Woher kommt das Chalet?

HPDer aus der französischsprachigen Schweiz stammende Begriff „Chalet“ bezeichnet einen aus Holz gefertigten Haustyp mit flachem Satteldach und weitem Dachüberstand. Dieser dient dazu, die Aussenwände vor Schnee und Feuchtigkeit zu schützen. Ursprünglich bezeichnete das Chalet ländliche Bauten, die sich in mittleren und hohen Lagen auf urbar gemachtem Land oder Weideland befanden.

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war der Holzbau in der Schweiz weit verbreitet, während sich global allmählich der Wandel der Technik, neue Materialien und die industrielle Fertigung verbreiteten. Während zuvor das Material und die materialgerechte Bauweise die Grundlage für die ortstypische Form der Schweizer Holzbauten prägten, wurde die Architektur je länger je mehr durch Architekten und Planer anstatt durch den Erfahrungswert des Zimmermanns geprägt.

Aus einer Zusammenfügung des überlieferten Wissens im Holzbau und der industriellen Fertigung entwickelte sich der Schweizer Holzbau. Das Ergebnis war eine Verschmelzung der traditionellen Bauelemente mit gestalterischen Elementen – sogenannten Ornamenten – welche den Architekten die Möglichkeit bot, auf die Wurzeln der eigenen Baukunst hinzuweisen. Die Kunst bestand darin, dass die gestalterischen Elemente direkt auf die Fassade appliziert wurden. Jedes Holz sollte neben der gestalterischen Funktion gleichzeitig eine Tragfunktion übernehmen.

Noch heute wird im Wallis die regionale Architektur vom Holzbau geprägt, wodurch entgegen der aktuellen Trends – Graubeton und Minimalismus – die Ortsbilder durch filigrane Holzbauwerke definiert sind und dadurch die verwurzelten Traditionen der Schweizer Kultur wiederspiegeln.

Mit dem aufblühenden Tourismus verbreitete sich das Chalet als Ferienhaustyp, weshalb die Begriffe heute synonym verwendet werden.

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