Gibt es wirklich eine Immobilienblase?

Als Eigentümer einer Immobilie und auch als Kauf-und Mietinteressent hört und liest man es überall: Die Immobilienblase! Doch was ist eigentlich eine Immobilienblase?

Als Immobilienblase wird eine Marktsituation bezeichnet, in der die Preise der Immobilien nicht ihrem inneren Werten entspricht. Man spricht also von einer deutlichen Überbewertung von Immobilien. Bei einer Immobilienblase kommt hinzu, dass früher oder später ein Höchststand erreicht wird und die Preise oder auch die Kurse an einem Markt anfangen zu fallen.

Berechnungen der Bundesbank zeigen, dass in städtischen Wohnungsmärkten und attraktiven Großstädten die Preise zwischen 10- 20% gestiegen sind. Die Preisentwicklung treffen u.a. Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf. Nach Einschätzungen der Bundesbank dürfte der Preisanstieg jedoch nicht auf die Zentren begrenzt bleiben, da es klare Hinweise für eine Ausbreitung von den Städten ins Umland gäbe.

 

 

Ursachen für den Preisanstieg sind die hohen Immobiliennachfragen durch die Einflüsse der Finanz- und Staatsschuldenkrise. So hat der ruhige deutsche Immobilienmarkt nach dem Platzen der Preisblase in den USA und anderen europäischen Häusermärkten, bei internationalen Investoren an Attraktivität gewonnen. Darüber hinaus sind die Investitionen in Immobilien durch die um ca. 25% gesunkenen Zinsbelastungen vorteilhafter geworden. Das alles führt u.a. dazu, dass die Wohnimmobilien sich in deutschen Städten seit 2010 so stark verteuert haben, dass sie möglicherweise überbewertet sind. Deshalb warten viele nur noch darauf, bis die Blase „platzt“.

 

Die Bundesbank rechnet jedoch nicht mit der Gefahr einer Immobilienblase, da die Verhältnisse relativ konstant geblieben sind. Darunter das Preis-Mietverhältnis und auch das Preis-Einkommensverhältnis. Die Nachfrage nach Immobilien ist also momentan immernoch sehr hoch und bis der Bedarf gedeckt ist, wird es noch Jahre brauchen. Zwar wurde 2013 Baugenehmigungen für 115.000 neue Wohnungen in Deutschland erteilt, allerdings reicht es längst nicht aus, um die hohe Nachfrage zu decken, deren Wert auf rund 600.000 fehlende Wohnungen geschätzt wird. Hinzu kommt, dass durch energetische Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die immer mehr Eigentümer durchführen und durch die neue Energieverordnung (EnEV 2014), auch der Wert der Immobilie steigt. Die Tatsache, dass im deutschen Bauboom viel Eigenkapital steckt, die Tilgungsraten steigen, lange Zinsbindungen bestehen und deutsche Wohnimmobilien immer noch sehr bei ausländischen Investoren begehrt sind, führt ebenfalls dazu, dass momentan keine Gefahr für eine Immobilienblase besteht!

 

Abgelegt unter Presse.


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