Offene Fragen zum Bestellerprinzip!

Das Bestellerprinzip

Das Mietpreisnovellierungsgesetz mit dem Bestellerprinzip soll 2015 in Kraft treten! Sicherlich werden Vermieter künftig überlegen, die Vermarktung ihrer Immobilie selbst zu übernehmen um dadurch bis zu zwei Monatsmieten zu sparen. Aber dies birgt Risiken, denn die Vermietung beinhaltet nicht nur die Besichtigung, es sind wichtige juristische Feinheiten beim Mietvertrag zu berücksichtigen. Zudem wird unterschätzt, wie hoch der zeitliche Aufwand und die fachlich richtige Auswahl des Mieters ist. Schon heute sagen nach Umfragen von Immoscout 24 dass 70 % aller Eigentümer professionelle Unterstützung bei der Vermarktung  benötigen. Auch aus Sicht der Mieter wird die Qualität der Wohnungssuche sehr leiden. Bei Engel & Völkers ist es seit jeher Standard eine Suchkundendatei zu führen, so dass die Mietkunden immer als Erste über neue Angebote informiert werden. Bei Engel & Volkers gibt es ausschließlich Einzelbesichtigungstermine, hierfür wird sich ein Vermieter nicht die Zeit nehmen (können). Das Bestellerprinzip gilt jedoch ausschließlich für die Vermietung, beim Verkauf kommt es in Hamburg nicht zum tragen.

 

  1. 1.  Wann kommt das Bestellerprinzip? 
  2. Das Mietrechtsnovellierungsgesetz, welches Bestellerprinzip ebenso wie Mietpreisbremse regelt, befindet sich noch im parlamentarischen Verfahren. Noch ist unklar, wann dieses abgeschlossen ist.

 

  1. 2.  Was bedeutet das Bestellerprinzip?
  2. Vorweg: Das Bestellerprinzip gilt nur bei Vermietung.
  3. Wird eine Immobilie verkauft, gilt nach wie vor die Regelung: Der Käufer zahlt die Courtage.

Tritt das Bestellerprinzip so in Kraft, wie im Gesetzentwurf vorgesehen, muss derjenige den Immobilienmakler zahlen, der ihn auch beauftragt hat. Für einen Mieter würde das in Zukunft bedeuten: Nur wenn er den Makler explizit damit beauftragt hat, für ihn eine Wohnung zu suchen und er mietet diese Wohnung auch, zahlt er Provision. Umgekehrt gilt: Beauftragt der Vermieter den Makler, zahlt der Mieter keine Provision, sondern der Wohnungseigentümer. 

 

  1. 3.  Was könnte sich am Bestellerprinzip noch ändern?
  2. Der Fachausschuss des Bundesrats möchte, dass das Bestellerprinzip praxistauglicher gestaltet wird, es sollte marktwirtschaftlichen Prinzipien entsprechen. Noch sei das nicht der Fall, sagen Kritiker aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis. Der Wortlaut des Gesetzentwurfs regelt nämlich nicht die Konstellation, dass mehrere Mietinteressenten mit vergleichbaren Suchaufträgen an den Makler herantreten und diesen zur Suche beauftragen. Die Bundesregierung hatte bereits im November anklingen lassen, dass sie sich einer Prüfung dieser Konstellation nicht verschließe, solange „der gegenwärtigen Benachteiligung der Wohnungssuchenden effektiv begegnet werden kann“. Ob und wie die herrschende Praxis Wohnungssuchende langfristig benachteiligt, ist äußerst fraglich und von Fachleuten umstritten. Ein sprunghafter Anstieg der Mieten bei Neuvermietung, die Benachteiligung langfristiger Mieter sowie das Ignorieren gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge eines funktionierenden Marktsystems können in der Auswirkung Wohnungssuchende deutlich stärker benachteiligen. 

 

  1. 4.  Warum entscheiden sich Vermieter trotz Bestellerprinzips weiterhin für Makler?

Für private Eigentümer ist es nahezu unmöglich, den richtigen Marktpreis und den optimalen Mieter in angemessener Zeit für ihre Immobilie zu finden. Aufgaben, wie die marktgerechte Mietpreisfindung, die zielgruppenrelevante Bewerbung einer Immobilie, sowie die Auswahl geeigneter Mieter inklusive Bonitätsüberprüfung und Abwicklung der Vermietung bis zur Übergabe sind Dienstleistungen, die nur ein Immobilienprofi erfolgreich erfüllen kann. Nicht zu vergessen die Bewerberauswahl und das Management der eingehenden Interessentenanfragen, besonders wichtig in nachfragestarken Märkten. Weiterhin ist nach der Einführung des Bestellerprinzipes mit vielen Suchaufträgen von solventen Mietinteressenten zu rechnen, für diese Fälle ändert sich die finanzielle Situation für den Eigentümer nicht. Auch aus Sicht der Mieter wird die Qualität der Wohnungssuche sehr leiden. Bei Engel & Völkers ist es seit jeher Standard eine Suchkundendatei zu führen, so dass die Mietkunden immer als Erste über neue Angebote informiert werden. Bei Engel & Volkers gibt es ausschließlich Einzelbesichtigungstermine, hierfür wird sich ein Vermieter nicht die Zeit nehmen (können).

  

“Wie reagieren Vermieter, wenn das Bestellerprinzip kommt?”.

ImmobilienScout24 hat gemeinsam mit der Immobilien Zeitung eine Umfrage in der Branche, unter 490 gewerblichen Vermietern zum Thema, durchgeführt: 

 

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1.  Makler bieten wichtigen Service, auf den nicht verzichtet werden kann

2.  Makler haben bessere Kenntnisse des lokalen Vermietungsmarktes

3.  Fehlende Ressourcen, um Vermietungen selbst durchzuführen

4.  Bestände weit verstreut, Vermieter können nicht überall vor Ort sein

5.  Vermieter hat bereits vor Einführung des Bestellerprinzips die Vermietungskosten selbst getragen

6.  Vermieter kann höhere Kosten durch höhere Mietforderung gegenfinanzieren

7.  Vermieter will mit Maklern vor allem personelle Engpässe überbrücken 

 

Wir hoffen Ihnen auf diesem Wege einige offene Fragen beantwortet zu haben und stehen Ihnen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung.

 

(Quelle: ImmoScout, http://www.immobilienscout24.de/anbieten/gewerbliche-anbieter/lp/bestellerprinzip.html)

Abgelegt unter Allgemein.


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