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- von Doya Karolini
Die Architektur des Lichts
Die international preisgekrönte Lichtdesignerin Eleftheria Decaux enthüllt die Macht des Lichts als einen Akt der Architektur und der Sensibilität und verwandelt Denkmäler in lebendige Erzählungen.

Ihre Lieblingsfarbe ist der Regenbogen von Rand zu Rand. Ihr Lieblingsmaterial, Licht und Dunkelheit. Sie plant nicht, sie beleuchtet. Sie wird nicht aufgezwungen, sie hört zu.
Eleftheria Decaux, eine Pionierin der Lichtkunst, verwandelt jedes Werk in einen Dialog zwischen Schatten und Existenz. Vom Parthenon und dem Epidaurus bis hin zu internationalen Beleuchtungspreisen (darunter der Große Preis der LIT Lighting Design Awards, der Darc Award Architectural, der Lighting Design Award of London und der German Design Award) und großen Projekten im Ausland hat der griechische Schöpfer Licht zu einer Sprache des Ausdrucks, der Identität und der inneren Präzision gemacht.

Sie studierte Theaterbeleuchtung, konnte aber weit mehr als nur Theaterszenen beleuchten. Das preisgekrönte Büro Edeko mit Sitz in Athen entwirft Projekte, die ein Gleichgewicht zwischen Kunst und Architektur herstellen, und verfolgt dabei einen einzigartigen ethischen Ansatz.
Das Wahrzeichen ihres Verlaufs war zweifellos die Beleuchtung der Akropolis: eine "Reise", wie sie sagt, die sie verändert hat. "Es hat mich gelehrt, erst zuzuhören, bevor ich spreche", erklärt er. "Auf das Denkmal hören und seine Bedürfnisse über meine Wünsche stellen".
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht immer die Begegnung. "Die Denkmäler leiten uns. Wir müssen nur auf das Geflüster hören", sagt er. Und sie hat es geschafft, es selbst zu tun: von ihren leuchtenden Schriften in Epidaurus bis zu ihren visuellen Interventionen in zeitgenössischen Kulturzentren. Hinter der ästhetischen Präzision verbergen sich ein theatralischer Blick, eine abstrakte Sensibilität und vor allem ein ausgeprägter Sinn für Proportionen. Licht ist für sie kein Werkzeug. Es ist Material. Und oft unterhalten sie sich mit der Dunkelheit, die ihr am liebsten ist.

Es ist von Griechenland inspiriert, nicht als touristische Landschaft, sondern als Gefühl. "Das Licht hier ist nicht nur ein natürliches Phänomen. Sie ist in die DNA der Menschen eingedrungen, sie beeinflusst die Art und Weise, wie wir denken, leben und schaffen", sagt er. Sie wählt nicht zwischen Sonne und Mond. Sie ist von der zarten Kraft des Neumondes ebenso bewegt wie von der Spiegelung des Vollmondes im Meer. Jeder Sonnenaufgang, jede Abenddämmerung ist für sie eine Quelle der Inspiration für die Schöpfung.
Ihre griechische Identität wird in ihrem Werk nicht übersetzt, es ist ihr Werk. Man sieht es an ihrer Strenge, ihrer Sensibilität, ihrer Wahrheit - den Worten, die sie wählen würde, um sich selbst zu beschreiben. Der Erfolg definiert sie nicht. "Die Preise haben nichts daran geändert, wie ich mich inspirieren lasse und schaffe. Sie bestätigen nur, dass wir einen klaren Designpfad verfolgen, der uns gefällt."

Sie ist eine Frau, die nie aufhört zu träumen - unter anderem von der Zusammenarbeit mit James Turrell, Olafur Eliasson oder Daan Roosegaarde, während sie sich wünscht, sie hätte eine Martha-Graham-Aufführung, ein Pink-Floyd-Konzert oder die Pyramiden in Ägypten beleuchtet. Wer Jazz, Blues, klassische Musik und ethnische Kunstmusik liebt. Aber sie hört keine Musik während der Arbeit, denn das ist für sie ein heiliger Akt, wie das Lesen eines Buches. Sie bewundert die Architektur, insbesondere die Werke von Antoni Gaudi, Tadao Ando, Carlo Scarpa, Frank Gehry, Zaha Hadid, Amanda Levete - ebenso wie die Musik von Johann Sebastian Bach.
Sie will das Licht nicht "nutzbar" machen, sondern sich von ihm leiten lassen. "Aber warum sollte jemand das Licht nutzen wollen? Was gibt es Schöneres, als sich von ihm einweihen zu lassen, uns zu erleuchten." Sie braucht ihre Unterschrift unter den Meisterwerken der Welt nicht, um sich vollständig zu fühlen. Solange sie weiterhin beleuchtet, interagiert und zuhört.
"Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter", fügt sie mit einem Lächeln hinzu. Vielleicht, weil am Ende das übrig bleibt, was strahlt.
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