Rechtliche Hinweise – Immobilienerwerb in Spanien

Was beim Hauskauf in Spanien zu beachten ist, erklärt Dr. Norbert Reiners, RA und Abogado mit Büros in Marbella, Köln und Mallorca.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Immobilie in Spanien zu zulegen, wird dies erst tun, wenn er von Objekt und Lage überzeugt ist. Es kann deshalb interessant sein, zunächst einen Kaufoptionsvertrag über das künftige Kaufobjekt gegen Zahlung eines Optionspreises abzuschliessen. In Verbindung mit einem sogenannten Saisonmietvertrag hat man so bis zum Ablauf des Optionszeitraums Gelegenheit, die Kaufentscheidung reifen zu lassen. Ein notariell beurkundeter Optionsvertrag kann in das zuständige spanische Grundbuch eingetragen werden.

Keinesfalls sollte beim Kauf eines Grundstückes in Spanien auf einen spanischen Notar verzichtet werden. Zwar fordert das spanische Recht keine notarielle Beurkundung des Grundstückskaufvertrages. Jedoch genieest die Eigentümerstellung  des Käufers erst mit der Grundbucheintragung absoluten Schutz, und nur notarielle Kaufverträge werden in das spanische Grundbuch eingetragen.

Das Eigentum, Nutzen und Lasten an einem Grundstück gehen meist in dem Moment an den Käufer über, in dem der notarielle Grundstücksverkauf gegen Zahlung des Kaufpreises protokolliert wird. Übliches Zahlungsmittel ist der Bankscheck.

Der Rechtsanwalt wirkt als Bindeglied zwischen Verkäufer, Notar und Grundbuchbeamten. Er prüft das Kaufobjekt nach Beschaffenheit und Lasten, vertritt den Käufer bei der Aushandlung des privatschriftlichen Kaufvertrags, der Vorbereitung der notariellen Kaufvertragsurkunde sowie bei der steuerlichen und grundbuchrechtlichen Abwicklung des Geschäfts.

Ist der Verkäufer Bauträger, ist das Geschäft umsatzsteuerpflichtig. Bei bebauten Grundstücken beträgt die Umsatzsteuer 8%. Die Grunderwerbsteuer schliesst die Mehrwertsteuer aus und ist immer beim Kauf von Privaten zu zahlen. Sie beträgt in Andalusien in Abhängigkeit von dem Kaufpreis 7 bzw. 8%. Ist der Vorgang umsatzsteuerpflichtig, hat der Käufer zudem die Stempelsteuer von 1% zu tragen. Auf Verkäuferseite ist ein durch den Grundstücksverkauf erzielte Vermögenszuwachs der Einkommensteuer unterworfen, die bei Nichtresidenten pauschal 18% beträgt. Wertsteuergerungen von städtischem Grund und Boden ist asserdem einer gemeindlichen Wertzuwachssteuer unterworfen, die nach dem Kommunalabgabengesetz vom Verkäufer zu zahlen ist.

Marbella, im Februar 2011

Dr. Norbert Reiners

DR. REINERS ABOGADOS

Marbella – Cologne – Mallorca

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E-29602 Marbella (Spain)

T: +34 952 77 48 08

F: +34 952 77 07 87

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