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- von Doya Karolini
Von Skopelos nach Stockholm
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Die Architektin und bildende Künstlerin Myrsini Alexandridi bewegt sich zwischen Kunst und Architektur, zwischen Licht und Geometrie, und übersetzt die griechische Landschaft in Form, Material und Erzählung.

Myrsini Alexandridis gehört zu den Schöpfern, die einen inneren Code in sich tragen - tief griechisch, aber nie offensichtlich. Sie lebt und arbeitet in Stockholm, wobei ihr Blick ständig auf zwei Welten gerichtet ist: den Norden der Geometrie und des Klangs der Stille und denSüden der Erinnerung, der Materie, des Lichts.
Mit einem Hintergrund in Architektur und Malerei übersetzt er die Sinne in Materialität, schafft Kompositionen, die eine Geschichte erzählen, und bewegt sich konsequent zwischen Design, Bild und Kontemplation.

Sie ist nicht an der Oberfläche interessiert. Sie sucht das Wesentliche, das Durchlässige, das Unwahrnehmbare. Der Blauton dominiert ihr Werk, nicht als Farbe, sondern als Stimmung: transparent und kontemplativ, wie ein Meer, das atmet. Fleißig, kreativ, mit einer griechischen Seele, die man an den Formen, den Paletten und den Pausen erkennt.
Sie benutzt das Griechentum nicht als dekoratives Motiv, es ist für sie eine Art des Seins. Zeitlos, abstrakt, erfahrungsorientiert. Sie ist diejenige, die nicht schreit, sondern Raum lässt. Formen, die von Kykladenfiguren inspiriert sind, Bilder von Höfen, Bögen und Treppen, Farben wie das Ziegelrot von gebranntem Ton oder das fahle Sommerlicht bilden eine persönliche Innenlandschaft.

Ihre Werke sprechen leise. Sie folgen keinen Trends, sondern kehren zur Wahrheit zurück, zum Licht des griechischen Sommers, zu den Erfahrungen des Lebens auf Skopelos. Dort wurde ihr Bedürfnis, etwas zu schaffen, geboren. Durch Einsamkeit, Malen, Stunden der Stille. "Die Schöpfung ist für mich nie losgelöst vom Ort oder der Erinnerung. Es ist eine Begegnung zwischen dem Sichtbaren und dem Erlebten", sagt er. Skopelos ist ihre Wurzel, ihr Zufluchtsort. Im Gegenteil, bietet Stockholm ihr Disziplin, Organisation, Ruhe - es ist ihre Basis, wo sie sich konzentriert, das Unnötige weglässt und schafft.
Sie ist inspiriert von Menschen, die experimentieren, die sich mit Humor und Tiefgang zwischen Spiel und Gedanken bewegen: Jaime Hayon, Tekla Evelina Severin, Objekte von gemeinsamem Interesse, Point Supreme. Sie würde gerne eines Tages mit MOLD Architects oder Studiopepe zusammenarbeiten, denn Design ist für sie ein Weg des Dialogs.
Zu ihren Einflüssen gehören die Künstler der 1930er Jahre - Tsarouchis, Moralis, Nikolaou -, die das Griechische mit der Abstraktion, das Kollektive mit dem Persönlichen verbanden, mit Werken, die Tiefe haben, ohne zu schreien.

Sie liebt Ton, ein lebendiges, unvollkommenes Material, das die Erinnerung an den Schöpfer in sich trägt. Sie liebt Fliesen, kleine Einheiten, die durch rhythmische Wiederholung Charakter bekommen und zu einer Erzählung werden. "Die Fliese, diese Einheit, die das Ganze fragmentiert, ist für mich das Mittel, um Kunst und Architektur zu verbinden", sagt er. "Ein Material, das in der Architektur weit verbreitet ist, wird durch meine Malerei in ein Kunstwerk verwandelt.
In ihrer Arbeitsweise ist alles mit Erfahrung, Geschichte und Erzählung verbunden. Auch Musik ist ein Werkzeug und ein Begleiter - sie hört Podcasts und zeitgenössische griechische Musiker mit einer erzählerischen Qualität, die zwischen Poesie und Klanglandschaft liegt.

Sie kann sich nicht an einen Punkt erinnern, an dem "die Kunst" begann. Es war immer da, von ihrer Kindheit an, von ihrer Mutter, die mit Natürlichkeit malte. Die Wahl der Architektur war intuitiv, und im Laufe der Jahre der Schule fanden Malerei, Beobachtung und Aufzeichnung Raum zur Entfaltung.
Alles ist miteinander verbunden: Kindheitserinnerungen, Materialität, Stille, Ort. Der Satz, der sie in der Nähe hält, stammt von Aris Konstantinidis: "Das Leben in Griechenland ist im Freien". Nicht als romantisches Bild, sondern als Weltanschauung, denn alles, was Myrsini schafft, bewegt sich zwischen Außen und Innen. Sie sagt, dass die Bilder der Landschaft - die Steinmauern, die Olivenbäume, das Licht, das durch die Blätter dringt - in ihren Werken präsent sind, ohne sie einzuladen. "Es ist einfach da."

Die Werke von Myrsini Alexandridis balancieren zwischen dem Persönlichen und dem Kollektiven, der Geometrie und dem Erzählerischen. Sie werden nicht aufgedrängt, sondern leise und sanft in die Erinnerung eingeschrieben. Sie entscheiden sich nicht für Intensität, sondern für Wirkung und erinnern uns daran, dass die wesentlichste Ästhetik diejenige ist, die eine Spur hinterlässt. Es beeindruckt nicht, aber es unterhält.
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