Erfolgsgeschichte im Pott

Während viele Städte im Ruhrgebiet einen deutlichen Rückgang der Bevölkerungszahlen beklagen, freut sich Dortmund dank gelungenem Strukturwandel über den Zuzug von Fachkräften und jungen Familien. Vor allem Viertel mit viel Grün und großzügigen Grundstücken profitieren.

Einst stand Dortmund synonym für das alte Ruhrgebiet. Doch der geglückte Strukturwandel in der größten Stadt in der Region ändert das Bild. Statt Kohle- und Stahlindustrie bietet heute vor allem die IT- oder Mikrosystembranche Arbeitsplätze an. Dabei profitiert die Stadt von der Anziehungskraft der Technischen Universität. Zudem haben in Dortmund junge Familien noch viel Platz um zu bauen. Denn in den 70er Jahren wurden etliche ländlich geprägte Orte eingemeindet. Ein Schatz, den die Metropole zu nutzen weiß. Nirgendwo im Ruhrgebiet wurden in den vergangenen Jahren mehr Einfamilienhäuser gebaut als hier.

Beliebt in der größten Stadt des Ruhrgebietes ist vor allem der Süden.

Kirchhörde

„Wer in Dortmund etwas auf sich hält, wohnt in Kirchhörde“. Immer wieder hört man diesen Satz. Ob Manager, Arzt oder Fußball-Diva – die großzügigen Villen, die Gärten mit altem Baumbestand und die grüne Umgebung machen Kirchhörde zur attraktivsten Wohnlage. Dazu trägt die gute Infrastruktur mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten bei. Für eine Villa, gerne mit Swimmingpool, bezahlt man hier mehr als eine Million Euro. Selbst ein neues Reihenhaus kostet 500.000 Euro. Preiswerter wird es, wenn man sich der A45 nähert. Sie begrenzt den Stadtteil nach Süden. Aber dafür ist es dort auch lauter.

Lücklemberg

Die kleine Schwester von Kirchhörde – das ist Lücklemberg. Auch hier dominieren großzügige freistehende Häuser, es ist grün und ruhig. Lücklemberg liegt etwas näher an der Dortmunder Innenstadt, ist aber trotzdem sehr beschaulich. Manchen schon ein wenig zu beschaulich: Wer seine Kinder in die Schule bringen will oder einkaufen möchte, ist auf sein Auto angewiesen. Auf die Preise hat das keine Auswirkung: Hier kann ein Haus weit über eine Million Euro kosten – wenn denn eines angeboten wird.

Syburg

Das einzige Spielcasino des Ruhrgebietes – einst Wirkungsstätte von Spitzenkoch Thomas Bühner – liegt in Syburg. Aber selbst davon bekommen die meisten der knapp 1.000 Bewohner wenig mit. Hoch über der Ruhr gelegen, ist das Viertel ruhig, exklusiv und teuer. Die herrschaftlichen Villen, zum Teil mit einem spektakulären Blick über das Ruhrtal, kosten auch hier weit über eine Million Euro. In der Beliebtheit hat das Viertel jedoch in den vergangenen Jahren etwas verloren: Zu abgelegen, kaum Einkaufsmöglichkeiten, weite Wege zur nächsten Schule – das sind die Nachteile Syburgs, die vor allem Familien davon abhalten, hierher zu ziehen. Für Unternehmer- und Freiberuflerehepaare ohne Kinder hat Syburg allerdings nicht an Reiz verloren.

Gartenstadt

1913 hatten einflussreiche Bürger die „Gartenstadt-Dortmund-Genossenschaft“ gegründet. Ziel war der Bau einer Villenkolonie am Westfalendamm. Heute sind in den Gebäuden an Dortmunds Verkehrsader B1 vor allem Makler, Softwarehäuser und Anwaltskanzleien untergebracht. Gewohnt wird in der zweiten Reihe, so gediegen, wie es sich die Planer vor fast 100 Jahren gedacht haben, in Villen mit über 400 Quadratmeter großen Gärten. Kleine Alleen prägen das Bild der Gartenstadt, Neubauten gibt es kaum. Sie würden das Bild nur stören. Einen Altbau kann man ab 250.000 Euro erwerben. Großzügig geschnitten und perfekt restauriert, kann der Preis schon mal die halbe Million überschreiten – doch die Nähe zur B1 fordert ihren Tribut. Noch, denn sie wird in der Nähe der Gartenstadt bald unter der Erde verschwinden. So hat das Viertel in Zukunft alle Chancen, an Attraktivität zu gewinnen.

Quelle: Capital Immobilien Sonderheft 2008

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