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Zu Besuch im BARBER HOUSE

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„Das Barber House ist ein traditionelles Refugium für den modernen Gentleman mit klassischem Handwerk und persönlichem Service.“

Was ist ein Barbier"?

Ein Barbier ist für mich ein Herrenfriseur, der die alte Schule des Rasierens beherrscht. Im Moment deklarieren sich viele als Barbier, wegen des Styles, der Tatoos und Sonstigem. Doch die meisten, die sich so nennen, können gar nicht rasieren. Sie können nur Haare schneiden. Ein Barbier kann Haare schneiden und rasieren. Er ist der spezialisierte Herrenfriseur.

Du nennst deinen Shop ein „Traditionelles Refugium“. Ist es dir wichtig, dass sich diese Tradition optisch auch widerspiegelt?

Mir ist vor allem wichtig, dass der Kunde sich wohl fühlt. Und der Kunde, respektive der Mann, fühlt sich wohl in warmen Tönen, vereint mit viel Holz und viel Naturmaterialien, wie Marmor und Leder. Und er fühlt sich auch in diesem industriellen Loft-Charakter wohl. Der ist besonders stark in dieser Filiale vertreten und bringt so auch diesen modernen Charakter rein. Auch wenn wir viele Elemente aus der Gründerzeit haben, sind wir nicht nur Gründerzeit und alt, sondern genauso modern.

Modern ist auch der Beruf bzw. das Angebot, zum Barbier zu gehen. Warum war der so lange eigentlich gar nicht mehr präsent?

Vor dem Krieg lernte die Generation zum ersten Mal, sich selbst zu rasieren. So mussten diese Männer zum ersten Mal für eine Rasur nicht mehr zum Barbier gehen. Nach dem Krieg ist eine Generation herangewachsen, die es besonders en vouge fand sich mit Philishave und Braun zu rasieren. So ist die Rasur immer weniger nachgefragt worden. In den 90er Jahren war sie komplett verschwunden, sogar verboten. Seit dieser Zeit haben sich die Friseure auf Frauen spezialisiert. Mit Frauen verdient die Branche ihr Geld.

Warum kommt der Beruf jetzt wieder zurück?

Männer, wie George Clooney und Brad Pitt haben vor fünf, sechs Jahren angefangen, in ihren Rollen wieder Bärte zu tragen. Es dauerte noch ein zwei Jahre, dann ging die Bewegung zum Bart tragen wieder los. Mit diesem Bart waren viele Männer überfordert. Sie wussten nicht, wie sie ihn pflegen sollten. So kam es zu einem Wiederbeleben der Tradition der Barbiere, auch in Deutschland. Doch die Barbiere kamen aus Italien, der Türkei oder Griechenland. Auch beispielsweise aus England. Denn in diesen Ländern war die Kultur der Barbiere nie weg.

Der deutsche Mann war jetzt nicht per se ungepflegter?

Nein, er war nicht ungepflegt. Er hat nur überhaupt kein Angebot vorgefunden, was ihm als Mann entsprach. Nämlich: wo kann ich mich auch mal nur bei einem Haarschnitt entspannen? Diese Waschbecken stehen nicht ohne Grund an jedem Arbeitsplatz. Ich bin selber kein Friseur, aber für mich als Kunde war es schon immer eine Belastung, zum Friseur zu gehen. Ob es die Zwangsgespräche waren, die falsche Beratung oder einfach die ganzen falschen Prozesse. Als Mann finde ich es total unattraktiv, mit einem Handtuch auf dem Kopf von einem Waschplatz zu einem Schneideplatz laufen zu müssen. Das ist mir zu feminin. Bei uns kommt ein Mann auf einen Stuhl und kann sitzen bleiben. Deshalb haben wir diese Rückwärtswaschbecken.

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Es ist ein „Refugium“?

Ja, es geht bei uns nicht um Show, es geht um Handwerk und Wellness. Wir wollen nicht, dass der Barbier im Vordergrund steht, mit seinen Tattoos oder seiner lässigen Art. Es geht darum, dass der Kunde im Vordergrund steht. Der Kunde, der bisher einmal im Monat zum Haare schneiden kommen musste, soll es jetzt wollen, weil er hier entspannen kann. Es geht bei uns sehr stark um Entschleunigung, um Ruhe. Es gibt bei uns auch keine Zwangsgespräche. Bei uns wird nur das Nötigste geredet. Das soll nicht unhöflich sein, sondern es soll dem Kundenbedürfnis entsprechen. Wir merken das auch. Manche Barbiere kriegen ein gutes Trinkgeld mit der Begründung dafür, dass sie einfach die Klappe gehalten haben.

Wie passt das Refugium, dass ihr hier geschaffen habt, ins Glockenbachviertel?

Es ist für uns tatsächlich eine Herausforderung, hier Ruhe rein zu bekommen. Das liegt alleine schon an der Hauptstrasse, wo ständig die Feuerwehr entlang brettert und wir gucken müssen, dass wir uns selber ein bisschen zurücknehmen. Aber so kommt der Mann hier zur Entschleunigung, zur Ruhe. Wiederum ist das Viertel so lebendig, weil es die Schnittstelle zur Innenstadt ist. Alle, die aus Grünwald, Harlaching, Obergiesing, Untergiesing in die Innenstadt wollen, fahren durch das Glockenbachviertel.

War das Glockenbachviertel bewusst gewählt?

Nein. Wir haben in der Pacelli-Strasse angefangen. Gegenüber vom Bayerischen Hof. Dort mit der Zielsetzung, diesen ganzen Damenfriseuren mit überteuerten Herrenpreisen etwas entgegen zu setzen. Das Glockenbachviertel kam durch „Engel & Völkers“, die uns einen Laden empfohlen hatten, weil sie wussten, dass wir expandieren wollten. Wir hatten nach Schwabing geschaut und eben auch Richtung Glockenbachviertel bzw. Isarvorstadt. Bei diesem Laden fiel uns auf, dass die Fraunhoferstrasse eigentlich prädestiniert für uns ist, denn sie ist für den Markenaufbau wunderbar. Hier kommen so viele Leute vorbei, ob zu Fuß, mit der Tram oder mit dem Auto.

Was habt ihr mit dem Glockenbachviertel gemeinsam?

Ich würde sagen, was wir mit dem Viertel gemeinsam haben ist, dass wir Tradition und Moderne verbinden. Es ist ja nicht so, dass wir uns nur in der Jahrhundertwende bewegen. Wir haben neueste Produkte, die nach naturkosmetischen Verfahren entwickelt wurden. Und das, was wir an Handwerk umsetzen ist auch modern, beispielsweise klassische Schnitte modern interpretiert.

Ein „Refugium für den modernen Gentleman“. Gibt es den modernen Gentleman?

Ja, sich benehmen können und dezent aufzutreten - das ist ein Aspekt bei einem Gentleman, und das das sollte auch nie aus der Mode kommen.

Aber was unterscheidet einen Gentleman von einem Nicht Gentleman? Das ist sicher seine Pflegebedürftigkeit, ohne sich jetzt ausschließlich damit zu definieren. Aber es wird eben vieles als modern gesehen, was eigentlich klassisch ist.

Ist es auch modern, dass der Mann an sich wieder mehr Zeit für sich nimmt?

Muss er unbedingt. Macht er automatisch. Die Menschen sind gestresst.

Brauchen wir heute mehr „Refugien“ ?

Es gab Phasen, in der sich der Mann mehr Zeit für sich genommen hat. Dann hat er es vernachlässigt, weil es das Angebot nicht mehr gab. Wenn ich kein Angebot habe für Herrenpflege und Männerfriseur, dann muss ich das nehmen, was es gibt. Und da bin ich schnell wieder raus. Dieses bewusste Erleben war eher ein Müssen. Und jetzt ist es mehr ein Können und ein Wollen, dadurch dass es mehr Angebote gibt. Wenn wir eine Dienstleistung wie Haare schneiden als Ruhe und Entspannung fühlen können, dann bleiben wir auch dabei. Unser Erfolgskonzept ist, dass die Kunden spüren, dass sie hier entschleunigen können. Das ist nicht irgendein Modewort, sondern sie gehen hier raus und sagen Danke, das war wie ein Kurzurlaub. Darum geht es.

Darf man hier telefonieren?

Nein.

Habt ihr irgendwo ein Zeichen: "Handyverbot" oder ist das einfach klar?

Das wird gentlemanartig übermittelt. Hier ein Handy auf laut zu haben merkt eigentlich Jeder, dass das deplaziert ist. Wir haben auch keine laute Musik. Wir spielen Jazz, wir spielen Klassik oder ruhigeren Pop. Und die Kunden lesen auch nicht am Stuhl. Der Mann soll entspannen. Er liest ja sowieso den ganzen Tag. Es läuft auch kein Fernseher. Die Männer sollen abschalten können. Sie sollen die Informationen möglichst draußen lassen. Deshalb reden wir auch nicht viel. Das ist nicht Unhöflichkeit. Es geht darum, auf Zero herunter zu fahren.

Was ist denn das klassische Handwerk und was kommt dann noch hinzu? Gab es früher auch Maniküre, Pediküre?

Ja, früher gab es auch Maniküre und Pediküre. Man muss sich das wie Mittelalter vorstellen. Da hatte keiner zu Hause ein Maniküre-Etui und hat sich die Nägel gefeilt. Entweder sind diese durch die harte Arbeit abgebrochen oder man ist zum Barbier gegangen und hat sie sich kürzen lassen.

Also ist Maniküre und Pediküre für den Mann überhaupt nicht modern, sondern klassisch?

Ja. Und es ist auch überhaupt nicht feminin. Das ist das Lustige. Der moderne Mann denkt, das wäre was Weibliches. Klar machen das die Frauen die letzten 30, 40, 50 Jahre schon. Aber wenn jemand einen Haarschnitt bekommt und gleichzeitig eine Maniküre, dann ist das ein absolutes Wellnesserlebnis, auch für den Mann. Es geht um Entspannung und Wohlempfinden. Wir verkaufen Männlichkeit bzw. Wohlbefinden. Der Mann geht hier mit einem deutlich aufgewerteten Selbstbewusstsein wieder heraus. Das ist nichts, was nur äußerlich ist, es wirkt auch innerlich.

Das ist quasi auch ein Teil des Services?

Mittlerweile ist es eine Plattitüde, aber sie stimmt: die Schönheit kommt von innen, nicht von außen. Wir behandeln die Oberfläche und wirken so auch auf das Innere, sprich die Seele. Jeder Mann, der schon einmal eine professionell durchgeführte Nassrasur erlebt hat, der taumelt, wenn er vom Stuhl aufsteht. Es ist nicht nur so ein Spruch. Er hat wirklich eine komplett verklärte Wahrnehmung. Er ist sehr emotionalisiert. Im positiven Sinne. Wir hatten auch schon Kunden, die mit Gänsehaut vorne an der Kasse standen und gefragt haben: was war das? Ich bin der Meinung, dass ein Barbier auch ein Stück weit in die Seele des Kunden eintaucht.

Zu dir. Was hast du denn gelernt? Du hast gesagt, du bist kein Friseur.

Ich habe alles gelernt, nur nicht Friseur. Ich habe Europäisches Management studiert und dabei immer die internationale Brille aufgehabt. Ich war dann zunächst bei einem Automobilhersteller in Stuttgart in der Handelsstrategie. Dann habe ich von der Kundenseite zur Dienstleisterseite gewechselt, in eine Unternehmensberatung. Ich habe das aber immer als Ausbildung gesehen. Wie muss ich strukturiert arbeiten, um dann später etwas umzusetzen, was ich mal machen möchte. Eine Marke aufzubauen mit verschiedenen Stores, Filialen, Franchise war schon immer mein Traum. Darauf hin habe ich schon immer gearbeitet.

Du bist kein Barbier. Aber wer ist hier angestellt? Friseure und/oder Barbiere?

Wir unterscheiden uns von anderen Friseursalons sehr stark, da wir hier Barbiere haben, die das Handwerk zelebrieren, vom Haarschneiden, über die Rasur bis hin zur Gesichtshaar- und Ohrenhaarentfernung sowie einer Kopfmassage. Dann haben wir eine Kosmetikerin. Und wir haben die Angestellten im Bereich Service. Der Service kümmert sich um den Erstkontakt zum Kunden. Er empfängt ihn, macht die Termine aus, kassiert, verkauft und berät. Support ist alles das, was bei uns so im Hintergrund abläuft, damit Service und Barbiere entsprechend arbeiten können. Und ich bin für den Rest zuständig, zusammen mit meiner Frau.

Wieviele Leute arbeiten dann hier?

Insgesamt sind wir 33 Mitarbeiter. In München sind wir 29 und in Hamburg haben wir noch mal vier. In diesem Laden arbeiten neunzehn.

Ihr habt auch eine Filiale in Hamburg. Warum?

2017 wurden wir mit dem besten Friseurkonzept ausgezeichnet. Dieses Konzept gab es in Hamburg vorher nicht. Es gab zwar ein paar alt eingesessene Herrenfriseure, aber die rasieren alle nicht. Rasur ist die eine Thematik. Die ganzen Pflegeprodukte, die wir zusätzlich anbieten, eine andere. Auch der Ansatz, dass wir jetzt Maniküre und Pediküre mit anbieten, gehört zum Konzept. Hamburg ist wie München eine sehr anspruchsvolle Stadt. Die Menschen wollen immer die besten Produkte, den besten Service. So unterschiedlich beide Städte sind, so sehr ähneln sie sich in vielen Bereichen. Der Hanseat ist aus meiner Sicht die deutsche Blaupause eines Gentleman.

Welche Stadt wäre noch interessant zum Expandieren?

Düsseldorf und Berlin Charlottenburg. Aber München und Hamburg sind für uns die Städte, in denen wir uns erstmal etablieren wollen. Beide Städte eint der Blick für die schönen Dinge. Und beide Städte sind sehr lokal bezogen. Die Münchner lieben ihr München, die Hamburger lieben ihr Hamburg, Und dieses Traditionelle leben beide Städte sehr stark. Das „mia san mia“, das findet man auf eine Hamburger Interpretation auch in Hamburg. Der Hamburger liebt auch München, mag es nur nicht zugeben. Und der Münchner mag auch Hamburg, Und deshalb passen wir so gut in beide Städte.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Das, was an dem Konzept am meisten Spaß macht ist, dass es keine flüchtigen Bekanntschaften sind, sondern dass unsere Kunden die letzten vier Jahre mit uns zusammengewachsen sind. Ich will jetzt bewusst nicht Freunde sagen. Du kommst als Gast und gehst als Freund ist so eine Plattitüde ... Aber es gibt zwei Adressen, die ein Mann, wenn er neu in eine Stadt kommt, unbedingt haben muss: das ist ein guter Zahnarzt und das ist ein guter Friseur. Zu dem einen geht er nur, wenn er Schmerzen hat und zu dem anderen geht er, um sich bzw. sein Äußeres positiv zu verändern. Der Kontakt, den wir mit unseren Kunden aufbauen, ist nicht einfach mal so. Die Kunden haben eine Verbindung zu den Mitarbeitern. Und teilweise entstehen daraus dann tatsächlich auch Freundschaften.

Was plant Ihr für die Zukunft?

Wir sind gerade auf der Suche nach Investoren. Wir möchten einen eigene Pflegeserie entwickeln, weitere Standorte erschließen und zusätzliche Dienstleistungskonzepte entwickeln. Alles was wir derzeit machen, haben wir bereits vor über vier Jahren entwickelt. Wir folgen unserer eigenen Road Map und haben noch sehr viele spannende Themen vor uns liegen.

https://www.barberhouse.com/


Pacellistraße 5,

80333 München | Stachus

Tel. 089-2424 3934


Fraunhoferstraße 20,

80469 München | Glockenbachviertel

Tel. 089-1433 0647


Hopfensack 6,

20457 Hamburg | Kontorhausviertel

Tel. 040-3009 1838


Engel & Völkers ist Ihr Immobilienmakler für die Münchner City. 


Bei allen Fragen rund um den Immobilienverkauf, Erwerb und Miete erreichen Sie uns unter +49 89 237 083 00 oder per E-Mail an: muenchencitycenter@engelvoelkers.com oder besuchen Sie uns direkt im nächstgelegenen Shop in der Residenzstraße 23.


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