
- 5 min.
- 04.09.2026
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Ausgabe
04/26
Ort
Berlin, Deutschland
Wo einst die wilde, freie Kunstszene Berlins in einer berühmten Bauruine pulsierte, erwacht das Areal Am Tacheles zu neuem Leben. Das renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron hat hier ein neues Stadtquartier erschaffen. Mittendrin: Die Kuratorin Maj van der Linden, die im Townhouse 068 eine neue Plattform für Collectible Design, Handwerk und bildende Kunst geschaffen hat.
Maj van der Linden ist weit mehr als eine klassische Galeristin – sie ist Interiordesignerin, Kuratorin und Netzwerkerin zugleich. Ihre Leidenschaft für Design begann mit dem Aufspüren von Vintage-Möbeln und der Arbeit im Berliner Kunst- und Auktionsumfeld. Heute vereint sie in ihrer Arbeit Kunst, Kunsthandwerk, Design und Architektur. Mit ihrer Galerie hat sie eine Plattform geschaffen, die sich auf zeitgenössische Materialpraxis konzentriert – von Möbeln und Keramik bis hin zu Textilien und Leuchten.
Mit dem neuen Standort im Townhouse 068 (Johannisstraße 14, Berlin) erweitert Maj van der Linden seit diesem Sommer ihre Galerie am Weinbergspark um einen besonderen Ort für Collectible Design, Materialität und räumliche Konzepte. Während der Showroom im Erdgeschoss den Fokus auf handwerkliche Qualität und unabhängige Studios – viele davon aus Berlin – richtet, ist das Untergeschoss wechselnden Ausstellungen an den Schnittstellen von Kunst und Interieur gewidmet.

Drei kuratierte Zyklen im Jahr stellen den lebendigen Dialog zwischen Objekt, Funktion und Atmosphäre in den Mittelpunkt. Pünktlich zur Berlin Art Week und im Rahmen des Currents Design Festivals im September eröffnet die Galerie das nächste Kapitel: Unter dem Titel „Narratives of Making – Contemporary Positions from Art and Collectible Design“ präsentiert Maj van der Linden eine kuratierte Gruppenschau. Die Ausstellung schafft Sichtbarkeit für Künstlerinnen, die in Disziplinen wie Textil, Holz, Metall, Keramik und Glas kreieren und mit ihren Werken persönliche Narrative sowie gesellschaftliche Fragen verarbeiten.
Zu den ausstellenden Künstlerinnen und Designerinnen gehören:
Claire de Santa Coloma, Clara Schweers, Dahm Lee, Emi Shimura, Hanna Fastrich, Julika Hartz, Karen Verlinden, Myriam Perrot, Saskia de Brauw, Studio Jumi, Tanja Neubert, Ursula Wagner und Zeynep Boyan.
Dass dieser Ort für zeitgenössische Kunst gewählt wurde, ist kein Zufall. Die Galerie im Townhouse 068 tritt in einen direkten Dialog mit der Architektur des neuen Stadtquartiers Am Tacheles, das vom renommierten Schweizer Büro Herzog & de Meuron entworfen wurde.
Das Areal blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Anfang des 20. Jahrhunderts als prachtvolle Friedrichstraßenpassage erbaut und im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, stand die verbliebene Bauruine 1990 kurz vor der Sprengung. Eine engagierte Künstlerinitiative besetzte das Gebäude im selben Jahr, rettete es vor dem Abriss und etablierte das „Kunsthaus Tacheles“ als weltweites Symbol der Berliner Subkultur. Nach der Räumung 2012 blieb das Areal jahrelang als brachliegende Lücke mitten in Berlin-Mitte bestehen.
Herzog & de Meuron schlossen diese Lücke nicht durch eine bloße Rekonstruktion, sondern öffneten die Baukörper gezielt zur Stadt. Sie schufen eine innere Passage, Höfe und Plätze, die das Quartier für die Öffentlichkeit zugänglich machen.
Ein zentrales Element dieser Neugestaltung ist das Wohnensemble Wohnen AM TACHELES. Es umfasst fünf architektonisch individuell konzipierte Wohngebäude – von stützenfreien Lofts bis hin zu großzügigen Stadtwohnungen, ergänzt durch Gastronomie-, Kultur- und Einzelhandelsflächen in den Erdgeschossen. Der städtebauliche Ansatz von Herzog & de Meuron zielt darauf ab, privaten Wohnraum und ein öffentlich zugängliches Quartiersleben miteinander zu verweben.
Dass zeitgenössische Kunst und Design heute ein wichtiger Bestandteil dieses Umfelds sind, unterstreicht Amir Rothkegel von Wohnen AM TACHELES:
Nach dem Fall der Mauer war das ‚Kunsthaus Tacheles‘ viele Jahre ein Symbol für die freie, wilde Kunstszene, die Berlins Ruf geprägt hat. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, diese kreative DNA und Energie des Orts nicht nur zu erhalten, sondern sie mit außergewöhnlichen Kunst- und Kulturevents im Stadtquartier in die Zukunft zu tragen. Mit MAJ VAN DER LINDEN führen wir diese Tradition fort – mit einer Galerie, deren öffentlich zugängliche Räume zeitgenössisches Design und Handwerk im Quartier sichtbar und für alle erfahrbar machen.
Galerie: MAJ VAN DER LINDEN (Townhouse 068)
Adresse: Johannisstraße 14, 10117 Berlin-Mitte (AM TACHELES)
Ausstellungszeitraum: September bis Dezember 2026
Öffnungszeiten: Samstags von 14:00 bis 18:00 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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