Der aktuelle Expertentipp:

Immobilienbesitz bei Scheidung

 

Ungefähr jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden. Doch was passiert dann mit der Immobilie? Die meisten Ehepaare leben in einer sogenannten Zugewinngemeinschaft. Alle während der Ehe erzielten Vermögen und Schulden gehören den Partnern zu gleichen Teilen. Bei einer Scheidung wird der Zugewinn während der Ehe aufgeteilt, so dass keinem der Beteiligten ein materieller Nachteil entstehen sollte.

Allerdings verläuft eine Trennung in der Regel nicht unkompliziert. Ein häufiger Streitpunkt ist das Eigentum an einer Immobilie. Die starke emotionale Bindung an die eigengenutzte Immobilie macht eine einvernehmliche Lösung nicht einfacher. Zu klären ist, wie hoch die Verschuldung der Immobilie, die geleistete Tilgung, aber auch der eventuelle Wertzuwachs während der gemeinsamen Jahre zu bestimmen ist.

Für die Wertermittlung sollte man sich rechtzeitig an einen Fachmann wenden. Wird die Immobilie von einem der Partner weiter genutzt, wer trägt welche anfallenden Kosten, oder müssen eine Vermietung oder ein Verkauf in Erwägung gezogen werden? Besteht die Möglichkeit, den anderen Partner auszuzahlen? Sollte man hier keine gemeinsame Lösung finden, drohen hohe finanzielle Einbußen. Ein Verkauf unter Zeitdruck oder gar eine Zwangsversteigerung sollten immer vermieden werden, da mit erheblichen Abstrichen beim Verkaufspreis gerechnet werden muss. Ein Ehevertrag, der die Aufteilung von Gütern und Vermögen regelt, hilft im Scheidungsfall unnötige Streitigkeiten zu vermeiden und sorgt bei beiden Partnern für klare Verhältnisse.

 

Dipl.-Kfm. Norbert Beran, Engel & Völkers Wiesbaden

Quelle: Wiesbadener Kurier, Mainzer Allgemeine Zeitung

Erschienen am 28.06.2014

 

 

Hier finden Sie eine Sammlung all unserer redaktionellen Texte sowie Veröffentlichungen in der Presse, sortiert nach Erscheinungsdatum.

 

Abgelegt unter Allgemein.


Array
(
)