Lebensraum Stadtquartier

Hamburgs Bevölkerung wächst und damit der Bedarf an Wohnraum. Doch über viele Jahre hinweg wurde wenig neu gebaut, was zu einem großen Wohnungsengpass geführt hat. Besonders knapp ist Wohnraum in den zentralen Lagen, wo frei bebaubare Flächen rar sind. Viele Baulücken wurden bereits geschlossen. Investoren und Kommunen reagieren nun auf die veränderte Marktlage und fördern zunehmend die Neubautätigkeit. So sollen laut Hamburger Senat jährlich 6.000 Wohnungen geschaffen werden.

Potenzial für neuen Wohnraum in zentraler Lage bieten stillgelegte Gewerbeflächen wie der ehemalige Güterbahnhof Barmbek, wo derzeit das Stadtpark-Quartier entsteht. Rund 850 neue Wohnungen mit ergänzenden Einzelhandels- und Gewerbeflächen sowie einer Kindertagesstätte werden Platz für urbanes Leben in unmittelbarer Nähe zum Stadtpark schaffen. Kompakte gemischte Quartiere bieten für Menschen in jeder Lebenslage das passende Wohnkonzept. Wichtig dabei ist neben einem ausdifferenzierten Wohnraumangebot die soziale Durchmischung der Quartiere. Durch die Veräußerung der einzelnen Baufelder an verschiedene Bauträger und Investoren wird diese gestalterische wie qualitative Vielfalt beim Stadtpark-Quartier gewährleistet. Neben Eigentumswohnungen entstehen auch Mietwohnungen als geförderter Mietwohnungsbau.

Die Schaffung neuer Wohnquartiere in Ballungszentren wie Hamburg bedeutet meist die Umnutzung bestehender Areale wie in der Hafencity oder auf dem Gelände der Bahn in Altona. Durch die Umwandlung entsteht nicht nur neuer Wohn- und Arbeitsraum. Innerstädtische Quartiere verbessern auch die Qualität vieler Lagen. Sie sind daher zu einem wichtigen Instrument der Stadtplanung geworden. In Zeiten des zunehmenden Bedarfs an Wohnraum  bilden sie die stadtplanerische Lösung für zentrumnahes Wohnen auf begrenztem Raum.
 

Christian Philipp Völkers, Geschäftsführer der Engel & Völkers Development GmbH

 

Veröffentlicht in „Die Welt“ am 26./27. April 2014

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