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  • 22.05.2026

Umfrage: Bestandshalter planen 2026/27 weitere Investitionen

Eigentümer von Wohn- und Geschäftshäusern in Deutschland bleiben trotz geopolitischer Herausforderungen aktiv

Luftaufnahme einer Stadtlandschaft mit dicht gedrängten Gebäuden, von Bäumen gesäumten Straßen und einem markanten Turm im Hintergrund unter einem teilweise bewölkten Himmel

Inhaltsverzeichnis

  1. Investmentstrategien: Value-Add dominiert

  2. Erwartungen: Preise und Zinsen stabil

  3. Zukunftspläne: Zukaufen, aufwerten, umschichten

  4. Regulierung und Zinsen als Herausforderungen

  5. Über diese Umfrage

Wer glaubt, der deutsche Markt für Wohn- und Geschäftshäuser (WGH) verharrt angesichts der geopolitischen Herausforderungen, der irrt. Eine aktuelle Befragung von Engel & Völkers Research unter 209 WGH-Eigentümern aus ganz Deutschland zeigt: Mehr als 70 Prozent der Befragten planen in den nächsten zwölf bis 24 Monaten konkrete Investitionsschritte – sei es durch Kauf oder Verkauf, die Aufwertung bestehender Objekte oder gezielte Portfolioumschichtungen. Der Markt ist in Bewegung.

Investmentstrategien: Value-Add dominiert

Aktuell ist mehr als die Hälfte der Befragten am WGH-Markt aktiv: 17,9 Prozent investieren uneingeschränkt, weitere 36,7 Prozent sind zwar mit angepasstem Tempo, aber dennoch im Markt tätig. Zusammen ergibt das über 54 Prozent, die aktuell Transaktionen durchführen oder zumindest konkret vorbereiten. Wer derzeit noch abwartet, tut dies eher aus taktischen Überlegungen statt mangelndem Interesse.

Investierende setzen überwiegend auf eine Value-Add-Strategie: Gut die Hälfte der aktiven Investierenden (51,4 %) nannte diesen Ansatz, bei dem Anlageimmobilien durch gezielte Aufwertung an Wert gewinnen sollen. Dahinter folgen mit je rund 39,4 bzw. 38,5 Prozent Core- und Core+-Strategien, also Investitionen in stabile, gut vermietete Bestände mit moderatem Risikoprofil. Projektentwicklung und opportunistische Ansätze spielen derzeit mit 22,9 bzw. 18,3 Prozent eine geringere Rolle. (Mehrfachantworten waren möglich.)

Erwartungen: Preise und Zinsen stabil

Die Einschätzungen der Befragten zur weiteren Entwicklung der Kaufpreise sind mehrheitlich moderat positiv: Rund 33,5 Prozent erwarten im Jahresverlauf 2026 leicht steigende Preise für Wohn- und Geschäftshäuser, während knapp 23,3 Prozent sogar mit leicht sinkenden Preisen rechnen. Mit 32,4 Prozent erwartet etwa ein Drittel gleichbleibende Preise.

Bei der Frage nach den Erwartungen zum Zinsniveau überwiegt ebenfalls Realismus: Fast zwei Drittel der Befragten (65,9 Prozent) rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit einem nur leicht steigenden Zinsniveau. Lediglich 6,9 Prozent rechnen mit stark steigenden Zinsen, während rund 26,6 Prozent sogar sinkenden Zinsen für möglich halten.

Zukunftspläne: Zukaufen, aufwerten, umschichten

Für die Zukunft steht bei den Eigentümern das Aufwerten und Weiterentwickeln ihres Bestands ganz oben auf der Agenda. 46 Prozent der Befragten nannten dies als wichtigstes Vorhaben. 45 Prozent planen weitere Immobilienkäufe. Damit stehen aktive Investitionsstrategien im Vordergrund. Nur rund 29 Prozent der Investierenden wollen zunächst abwarten. ESG-Sanierungen stehen in den nächsten zwei Jahren für 16 Prozent auf der Agenda.

Regulierung und Zinsen als Herausforderungen

Als größte Unsicherheitsfaktoren für den Markt nennen die Befragten vor allem mietrechtliche Eingriffe, gefolgt von Finanzierungskosten und -bedingungen sowie Regulatorik und politischen Rahmenbedingungen wie Steuern und Planungsrecht. Geopolitische Konflikte spielen ebenfalls eine Rolle. Wenn es um mögliche Gamechanger geht, sind die Wünsche klar: Deregulierung und weniger staatliche Eingriffe sowie sinkende Zinsen werden mit Abstand am häufigsten genannt.

Über diese Umfrage

Die WGH-Endkundenbefragung 2026 von Engel & Völkers Research wurde zwischen 23. März und 17. April 2026 durchgeführt. An der anonymisierten Online-Befragung nahmen 209 WGH-Eigentümer aus Deutschland teil. Den größten Anteil (66 %) unter den Befragten stellten private Eigentümer, gefolgt von semi-professionellen Investierenden und Family Offices. Regional waren Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen am stärksten vertreten.

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