Großer Eltiville Adventskalender 2013

 Traditionsgemäß fand auch in diesem Jahr in der Adventszeit die Veranstaltung „Eltviller Adventskalender” statt. Unter der Schirmherrschaft der Vereinigung der Eltviller Gewerbetreibenden und in besonderer Zusammenarbeit mit Frau Orthwein vom Eltviller Spezialitätenhaus, hatte Engel und Völkers ein von der begabten Jungkünstlerin Charlotte gemaltes Bild ersteigert und dem Eltviller Adventskalender zur Verfügung gestellt. Unter dem Leuchten von zahlreichen Kinderaugen öffnete der Weihnachtsmann am 13. Dezember das 13. Fenster des Adventkalenders am Gebäude der Mediathek und präsentierte das gesponserte Bild den bis zu 300 sehr erfreuten Zuschauern. Anschließend durften die Kinder der spannenden Weihnachtsgeschichte vom „Kleinen Schneeengel” lauschen, welche vom Büroleiter Jürgen Birk und Frau Orthwein den sehr interessierten Zuhörern vorgetragen wurde.

Im Jahr 2004 am 1. Dezember wurde das erste Fenster des Eltviller Adventskalenders an der Mediathek in der Rheingauer Straße um 17 Uhr geöffnet. 24 spannende Geschichten und Lieder zur Adventszeit sind auch in diesem Jahr im Eltviller Adventskalender versteckt. Umhüllt von dem Duft von Weihnachtsgebäck und fröhlicher Weihnachtsmusik, füllten sich auch wie in jedem Jahr die Straßen von Eltville. Die Geschichte besagt, dass am Anfang Bilder aus Kinderbüchern entnommen wurden um die Fenster des Adventskalenders zu zieren. Dadurch, dass die Bilder unter Urheberschutz standen, waren die Veranstalter dazu gezwungen, einen anderen Weg zu finden, wie Sie zu den Bildern kommen konnten. Es kam die erleuchtende Idee, die Eltviller Kindern die Bilder malen zu lassen und Sponsoren die Möglichkeit zu geben, diese zu für einen wohltätigen Zweck zu ersteigern. So wurde jährlich vor der Adventszeit allen Kindergärten und Schulen die Möglichkeit gegeben, Bilder aus Märchenbüchern zu malen. So malten Kinder verschiedener Altersklasse Bilder, welche zu Ehren die großen Adventsfenster der Mediathek schmücken. Dieses Jahr waren es um 170 Bilder von eifrigen Jungkünstlern.

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                                                                     Büroleiter Jürgen Birk u. Frau Orthwein

                                                                           vom Eltviller Spezialitätenhaus.

            

Der kleine Schnee-Engel

Max ist ein kleiner Schneeengel, dem zuteilwurde die vierjährige Sofia zu beschützen. Seine Flügel tragen ihn durch den eisigen Winterwind zu dem Ort, an dem das Mädchen wohnt. Manchmal ist er, wie an diesem Tag, müde. Erschöpft von dem langen Flug setzt er sich auf die Fensterbank. Den Kopf in seine Arme gestützt beobachtet er am Fenster Sofia. Sie sitzt auf dem Boden und spielt fröhlich mit ihren Puppen. Auf einmal klopft Max leise gegen die Scheibe. Sofia dreht sich erschrocken um, doch sie kann nichts sehen und spielt weiter. Noch einmal klopft er gegen die Scheibe. Dabei hat das Dummerchen doch glatt vergessen, dass Sofia ihn gar nicht sehen kann. Nur hören. Nach ein paar Minuten kommt Magret, Sofias Mutter, in das Zimmer. Sie nimmt das Mädchen an der Hand und beide verlassen den Raum. Max lässt nicht lange auf sich warten. Er fliegt durch die Mauer, denn Engel haben die Fähigkeit dorthin zu kommen, wo sie wollen. Er weicht kein Stück von des Mädchens Seite. In den letzten Minuten hat es draußen so sehr angefangen zu schneien, dass Magret mit ihrem Töchterlein einen Spaziergang machen möchte. Warm eingepackt verlassen beide das Haus. Sofia freut sich. Sie hält ihre kleinen Hände dem fallenden Schnee entgegen. Die Flocken lassen sich auf den Handschuhen sanft nieder. Sogar kitzeln sie ihre Nase. Mit der Zunge fängt sie kleine und große ein, die darauf schmelzen. Sie schmecken irgendwie nach – nichts. Mit ihren Stiefelchen stampft sie mit kleinen Schritten los. Magret folgt ihr. Max auch. Der noch zuvor sehbare Gehweg ist nur in wenigen Minuten weiß bedeckt. Der Schnee verwandelt die Häuser in richtige Schneeschlösser, deren Dächer anfangen zu glitzern. Und die Eiseskälte malt Kristallblumen an die Fenster, wie sie im Vorbeigehen sehen. Nicht weit weg von Sofias zu Hause gibt es einen Wald, in den sie hinein gehen. Auch hier lassen sich die Schneeflocken auf den Zweigen der Bäume nieder. Auf dem Weg sind Fußspuren zu sehen. Wer mag das wohl gewesen sein, fragt sich das Mädchen. Ein Fuchs? Ein Reh? Ein Hase? Sofia dreht sich um und sieht, dass auch sie Fußspuren hinterlässt. Plötzlich fängt sie an sich wie wild im Kreis zu drehen. So doll, dass sie umfällt. Eine Träne rollt ihr die Wange herunter. Magret hilft ihr wieder auf die Beine, tröstet sie einen Moment und schon geht es weiter. Nach zehn Minuten, für Sofia mühsamen Fußmarsch, kommen sie wieder auf den Weg, der ins Dorf führt. Unten, an der Straße angekommen, nimmt Magret ihr Töchterlein an der Hand. Wegen des Autoverkehrs ist es dort zu gefährlich das Mädchen alleine gehen zu lassen. Doch auf einmal reißt sich Sofia los. Rennt, so schnell ihre Füße sie tragen können, dem Mann entgegen, der einen kleinen Hund an der Leine hat. Plötzlich rutscht das Mädchen auf der glatten und nicht mehr sichtbaren Bordsteinkante aus. Es fällt unglücklich auf die Straße und fängt bitterlich an zu weinen. Ein Auto rast auf Sofia zu. Magret eilt herbei. Auch der Mann mit dem Hund. Doch Max, der Schnee-Engel ist schneller. Er packt das Mädchen am Ärmel und zieht es sachte auf den Gehweg. Genau diesem Augenblick schlittert das Auto an ihnen vorbei, dass wegen dem Schnee auf der Fahrbahn nicht mehr bremsen kann.

Magret kniet sich zu Sofia hin und nimmt sie in den Arm. Tröstet sie und hebt sie vorsichtig auf. „Zum Glück ist dir nichts passiert, mein kleiner Engel”, sagt sie vor Sorge und streicht sanft durch Sofias Gesicht. „Ich wollte ihn bloß streicheln”, sagt Sofia schluchzend und fährt dem kleinen Hund sanft über das, mit Schnee bedeckte, Fell.

„Einen wahren Schutzengel hat sie gehabt”, murmelt der Mann mit dem Hund. Und darüber freut sich Max, der Schnee-Engel ganz besonders.

 

 

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