Angebotsmieten in Regensburg höher als in Düsseldorf

Widget_WGHDer Neubau von Wohnungen hält mit dem starken Bevölkerungszuwachs bereits seit Jahren nicht Schritt. Trotz der stadtweit hohen Bauaktivität steigt der Andrang nach Wohnraum weiter. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird immer größer. „Mit einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 10,21 EUR/m² rangierte Regensburg im ersten Quartal 2017 erstmals vor der rheinischen Metropole Düsseldorf“, berichtete Holger Schneeberger, Geschäftsführer bei Engel & Völkers Commercial Regensburg.

Mietniveau steigt weiter
Dieser Nachfrageüberhang hat laut dem aktuell erschienenen „Marktreport Wohn- und Geschäftshäuser Regensburg“ von Engel & Völkers Commercial unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung der Angebotsmieten. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entwickelten sich die Mieten für Bestandsobjekte am dynamischsten in der Innenstadt (+ 8,2 %) und im sich wandelnden Ostenviertel (+15,3%). Objekte mit den höchsten Neubaumieten werden neben der Innenstadt (12,61 EUR/m²) derzeit im Westenviertel mit durchschnittlich 12,34 EUR/m² angeboten.

Sicherer Investitionsstandort
Die enorme Nachfrage nach Wohnraum und die anhaltenden Niedrigzinsen bilden für Immobilieninvestoren attraktive Rahmenbedingungen. „Unter Anlegern gilt Regensburg als sicherer Standort“, hebt Schneeberger hervor. Lediglich das limitierte Angebot an Objekten drosselt die Entwicklung der Transaktionszahlen auf dem Markt für Wohn- und Geschäftshäuser. Im Jahr 2016 wurden in der Hauptstadt der Oberpfalz 26 Objekte mit einem Gesamtvolumen von 46 Mio. EUR gehandelt. Das durchschnittliche Objektvolumen stieg verglichen mit dem Vorjahr um knapp 7 % auf 1,78 Mio. EUR.

Faktoren auf Rekordniveau
Für Wohn- und Geschäftshäuser in den sehr guten Lagen der Stadt lassen sich aktuell Faktoren zwischen dem 24- und 29-Fachen der Jahresnettokaltmiete realisieren. „Der enorme Anstieg um den Faktor 3,5 resultiert aus der sich zuspitzenden Knappheit an Angeboten auf dem Markt für Anlageimmobilien“, erläutert der Marktexperte. Auch abseits der gefragtesten Lagen stiegen sowohl Rohertragsfaktoren wie auch Quadratmeterpreise auf Rekordniveau. Der Einstiegspreis für ein Wohn- und Geschäftshaus in einfacher Lage wuchs von 1.450 EUR/m² in 2016 auf aktuell 1.600 EUR/m². Eine Stabilisierung der Preise ist aufgrund der zahlreichen anstehenden Fertigstellungen besonders in den besseren Lagen der Stadt auf kurze Sicht zu erwarten.

Hohe Bauaktivität
Aufgrund der allgemeinen Wachstumstendenzen und dem damit verbundenen Bevölkerungsanstieg in Regensburg wurde in jüngerer Vergangenheit seitens der Stadt beschlossen, große Flächen an Bauland auszuweisen. Verglichen mit anderen C-Städten sind die Fertigstellungszahlen der vergangenen Jahre (ca. 1.500 Wohnungen pro Jahr) deutlich erhöht. Auf ehemaligen Bahn-, Industrie- und Kasernenarealen wird über die gesamte Stadt verteilt neuer Wohnraum geschaffen. Neben zahlreichen Projektierungen in den zentralen Regensburger Lagen wie dem Candis-Areal oder dem Marina-Quartier nimmt auch die Entwicklung im Bereich nördlich der Donau Fahrt auf. Auf einem 30 Hektar großen Areal in Brandlberg-Keilberg soll bis 2020 unter dem Namen „Leben. In den Obstgärten“ ein neues Stadtquartier für bis zu 1.000 Bewohner entstehen. Die geplante dezentrale Wärmeversorgung durch ein Blockheizkraftwerk gilt als bayernweites Leuchtturmprojekt.

Stärkeres Transaktionsgeschehen 2017
Die sozioökonomischen Fundamentaldaten und die gute Vermietbarkeit von Wohnraum sorgen in Regensburg für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Anlageimmobilien. Durch die forcierten Baufertigstellungszahlen und den dadurch verbundenen Anstieg des Angebots werden die Transaktionszahlen im Gesamtjahr 2017 voraussichtlich höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Engel & Völkers Commercial rechnet mit einer Transaktionsanzahl zwischen 30 und 38 bei einem Umsatzvolumen von 54 bis 68 Mio. EUR.

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