Engel & Völkers Lizenzpartner Wien > Blog > “Lage Lage Lage” auch relevant für die Entscheidung zum Wohnen im Hochhaus?

“Lage Lage Lage” auch relevant für die Entscheidung zum Wohnen im Hochhaus?

Einer der wesentlichen Treiber für das Wohnen im Hochhaus ist der stetige Zuzug aus den ländlichen Regionen in die Stadt. Diese Entwicklung hat sich zu einem Trend entwickelt der vielfältige Gründe hat. Die lokale Ökonomie hat sich die letzten Jahrzehnte von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft gewandelt. Diese Dienstleistungsindustrie sucht sich meist die Metropolregionen als bevorzugten Standort aus, da hier das Angebot an passenden Fachkräften am größten ist. Auf der anderen Seite scheuen die Menschen zunehmend lange Anfahrtswege zur Arbeit und bevorzugen das Wohnen nah am Arbeitsort. Die Verquickung beider Trends erhöht den Wohndruck in den Metropolen seit Jahren stetig. Mit dem steigenden Wohndruck nehmen die Entwicklungspotentiale der Städte ab. Aktuell liegen in Metropolen die Entwicklungspotentiale pro Einwohner bei teils unter 10 m², wohingegen ländliche Regionen mit über 25 m² deutlich größere Potentiale aufzeigen. Dies bedeutet, dass auf wenig Grundfläche viel Wohnraum geschaffen werden muss und somit eine weitere Verdichtung unumgänglich ist.  Dafür bieten sich Hochhäuser als Alternative mit wenig Flächenverbrauch und viel Wohnfläche geradezu an.  Dennoch hat auch ein Hochhaus einen gewissen Flächenbedarf der in verdichteten Metropolen  erst einmal durch das passende Grundstück gedeckt werden muss. In von Altbauten geprägten Metropolen wird dieser Altbaubestand durch klare Auflagen geschützt welche eine Hochhausentwicklung meist unmöglich machen. Diese Aspekte stellen Stadtentwickler und Bauträger vor große Herausforderungen. In der Studie von Engel & Völkers Wien haben fast 80% der Befragten angegeben, dass die Lage des Hochhauses ein entscheidender Faktor für ihre Wohnortwahl ist. Dies ist nicht verwunderlich, da die Bedeutung der Lage bei der Entscheidung für ein Einfamilienhaus oder Apartment ähnlich hoch ist. 

 Wien
- Wäre die Lage des Hochhauses für Sie entscheidend.png

Bei der Frage nach der konkreten Lage haben die Befragten ebenfalls eine klare Priorität. Würden sie sich für das Wohnen im Hochhaus entscheiden, dann würden ca. 55% eine Lage in den Innenbezirken 1-9 bevorzugen. Allerdings sprechen sich auch 28% für eine Lage in den Außenbezirken 10-19 und 17% für eine Lage in den Bezirken 21, 22 und 23 aus. Dass die Lagen in den Innenbezirken eine größere Anziehung haben ist auf das bereits zu Beginn erwähnte Phänomen der priorisierten Kombination aus leben in der Nähe der Arbeitsstätte aber auch von Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten zurückzuführen. Diese haben in den Innenbezirken eine deutlich größere Dichte. Die Studie belegt, dass das Hochhaus auch in den anderen Bezirken seine Daseinsberechtigung hat. Es ist vielfach zu beobachten, dass wachsende oder neu entstehende Bezirkslagen gerade durch Hochhäuser an Attraktivität gewinnen und diese häufig als “First Mover” Anziehungspunkte darstellen. Mit ihrem Mix aus Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten unter einem Dach bieten Hochhäuser eine attraktive Wohnlage.

 Wien
- Welchen Bezirk würden Sie bevorzugen.png

Die COVID-19 Pandemie hat diesen Trend zwar nicht gebrochen aber die Bedürfnisse der Menschen verändert. Während vor der Pandemie der Weg zur Arbeit und das Leben nah an attraktiven Orten wie Kultur- oder Einkaufseinrichtungen wichtig war, so verlagert sich der Bedürfnisschwerpunkt nun zusehends und gezwungenermaßen auf die eigenen vier Wände. Damit wächst der Bedarf an Platz und Freiflächen. Beides ist in den verdichteten Innenstädten und erst recht in Hochhäusern nur schwer zu finden. Somit wächst die Nachfrage nach Objekten in den Vororten und auf dem Land. Einige sprechen bereits von der “Renaissance der Vororte”. Wer nun aber glaubt, dass dadurch die Attraktivität der Metropolen abnimmt, der täuscht. Der Trend zur “Stadtflucht” ist bei gewissen Gruppen wie den Familien besonders ausgeprägt und bei anderen Gruppen wie zum Beispiel jungen Menschen oder Singles weniger. Die Metropole wird attraktiv bleiben und durch weiteren Zuzug neuen Wohnraum benötigen. In diesem Zusammenhang wird das Hochhaus als Wohnalternative in Wien auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen und an Profil gewinnen. Das Hochhaus, gepaart mit einer integrierten Stadtentwicklung und ganzheitlichen Konzepten die Wohnraumnachfrage, Flächenerschließung, den Verkehr, die Umwelt oder auch soziale Belangen einbeziehen, kann eine  Wohnalternative der Zukunft darstellen, um zukunftsfähige und lebenswerte Räume in der Metropole zu schaffen. “Lage, Lage, Lage” ist also auch für das Hochhaus ein entscheidendes Kriterium. Infrastrukturparameter und künftige urbane Lebenskonzepte dürfen dabei aber nicht außer acht gelassen werden.


Neben den äußeren Einflussfaktoren spielen die konkrete Ausgestaltung des Wohntowers eine wichtige Rolle. Daher befasst sich der nächste Teil der Studie zum “Wohnen im Hochhaus als alternative Wohnform” mit den Ausstattungsmerkmalen und der Frage, ob eine gemischte Nutzung mit gewerblichen Einheiten von Vorteil sein kann. 


​Zu den vergangenen Kapiteln:

Teil 1: Wohnen im Hochhaus als alternative Wohnform in der Metropole Wien

Kontaktieren Sie uns jetzt
Engel & Völkers
Lizenzpartner Wien
  • Opernring 5, 5. Stock
    1010 Wien
    Österreich
  • Fax: +43 1 961 7000

Mo - Do von 9.00 bis 17.30 h

Fr von 9.00 bis 14.00 h

Sa / So nach Vereinbarung

Wir kennen den Marktwert Ihrer Immobilie

Wissen Sie, was Ihre Immobilie aktuell wert ist? Ganz gleich, ob Sie sich zunächst nur über ihren derzeitigen Marktwert informieren möchten oder ob Sie Ihre Immobilie zu den bestmöglichen Bedingungen verkaufen wollen: Unsere erfahrenen Vermarktungsexperten stehen Ihnen gerne für eine kostenfreie und unverbindliche Wertermittlung zur Seite.

Folgen Sie uns auf Social Media