• 7 min. Lesezeit
  • von Ντόγια Καρολίνη

The Quiet Warrior

Erietta Kourkoulou Latsi balanciert zwischen der stillen Kraft der Verantwortung und Konsequenz als Lebenshaltung.

Γυναίκα με μαύρο κομψό παλτό ποζάρει δίπλα σε ξύλινη σκάλα σε μινιμαλιστικό θαλάσσιο σκηνικό.
Foto von: Kosmas Koumianos

Sie spricht nicht in Begriffen von Konflikt. Sie hebt nicht die Stimme. Sie verspürt nicht das Bedürfnis, jemanden zu überzeugen. Erietta Kourkoulou Latsi gehört zu jener seltenen Kategorie von Menschen, die Stellung beziehen, ohne ihre Haltung zur Inszenierung zu machen.

Ihre Lebenshaltung ist kein Produkt von Reaktion, sondern das Ergebnis von Reflexion. Und das zeigt sich in jedem ihrer Worte.

Γυναίκα με μαύρο παλτό στέκεται σε ξύλινη σκάλα μέσα στη θάλασσα, σε μινιμαλιστικό θαλάσσιο τοπίο.
Foto von: Kosmas Koumianos

Die kleinen täglichen Rituale

Das Gespräch beginnt ruhig. Mit Morgenroutinen, mit kleinen täglichen Ritualen. Mit dem morgendlichen Lauf, mit dem geliebten Koulouri danach, mit jenem Moment, in dem alles - zumindest für einen Augenblick - an seinem Platz zu sein scheint. Sie ist eindeutig ein Morgenmensch. „Der Morgen gibt dir neue Möglichkeiten“, sagt sie. „Alles, was den vorherigen Tag verdunkelt hat, ist verschwunden.“ Sie bezeichnet sich auch als Wintermensch, obwohl sie zugibt, dass ihr Mann sie nach und nach dazu gebracht hat, das Meer und den Sommer zu lieben.

Ασπρόμαυρο κοντινό πορτρέτο γυναίκας με κοσμήματα και πλεκτό ζιβάγκο που καλύπτει το στόμα.
Foto von: Kosmas Koumianos

Akzeptanz als Blick auf die Welt

Das Wort, das sie in dieser Zeit am meisten beschreibt, ist Akzeptanz. Nicht als Resignation, sondern als klarer Blick auf die Dinge, so wie sie sind. Schließlich: Wenn man sie nicht akzeptiert, wie könnte man sie dann verändern?

Die Kunst versucht es immer - und mit der Zeit gelingt es ihr. Sie berührt sie. Besonders die Literatur. Nicht als Flucht, sondern als Weg zum Verständnis. Kürzlich hat sie „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens gelesen und gibt zu, dass sie sowohl der Charakter von Kya als auch die Wucht der Natur und der Konflikt zwischen Gesellschaft und Individualität tief bewegt haben. Nicht zufällig kehrt sie oft zum aktivistischen Werk von Banksy zurück, vor allem wegen der Art, wie seine Kunst mit der Gesellschaft spricht, ohne um Erlaubnis zu bitten. Ich bin sicher, ihre Lieblingsfarbe ist Weiß oder Schwarz - aber ich liege falsch, lacht sie. Sie bevorzugt jene Farbe, die Menschen gern „fauler Apfel“ nennen, fast rosa, aber nicht ganz. Ein Farbton ohne klare Kontur, so wie auch ihre Art, einfache Definitionen zu vermeiden.

Γυναίκα με κομψό μαύρο παλτό περπατά πάνω σε ξύλινη σκάλα μέσα στη θάλασσα με φόντο τον ορίζοντα.
Foto von: Kosmas Koumianos

Die Beziehung zu Tieren und zur Umwelt

Diese Spontaneität und Klarheit durchziehen die Art, wie sie über die Welt spricht. Über Tiere, über die Umwelt, über unsere Beziehung zur Natur. Sie nutzt den öffentlichen Diskurs nicht, um ein Profil aufzubauen. Sie nutzt ihn, weil sie an Taten glaubt und an die Verantwortung, die mit einer Stimme einhergeht. „Es braucht tiefere und wichtigere Stimmen“, sagt sie. „Nicht, weil Leichtigkeit keinen Platz hätte, sondern weil eine ernsthafte Positionierung fehlt.“

Für sie sind Tierschutz und Ökologie keine abstrakten Begriffe. Es sind Fragen von Bildung und Respekt. „Wenn wir nicht gelernt haben zu lieben“, sagt sie, „dann weder Tiere noch unsere Mitmenschen. Denn Liebe verlangt Respekt – und genau daran fehlt es unserer Gesellschaft.“ Sie glaubt nicht, dass Menschen nicht lieben. Sie glaubt, dass sie egoistisch lieben, auf eine Weise, die ihnen selbst dient und nicht dem Empfänger dieser Liebe.

Ασπρόμαυρο πορτρέτο γυναίκας με βλέμμα στραμμένο στο βάθος.
Foto von: Kosmas Koumianos

Von der Theorie zur Praxis

Diese Haltung bleibt nicht Theorie. Sie wird zu Handlung. Durch Initiativen wie Kind Things, Save a Greek Stray und A Promise To Animals erhält die Fürsorge für Tiere Struktur und echten Einfluss. Eine Arbeit, die sich nicht in der Aktualität erschöpft, sondern mit Dauer, Methode und klarer Ausrichtung aufgebaut wird. Nicht als Wohltätigkeit für die Fassade, sondern als systematische Verpflichtung: dort, wo Sensibilität auf Organisation trifft und Absicht zu Konsequenz wird.

Auch ihre Haltung zum Veganismus gehört genau in diesen Rahmen. Nicht als Ernährungstrend, sondern als ethische Entscheidung. Als tägliche Wahl mit realen Folgen.

„Was wir essen, ist eine Entscheidung, die wir dreimal am Tag treffen“, sagt sie. „Und diese Entscheidung beeinflusst unser Leben, die Tiere und den Planeten.“ Sie spricht nicht in Verboten, sondern in Bewusstsein. Sie verlangt keine Anpassung. Sie fordert ein Verständnis für die Kette, die unsere Handlungen mit ihren Folgen verbindet.

Woman in a gray coat stands by a body of water, looking over her shoulder with flowing hair, against a serene, blurred background.
Foto von: Kosmas Koumianos

Mutterschaft und Verantwortung

In ihrem Alltag sind die Momente, in denen alles am richtigen Platz scheint, einfach. Wochenenden zu Hause mit ihren Kindern. Spaziergänge, Spielplatz, gemeinsam kochen. Nicht als Bestätigung von Einfachheit, sondern als Erinnerung daran, dass das Wesentliche oft genügt.

Als Mutter bekommt Verantwortung für sie ein anderes Gewicht. Es geht nicht nur um die Gegenwart, sondern um die Welt, in der ihre Kinder leben werden. „Man sieht über sich selbst hinaus“, sagt sie. „Man denkt an die Zukunft.“ Und vor allem erkennt man, dass Kinder nicht aus dem lernen, was man sagt, sondern aus dem, was man tut. „Selbst wenn wir etwas nicht in Worte fassen, lesen sie uns wie ein offenes Buch.“

Ασπρόμαυρο πορτρέτο γυναίκας που χαμογελά κρατώντας το ζιβάγκο της, με εμφανή κοσμήματα.
Foto von: Kosmas Koumianos

Die Kraft der Konsequenz

Stärke, so wie sie sie heute versteht, hat nichts mit Starrheit zu tun. Sie hat mit Verletzlichkeit zu tun. Damit, weiterzumachen, obwohl man Angst hat. Aber auch damit, anzuhalten, wenn es nötig ist. „Dinge zu tun, die einem Angst machen, und trotzdem weiterzugehen - das ist Stärke“, sagt sie. Stärke bedeutet auch, das eigene Glück einzufordern, selbst wenn es nicht zu gesellschaftlichen Erfolgsbildern passt.

Sie leugnet die Schwierigkeit nicht. Sie weiß, dass öffentliche Worte Verantwortung tragen und Kritik ausgesetzt sind. Sie verklärt die Realität nicht. Sie gibt zu, dass alle - selbst die Sensibelsten - täglich an Systemen teilnehmen, die den Planeten belasten. „Wenn wir das nicht zuerst akzeptieren, können wir nichts verändern“, sagt sie. Doch Ehrlichkeit gewinnt für sie auf lange Sicht. Auch wenn sie kurzfristig einen Preis hat.

Wenn sie über die Zukunft spricht, stellt sie sich keine sterile Welt vor. Sie stellt sich eine Welt des Respekts vor. „Wir müssen nicht übereinstimmen, um uns zu respektieren“, sagt sie. Und genau diese Unterscheidung bildet den Kern ihrer Philosophie: eine Welt, in der Menschen, Tiere und Natur nicht als Konkurrenten gesehen werden, sondern als Teil desselben zusammenhängenden und voneinander abhängigen Gefüges.

Am Ende ist das Letzte, was Erietta Kourkoulou Latsi interessiert, ein Symbol zu werden. Ihr geht es darum, konsequent zu bleiben. Und in einer Zeit des ständigen Lärms ist genau diese Entscheidung eine Form des Widerstands. Nicht laut. Aber wesentlich.

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