Energieausweis-Pflicht seit dem 1. Mai 2014 – Was kommt auf die Vermieter und Verkäufer zu?

GutscheinArtikel – Sonntagsreport 04.05.2014

 

 ■ Leer (sr) Ab dem 1. Mai 2014 tritt die neue Energieeinsparver­ordnung EnEV 2014 in Kraft. Diese Verordnung betrifft alle Immobili­enverkäufer, Vermieter und ebenso die Immobilienmakler. Wir waren zu Besuch bei Engel & Völkers in Leer und haben mit einem der Lizenzpartner, Marco Argiolas, gesprochen.

 

Herr Argiolas, ab dem 1. Mai tritt die neue Energieein­sparverordnung in Kraft. Was genau bedeutet dies für die Verkäufer und Vermieter ei­ner Wohnimmobilie?

 

Neu an der Verordnung ist, dass der Verkäufer bzw. der Vermieter verpflichtet ist, den Energieausweis bei der Besichtigung dem potenti­ellen Käufer / Mieter vorzulegen. Findet keine Besichtigung statt, ist der Energiebedarfs – oder Energieverbrauchsausweis dem Interessenten auf sein Verlangen hin vorzuzeigen oder spätestens mit Abschluss des Kauf- bzw. Miet­vertrages im Original oder in Kopie zu übergeben.

 

Sie sprechen von einem Ener­giebedarfs- oder Energiever­brauchsausweis, wo genau liegt der Unterschied?

 

Bei dem Energiebedarfsausweis richtet sich die Berechnungs­grundlage nach den baulichen Aspekten, der Heizungsanlage sowie der Qualität der Dämmung und der Fenster. Bei dem Energie­verbrauchsausweis hingegen wird der tatsächliche Energieverbrauch zu Grunde gelegt. Das bedeutet, dass die Energieabrechnungen der letzten 3 Jahre klimabereinigt be­wertet werden.

 

Benötigt jeder Verkäu­fer und Vermieter von Immobilien einen Ener­gieausweis oder ist dies Wohnimmobilienabhängig?

 

Grundsätzlich besteht die Pflicht für jedermann, egal ob es sich um einen Neubau oder um eine Bestandsimmobilie handelt. Es gibt lediglich einen Unterschied in der Art des Energieausweises. Eigentümer von Immobilien bis zum Baujahr 1977 und bis zu 4 Wohneinheiten benötigen einen Bedarfsausweis, ab dem Baujahr 1978 hat der Eigentümer die freie Wahl ob er einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis vorlegt.

 

Wie hoch sind die Kosten zur Ausstellung eines Energieausweises?

 

Der verbrauchsorientierte Ener­gieausweis ist kostengünstiger. Wie bereits erwähnt, wird hier der Energieverbrauch der letzten 3 Jahre untersucht. Hier liegen die Kosten bei ca. 50-70 Euro. Der bedarfsorientierte Energieausweis ist kostenintensiver. Abhängig von der Vollständigkeit der Unterla­gen und der Dokumentation der Renovierungs- bzw. Sanierungs­maßnahmen liegen die Kosten bei einem Einfamilienhaus zwischen 150 und 350 Euro.

 

Drohen Strafen, wenn der Energieausweis bei dem Ver­tragsabschluss nicht vorge­legt wird?

„Wo kein Kläger da kein Richter“. Kommt es allerdings nachträg­lich zu einer Anzeige, muss der Verkäufer bzw. der Vermieter mit hohen Geldbußen rechnen. Wenn beispielsweise bei einem Neubau nach der Fertigstellung kein En­ergieausweis vorgelegt wurde, kann das Bußgeld bis 15.000 Euro betragen.

 

Wie bereiten Sie, Herr Argio­las und Ihr Team, sich auf den 1. Mai vor?

 

Aufgrund des wichtigen Themen­bereichs haben wir beschlossen, mit einem erfahrenen Diplom-Inge­nieur im Fachbereich Energiebera­tung zusammenzuarbeiten.

Dieser hat die Mitarbeiter von Engel & Völkers Leer – Emsland bereits ausgiebig informiert und geschult, sodass sie diesbezüglich auf dem aktuellen Stand sind und unsere Kunden fachgerecht bera­ten können.


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