Internationale Weihnachtsbräuche – Teil 2

Internationale Weihnachtsbräuche – Teil 2Im zweiten und letzten Teil unserer Reihe, wollen wir einen Blick darauf werfen, wie ein und dasselbe biblische Ereignis in verschiedenen Nationen Europas und Mittelamerikas gefeiert wird. Einige dieser Nationen mögen zwar geografisch nicht weit voneinander entfernt sein und doch unterscheiden sich ihre Weihnachtsbräuche, deren Einzigartigkeit faszinierende Einblicke in Geschichte und Kultur dieser Länder gewährt.

Deutschland

Bereits vier Wochen vor dem Fest der Liebe versammeln sich deutsche Familien in der Küche, um gemeinsam Stollen, Lebkuchenhäuser und das sogenannte Christbaumgebäck, das später den Weihnachtsbaum zieren soll, zuzubereiten. Für die Kinder hierzulande gibt es sogar zweimal Geschenke: einmal am 6. Dezember, wenn der Nikolaus ihre Stiefel mit Nüssen, Orangen und Schokolade füllt, und ein zweites Mal am Abend des 24. Dezember, wenn das Christkind kommt und es Zeit für die große Bescherung ist. Diese Tradition lässt sich bis in die Reformationszeit zurückverfolgen, als Martin Luther das Christkind als Alternative zur Heiligenverehrung der katholischen Kirche populär machte.

Schweden

Hier beginnt die Vorweihnachtszeit am 13. Dezember mit dem Fest der Hl. Lucia, Schutzpatronin des Lichts. Der wichtigste Feiertag ist aber auch hier der 24. Dezember, an dem es das sogenannte Smörgåsbord gibt, ein kaltes Buffet mit schwedischen Spezialitäten wie Leberpastete, Roggenbrot und diversen Fischgerichten.

Holland

Das niederländische Pendant zum Weihnachtsmann nennt sich Sinterklaas und zieht jedes Jahr im November in Begleitung seines kontrovers diskutierten Gefährten Zwarte Pieten, zu Deutsch „der schwarze Peter“, durch Amsterdam. Glaubt man der Überlieferung, so verbringt er den Rest des Jahres in Spanien und kommt alljährlich per Boot nach Holland. Seine Ankunft wird mittlerweile sogar wie ein Großereignis landesweit im Fernsehen übertragen. Am Sinterklaas-Abend tauschen die Holländer Geschenke aus und vergnügen sich mit traditionellen Party-Spielen; währenddessen hoffen die Kinder darauf, dass sie am nächsten Morgen viele leckere Süßigkeiten in ihren Schuhen vorfinden. Am 26. Dezember, dem zweiten Weihnachtsfeiertag, gibt es zwar keine Geschenke, dafür findet jedoch am Abend ein großes Festessen statt.

Italien

Wer den italienischen Kindern die Geschenke bringt, ist reine Ansichtssache, denn hier stehen gleich mehrere Kandidaten zur Auswahl: Seit einiger Zeit erfreut sich Babbo Natale, also der Weihnachtsmann, großer Beliebtheit, doch schon sehr viel länger gibt es das Jesuskindlein, die heilige Lucia und eine freundliche Hexe namens La Befana. In diesem Teil der Welt stehen zur Weihnachtszeit drei Dinge im Mittelpunkt: la famiglia, l´amore e il cibo – Familie, Liebe und Essen – und so gipfeln die Feierlichkeiten am ersten Feiertag meist in einem ausgiebigen Mittagessen in großer Runde. Zum Dessert wird traditionell il pandoro serviert, was wörtlich übersetzt so viel wie „goldenes Brot“ heißt.

Spanien

Spanische Familien genießen am Weihnachtsabend ein köstliches Festessen, bevor sie gemeinsam die Christmesse besuchen, die hier als La Misa Del Gallo („Hahnenmesse“) bezeichnet wird. Diesen Namen trägt der Gottesdienst, da es heißt, in der Nacht Jesu Geburt habe ein Hahn gekräht. Wie in Mexiko wird auch in Spanien am 6. Januar der Besuch der Heiligen Drei Könige gefeiert, der Tag, an dem die meisten Kinder endlich ihre Geschenke bekommen. Zur Feier des Tages veranstalten viele Städte und Gemeinden ausgelassene Paraden mit prächtig geschmückten Festwägen und einer speziellen Kutsche für jeden der Könige.

Mexiko

Die Mexikaner stimmen sich bereits ab dem 12. Dezember, dem Feiertag der Jungfrau von Guadalupe, auf das Weihnachtsfest ein. Am 16. Dezember ist es dann an der Zeit für die ersten „Posadas“ – mexikanische Krippenspiele, die Maria und Josefs Herbergssuche nacherzählen und mit dem Einzug der Darsteller in das Gasthaus enden. Auch hierzulande bekommen die Kinder zweimal Geschenke:  Am Weihnachtsabend werden sie vom Jesuskindlein beschenkt und auch die Heiligen Drei Könige kommen am 6. Januar nicht mit leeren Händen.

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