Schlösser im Kölner Umland: Interesse ausländischer Investoren steigt

Schlösser, Guts- und Herrenhäuser, Landsitze und Burgen rücken zunehmend in den Fokus von Immobilienkäufern. Die Region südwestlich von Köln zählt so viele historische Anwesen wie kaum ein anderer Landstrich in Europa. Südlich der Kölner Stadtrandgrenze liegt etwa die Villa „Cönders“. In der Nähe von Euskirchen befinden sich die historische Wasserburg „Veynau“ und die Burg „Kommern“. „Jede historische Immobilie hat ihren individuellen Charme und ist daher je nach Zustand und Lage sehr unterschiedlich zu bewerten“, sagt Christoph Freiherr Schenck zu Schweinsberg, Leiter des Engel & Völkers Geschäftsfeldes „Schlösser und Herrenhäuser“.

Villa Cönders (c)Engel&Völkers Burg Veynau (c)Engel&Völkers Burg Kommern (c)Tom Jansy_Engel&Völkers 

 

 

 

 

 

 

Ob als Liebhaberobjekt, Restaurant, Hotel oder zur Vermietung von Wohnungen – die Motive, eine historische Immobilie zu erwerben, sind ebenso wie die Interessenten sehr unterschiedlich. Bei privaten Käufern ist der Kauf einer solchen Immobilie meist sehr stark mit Emotionen verbunden. Mit einem Schloss oder einer Burg erwerben sie ein Stück Geschichte. Ganz andere Beweggründe haben Investoren und Projektentwickler, die ein historisches Anwesen für gewerbliche Zwecke nutzen wollen. Weil hochwertige Mietshäuser in den Ballungszentren knapp werden, investieren Kapitalanleger zunehmend auch in Schlösser, um sie in Wohneinheiten umzuwandeln. Noch kommt der Großteil der Käufer aus Deutschland, doch die Zahl ausländischer Käufer steigt stark an. „Wir verzeichnen vermehrt Anfragen aus den arabischen Ölstaaten, Russland und Asien, insbesondere aus China“, beobachtet Freiherr Schenck zu Schweinsberg.

Bis zu 20 Mio. Euro für ein Schloss

Der Wert von historischen Immobilien entwickelt sich sehr unterschiedlich. Das wichtigste Kriterium neben dem Erhaltungszustand ist wie bei allen Immobilien die Lage. Schlösser und Herrenhäuser, die in der Nähe einer Großstadt liegen, finden leichter einen Käufer als ländlich gelegene Objekte. Auch der Kaufpreis variiert in Abhängigkeit der verschiedenen Bewertungskriterien. Für Schlösser in sehr gutem Zustand werden Kaufpreise zwischen 6 und 20 Mio. Euro erzielt. Die Preise für sanierungsbedürftige Immobilien liegen häufig deutlich drunter. „Mitunter kann ein geschichtsträchtiges Herrenhaus günstiger sein als eine Eigentumswohnung in einer Großstadt“, sagt Freiherr Schenck zu Schweinsberg.

Attraktive Steuervorteile

Je nach Erhaltungszustand besteht bei Schlössern, Burgen und Herrenhäusern ein unterschiedlich starker Sanierungsaufwand. Auch historische Immobilien unterliegen den allgemeinen Bauvorschriften etwa bezüglich Wärmedämmung und Brandschutz – die Auflagen variieren jedoch je nach Bundesland. Eine kompetente Beratung ist beim Erwerb einer solchen Immobilie deshalb unerlässlich. Da viele historische Anwesen dem Denkmalschutz unterliegen, können Kapitalanleger wie Selbstnutzer bei den Sanierungskosten von der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeit aus der Denkmalschutzförderung profitieren.

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