängiger von schwankenden Energiepreisen und können teilweise eine Einsparung von mehreren Tausend Euro pro Jahr erzielen. Weitere Einzelheiten erhalten Sie in unserem weiterführenden Artikel zum Thema Heizungssysteme der Zukunft.

Welche Heizungsart eignet sich für den Neubau oder Altbau?

Personen, die ein Bauvorhaben beauftragen, sollten beim Neubau ihres Hauses gleich die zukunftssicheren Heizungssysteme wählen, die am jeweiligen Standort am besten ihre Dienste tun. Sonnige Dächer sind prädestiniert für eine Solarthermie, während die südlichen Gefilde Deutschlands mit mediterranem Klima optimal für eine Luft-Wärmepumpe sind. Mit der Frage, welche Heizung im Neubau am besten geeignet ist, haben wir uns im Detail auseinandergesetzt. Bei einer Heizungssanierung im Altbau ist die Auswahl an unterschiedlichen Heizungssystemen nicht immer ganz so vielfältig. Hier sind die örtlichen Gegebenheiten, die baulichen Voraussetzungen und die Umgebung bei der Auswahl des idealen Heizungssystems für den Altbau ausschlaggebend. Unter welchen Umständen welche Heizung für einen Altbau in Frage kommt, haben wir für Sie geprüft.

Wie lässt sich das richtige Heizungssystem auswählen?

Die verschiedenen Heizungsarten unterscheiden sich in vielen Punkten. Während einige Heizungsarten in manchen Regionen gut funktionieren, sind sie in anderen Gegenden Deutschlands nicht so effizient. Dies kann sich bereits von Haus zu Haus und Grundstück zu Grundstück unterscheiden. Genauso hat der Gesetzgeber seine Anforderungen, die die Auswahl eines Heizungssystems für den Neubau oder Altbau entsprechend einschränken. Hinzu kommt die erforderliche Heizlast, die ganz unterschiedlich ausfallen kann. Für die wenigsten Hauseigentümer rechnet sich vermutlich die Anschaffung eines Blockheizkraftwerks, es sei denn, sowohl der Strom- als auch Wärmebedarf sind überdurchschnittlich hoch. Eine Solarthermie mit Fotovoltaikanlage kann je nach Dachgröße und Ausrichtung sowie Lage in Deutschland teilweise oder ganz den energetischen Haushaltsbedarf decken. Dennoch wird sie entweder aufgrund weniger Sonnenstunden im Winter nicht ausreichen oder im Sommer überdimensioniert sein. 

Hybrid-Heizungssysteme sind oftmals die ideale Lösung, die sich individuell anpassen lässt. Eine Biogas-Heizung mit einer Erdwärmepumpe und Fußbodenheizung zum Beispiel sichert den Wärmebedarf ganzjährig bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit und nutzt ausschließlich erneuerbare Energien. Nicht zu vernachlässigen sind die Anschaffungskosten, die bei einigen Heizungssystemen zu Anfang eine deutlich höhere Investition erfordern. Hier ist im Einzelfalle zu prüfen, welche staatlichen oder regionalen Fördermittel es für die verschiedenen Heizungssysteme gibt. Hinzu kommt die Überlegung, wie schnell sich eine Heizung amortisiert. Je höher der Wärmebedarf ist, desto eher kompensiert die Ersparnis bei den Energiekosten die Anschaffungskosten. Diese Faktoren können Einfluss auf die Auswahl des geeigneten Heizungssystems haben:

  • Anschaffungspreis versus Energieersparnis und Förderungen

  • Standort bei Solarthermie oder Wärmepumpe

  • Bauliche Voraussetzungen (Bodenheizung, Lagermöglichkeit, Dachfläche)

  • Gesetzliche Vorgaben im Neubau oder Altbau

  • Eigener Energieverbrauch an Heizung und gegebenenfalls Strom

  • Auswahl und Verfügbarkeit des Brennstoffes

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