Der Immobilienmarkt in Jena

Jena, die zweitgrößte Stadt Thüringens (rd. 105.500 Einwohner), gehört zu den Standorten in Ostdeutschland, die sich nach der Wende wirtschaftlich und bezüglich der Einwohnerzahl mit am besten entwickelt haben. Grundlage dafür sind ansässige innovative Wirtschaftsbranchen wie Optik, Feinmechanik, Elektronik, Biotechnologie und Software (bedeutende Unternehmen: Jenoptik, Carl Zeiss, Jenapharm, Schott Glas und Intershop).
Zudem ist die Stadt mit der Friedrich-Schiller- Universität und der Fachhochschule, die beide steigende Studentenzahlen verzeichnen, bedeutender Hochschulstandort (rd. 24000 Studenten). Der wirtschaftliche Verlauf spiegelt sich in vergleichsweise positiven Wirtschaftsdaten wider. Die Arbeits- losenquote liegt mit 9,4% (04/2008) unter dem Durchschnitt Thüringens (12%).
Und mit einer Kennziffer von 87,8 (Bundesdurchschnitt = 100) verfügt Jena nach Potsdam über die zweithöchste Kaufkraft in Ostdeutschland. So hat sich die Bevölkerungszahl entgegen dem rückläufigen Landestrend stabilisiert.

Kennzeichen des Wohnungsmarktes

Der Wohnungsmarkt ist – atypisch für eine ostdeutsche Stadt von positiven Marktbedingungen gekennzeichnet. Wegen der hohen Zahl qualifizierter Arbeitsplätze, steigender Studentenzahlen und der vergleichsweise höheren Kaufkraft besteht eine gute Wohnungsnachfrage. Zudem profitiert die Stadt als Wohnort von der landschaftlich schönen Lage im Saaletal. Demzufolge ist auch ein geringer Wohnungsleerstand zu beobachten. Er beschränkt sich fast ausschließlich auf nicht nachfragegerechte Wohngebiete (Plattengroßsiedlungsbereiche). Die Preise und Mieten sind stabil und liegen geringfügig über dem Niveau der Landeshauptstadt Erfurt.

Markt für Eigenheime

Der Nachfrage in diesem Segment steht ein breites Angebot an Grundstücken und Eigenheimen in verschiedenen Stadtteilen gegenüber. Zu den größeren Neubaugebieten zählen das »Himmelreich« in Jena-Zwätzen und in Winzerla das Gebiet »Im Hahnengrunde«. Gleichzeitig konkurriert Jena mit Gemeinden im Umland, deren Preisniveau für Wohnbauland bis etwa 50 % peiswerter ist.

Markt für Eigentumswohnungen

Sowohl im Erst- als auch im Zweitmarkt bewegt sich das Marktgeschehen insgesamt auf quantitativ niedrigem Niveau. Preislich ist die Talsohle erreicht. Gut vermarktbar sind sanierte Bestandswohnungen in kleinen Anlagen in guten sowie sehr gute Lagen und im Zentrum.

Markt für Mietwohnungen

Bei größeren und gut ausgestatteten Wohnungen ist ein knappes Angebot in innenstadtnahen Lagen vorhanden. Die ohnehin rege Nachfrage wird zusätzlich durch den Wohnungsbedarf von Studenten verstärkt. Dementsprechend sind die Mietpreise stabil und erreichen bis zu 8 €/m².

Perspektiven

Die befriedigenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die stabile Einwohnerzahl werden auch weiter zu einem relativ stabilen Wohnungsmarkt beitragen. Damit hebt sich Jena positiv von anderen Städten in den neuen Ländern ab. Damit sich das Angebot auch qualitativ entsprechend der Nachfrage (gesuchte Wohnlagen, Wohnungsgrößen, Ausstattungsstandards) weiter entwickelt, werden Projekte im Rahmen des Bund-Länder-Programms »Stadtumbau-Ost« umgesetzt (Schaffung von innerstädtischem Wohnraum auf den bisher von Kliniken genutzten Flächen im Bachstraßenviertel).

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