Rechtliche Hinweise

Der Kauf von bebauten und unbebauten Gründstücken sowie Eigentums-wohnungen ist in Tirol für EU-Staatsbürger seit 1.1.2000 wieder erlaubt.

1. Voraussetzung des Erwerbes – Grundzüge des Tiroler Grundverkehrsrechtes

1.1

Jede Übertragung des Eigentums an bebauten oder unbebauten Liegenschaften in Tirol braucht zur Eintragung im Grundbuch eine schriftliche Bestätigung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft als Grundverkehrsbehörde.

1.2

Alle Staatsbürger der 25 EU-Länder haben die gleichen Rechte zum Erwerb von Liegenschaften in Tirol, dies in gleicher Weise, wie Österreicher. Es gibt daher für EU-Bürger keinerlei Diskriminierung aufgrund der Staatsbürgerschaft.

1.3

Bestehende Wohnhäuser, Eigentumswohnungen oder für Bauzwecke gewidmete Grundstücke können grundsätzlich käuflich erworben werden, soweit der Käufer die Erklärung abgibt, daß das gekaufte Objekt nicht als Freizeitwohnsitz (= Ferienhaus oder Ferienwohnung) verwendet wird.

Es ist also das Recht zum Kauf der Immobilie von der zulässigen Verwendung der Immobilie getrennt zu beurteilen.

Wenn also ein Objekt nicht als Freizeitwohnsitz verwendet werden darf, kann es vom Käufer selbst oder von einem beliebigen Mieter als Hauptwohnsitz genutzt werden.

Der Kauf eines Objektes für gewerbliche Nutzung durch einen EU-Bürger ist problemlos, soferne damit nicht auch ein Wohnraumerwerb zusammenhängt.

1.4

Von diesem Freizeitwohnsitzverbot ausgenommen sind jedoch jene Objekte, die bereits am 1.1.1994 tatsächlich als Freizeitwohnsitz verwendet wurden und daher eine Bestätigung des Bürgermeisters erhielten, daß sie als bestehende Freizeitwohnsitze weiterhin für diesen Zweck verwendet werden dürfen. Genehmigte Freizeitwohnsitze können daher von jedem EU-Bürger gekauft werden und auch weiterhin als Freizeitwohnsitz verwendet, auch vermietet, werden.

In touristisch interessanten Gemeinden darf für Neubauten keine Freizeitwohnsitzgenehmigung vom Bürgermeister erteilt werden.

1.5

Wenn sich der Eigentumserwerb auf ein landwirtschaftliches Grundstück oder auf ein Bauernhaus bezieht, ist eine Grundverkehrsgenehmigung erforderlich. Nach dem derzeitigen Grundverkehrsgesetz wird eine derartige Genehmigung zum Erwerb eines landwirtschaftlichen Grundstückes oder Gebäudes nur einem aktiven Bauern erteilt, der für die Bewirtschaftung sorgt.

1.6

Forstwirtschaftliche Grundstücke, also Wald, kann von jedem Käufer erworben werden, der zur Bewirtschaftung in der Lage ist.

2. Nebenkosten des Erwerbes

2.1 Grunderwerbssteuer

Die Grunderwerbssteuer in Höhe von 3,5% ist grundsätzlich bei jedem Immobilienkauf (nicht nur bei Grundstücken!) an das Finanzamt zu entrichten. Bei jeder Veräußerung einer Immobilie kann das Eigentumsrecht des Erwerbers im Grundbuch erst eingetragen werden, wenn dem Grundbuch nachgewiesen wurde, dass die Grunderwerbsteuer gezahlt ist. Nach Überweisung der Grunderwerbsteuer stellt der Vertragsverfasser oder das Finanzamt die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung zur Vorlage beim Grundbuchsgericht aus.

2.2 Vermittlungsprovision lt. Gebührenordnung:

Bei Kauf, Verkauf oder Tausch: Vermittlungsprovision zahlbar von beiden Vertragspartnern je:

2.2.1bei einem Wert über € 50.000,– je 3% vom Verkaufspreis

2.2.2bei einem Wert bis € 36.000,– je 4% vom Verkaufspreis

2.2.3bei einem Wert von € 36.000,- bis € 50.000 pauschal je € 1.500,-

2.2.4bei Schlössern, Klöstern und Burgen je 6% vom Verkaufspreis

Zu obigen Netto-Provisionsbeträgen kommt jeweils die 20 %-ige gesetzliche Umsatzsteuer.

Bei Vermietungen:

2.2.5vom Vermieter maximal 3 Bruttomonatsmieten

2.2.6vom Mieter, abhängig von der Vertragsdauer, zwischen 1 und 3 Bruttomonatsmieten

Zu obigen Netto-Provisionsbeträgen kommt jeweils die 20 %-ige gesetzliche Umsatzsteuer.

2.3 Grundbuchseintragung

Die Grundbuchseintragungsgebühr (Eigentumsrecht) beträgt 1 % vom Kaufpreis und wird dem Käufer vom Vertragsverfasser zur Weiterleitung an das Finanzamt oder vom Grundbuchsgericht vorgeschrieben.

2.4 Vertragerrichtungskosten

Die Kosten für die Errichtung und grundbücherliche Durchführung von Kaufverträgen sind ebenso wie die Kosten für die Errichtung von Mietverträgen mit dem Vertragserrichter (Notar oder Rechtsanwalt) im Rahmen der Tarifordnung des jeweiligen Urkundenerrichters direkt zu vereinbaren; erfahrungsgemäß ist auch eine Pauschalierung der Vertragserrichtungskosten möglich.

Nach österreichischem Recht ist keine Beurkundung des Kaufvertrages durch einen Notar erforderlich; für die Grundbuchseintragung genügt es, wenn der von einem Rechtsanwalt oder Notar erstellte Kaufvertragstext vom Verkäufer und vom Käufer beglaubigt unterfertigt wurde. Hiebei ist keine gleichzeitige Anwesenheit der Parteien bei der Unterfertigung erforderlich. Es genügt auch eine Beglaubigung der Unterschrift durch eine österreichische Botschaft oder Konsulat im Ausland. Deutsche Vertragspartner können auch bei ihrem Notar in Deutschland die beglaubigte Unterschrift abgeben.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Abgelegt unter Allgemein.


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