Real Estate News: Europäische Architektur „Made in China“

Ein altes Sprichwort besagt, Nachahmung sei das ehrlichste Kompliment. Im Westen, wo Originalität und Authentizität zählen, stoßen Imitationen jedoch meist auf Skepsis. China hingegen hat sich die Redewendung zu Herzen genommen und so entstehen hier immer mehr Bauwerke nach europäischem Vorbild sowie originalgetreue Nachbauten. Metropolen wie Peking, Tianjin und Shanghai warten bereits mit bekannten Wahrzeichen des Kontinents auf und mancherorts finden sich sogar ganze Kleinstädte im europäischen Baustil.

Real Estate News: Europäische Architektur „Made in China“

Modehäuser oder Technologieunternehmen sind über ausländische Kopien ihrer Produkte in der Regel wenig erfreut. Doch in der Architektur wird Nachahmung als aufrichtige Hommage an den ursprünglichen Designer verstanden. Viele der nachempfundenen Bauten sind allerdings so alt, dass deren Baumeister längst nicht mehr unter uns weilen und somit keinen Kommentar zur Neuauflage ihrer Gebäude abgeben können.

Nahe Shanghai liegt die Satellitenstadt „One City, Nine Towns“, deren Name so viel bedeutet wie „Eine Stadt, neun Gemeinden“. Ziel dieses modernen Bauprojekts war es, Wohnraum für die stetig wachsende Bevölkerung zu schaffen und dabei neun architektonisch eigenständige Viertel zu kreieren. In Entwicklung und Bau von „Thames Town“ flossen umgerechnet über 700 Millionen Euro. Der englisch angehauchte Bezirk besitzt neben Fachwerkhäusern und den kultigen roten Telefonzellen sogar eine funkelnagelneue gotische Kirche. Als Kulisse für Hochzeitsfotos erfreut sich Thames Town großer Beliebtheit. Da die meisten Wohnungen jedoch nicht von einzugsbereiten Familien, sondern von Investoren aufgekauft wurden, gleicht das Viertel meist einer Geisterstadt.

In der Provinz Guangdong erwartet Sie Hallstadt: ein originalgetreuer Nachbau des gleichnamigen malerischen Alpendorfes, das auf der Welterbeliste der UNESCO steht. Die chinesische Kopie wurde im Jahr 2012 eröffnet. An der Zeremonie, über die in zahlreichen Medien berichtet wurde, nahm auch der Bürgermeister des österreichischen Hallstadt teil. Doch ähnlich wie Thames Town fehlt es auch Hallstadt an Bewohnern, weswegen dort überwiegend Touristen und Fotografen anzutreffen sind.

Dafür gibt es diverse Gründe. Im Falle von Hallstadt ist das mangelnde Interesse der Einheimischen wohl der geografischen Lage geschuldet: immerhin liegt der Ort gut drei Kilometer von der nächsten größeren Stadt entfernt. Bei anderen Projekten hingegen, wie zum Beispiel dem deutschen Viertel in „One City“, wollten die Architekten möglichst originalgetreu bauen und lösten sich dafür von den Regeln des Feng Shui. Dabei legen chinesische Käufer gerade auf diese traditionelle Konstruktionsweise gesteigerten Wert. Doch auch wenn der erhoffte Zustrom hiesiger Familien ausblieb, so haben die Designerstädte zumindest einen Nutzen: sie dienen vielen Bewohnern benachbarter Orte als Ersatzreiseziele. Wer sich keinen Urlaub im Ausland leisten kann, aber schon immer die europäische Architektur bestaunen wollte, der besucht ganz einfach die Nachbildungen im eigenen Land.

Bei so manchem Wahrzeichen ließen die chinesischen Architekten allerdings künstlerische Freiheit walten. So verfügt die Londoner Tower Bridge in Suzhou nicht über zwei, sondern vier Brückentürme. Anders als das englische Original lässt sie sich jedoch nicht hochklappen. Auch die Kopie der Sydney Harbour Bridge entspricht nicht ganz dem australischen Vorbild, misst sie doch nur gut ein Drittel der eigentlichen Länge. Das chinesische Pendant der Pariser Pont Alexandre III wurde hingegen der Einfachheit halber aus Beton gefertigt.

Nicht jedermann goutiert, dass sich die Nachbauten scheinbar zu reinen Touristenmagneten entwickelt haben. Dennoch setzt sich das Konzept weiter durch: im Themenpark „Window of the World“ in Shenzhen finden Sie neben internationalen Wahrzeichen wie den Pyramiden, Mount Rushmore oder Angkor Wat auch europäische Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm, Stonehenge und den Kreml. In Tianjin gibt es sogar ein italienisches Designer Outlet namens „Florentia Village“. Das Shopping Center lockt nicht nur mit Boutiquen von Prada, Gucci und Armani: auch venezianische Kanäle und Kopien des Markusdoms sowie des Kolosseums gibt es hier zu sehen. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgen original italienische Restaurants und Cafés.

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