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  • 01.06.2026

So berechnen Sie die Grundsteuer

Grundsteuer berechnen mit Formel, Beispiel und allen Infos zur Reform

Nahaufnahme von Händen, die mit einem schwarz-goldenen Füllfederhalter ein Dokument auf weißem Papier unterschreiben, mit sanfter Beleuchtung und geringer Tiefenschärfe.

Wer ein Grundstück oder eine Immobilie besitzt, zahlt Grundsteuer - Jahr für Jahr. Wie hoch die Steuer ausfällt, hängt von drei Faktoren ab: dem Grundsteuerwert, der Steuermesszahl und dem Hebesatz Ihrer Gemeinde. Wir erklären Ihnen, wie die Berechnung funktioniert, wer zahlen muss und was sich mit der Grundsteuerreform seit 2025 geändert hat.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die Grundsteuer?

  2. Wer zahlt die Grundsteuer?

  3. Grundsteuer – wie oft zu bezahlen?

  4. Wie wird die Grundsteuer berechnet?

  5. Grundsteuer als Mieter zahlen?

  • Grundsteuer wird in Deutschland auf bebaute und unbebaute Grundstücke erhoben

  • Unterschieden wird zwischen Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Flächen und Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstücke

  • Die jährliche Grundsteuer berechnet sich nach der Formel: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz

  • Seit 2025 gilt das neue Berechnungsmodell: der frühere Einheitswert wurde durch den Grundsteuerwert ersetzt & je nach Bundesland gelten unterschiedliche Berechnungsmodelle für den Grundsteuerwert

  • Die Grundsteuer zahlt der Eigentümer, doch bei Vermietung kann sie auf Mieter umgelegt werden

Was ist die Grundsteuer?

In Deutschland ist die Grundsteuer eine Steuer, die auf das Eigentum von Grundstücken erhoben wird. Hierbei wird zwischen der sogenannten Grundsteuer A und der Grundsteuer B unterschieden:

  • Grundsteuer A (agrarisch) gilt für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen.

  • Grundsteuer B (baulich) betrifft bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude.

Daneben gibt es seit der Reform die Grundsteuer C: Sie ermöglicht es Kommunen, unbebaute, aber bebaubare Grundstücke höher zu besteuern – mit dem Ziel, Spekulation mit Wohnraum zu reduzieren.

Wer zahlt die Grundsteuer?

In der Regel muss jeder Eigentümer eines Grundstücks Grundsteuern an die Gemeinde entrichten. 

Es gibt aber auch Ausnahmen, bei denen keine Grundsteuer gezahlt werden muss. Von der Grundsteuer befreit ist beispielsweise Grundbesitz, der von juristischen Personen des öffentlichen Rechts für einen öffentlichen Dienst genutzt wird. Auch für Dienstwohnungen von Geistlichen und Kirchendienern der Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechts muss keine Grundsteuer entrichtet werden. 

Privatpersonen müssen dagegen in der Regel immer zahlen. 

Grundsteuer – wie oft zu bezahlen?

Häufig kommt die Frage auf, wie oft und wann die Grundsteuer fällig wird. In der Regel müssen Grundstückseigentümer alle drei Monate die Grundsteuer entrichten. 

Eventuell können mit den zuständigen Behörden aber auch abweichende Vereinbarungen getroffen werden. 

Erfolgt die Steuerzahlung dagegen pro Quartal, sind die Beiträge jeweils zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und zum 15. November fällig. 

Wie wird die Grundsteuer berechnet?

Möchten Sie für Ihren Grundbesitz die Grundsteuer selbst berechnen, ist das über folgende Grundsteuer-Berechnungsformel möglich:

  • Grundsteuer-Berechnungsformel

    Grundsteuerwert x Steuermesszahl x Hebesatz

Grundsteuer-Lexikon

Der Grundsteuerwert wird von Ihrem zuständigen Finanzamt ermittelt und Ihnen per Bescheid mitgeteilt. Dazu werden je nach Bundesland unterschiedliche Berechnungsmodelle angewandt, die wir uns nachfolgend genauer für Sie angesehen haben. Bei der Festlegung der Steuermesszahl gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen den Bundesländern. Für die Festlegung eines Hebesatzes ist Ihre Gemeinde zuständig. Er kann jährlich angepasst werden und liegt üblicherweise zwischen 200 und 1.000 Prozent.

Grundsteuer berechnen nach wertabhängigem Bundesmodell

Das am häufigsten angewandte Modell zur Grundsteuer-Berechnung ist das wertabhängige Bundesmodell. Hierbei werden für die Berechnung des Grundsteuerwerts neben dem Wert des Grundstücks auch der Bodenrichtwert sowie Art, Größe und Baujahr der Immobilie berücksichtigt. Die wertabhängige Grundsteuer-Berechnung nach dem Bundesmodell wird in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Schleswig-Holstein, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz angewandt.

Als Grundstücksbesitzer in Nordrhein-Westfalen finden Sie ausführliche Informationen zur Grundsteuer-Berechnung in unserem Artikel Grundsteuer berechnen in NRW.

Grundsteuer berechnen nach Flächen-Lage-Modell

Die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Hessen und Bayern wenden zur Grundsteuer-Berechnung das Flächen-Lage-Modell als ein wertunabhängiges Modell an. Wichtiger Faktor zur Berechnung des Grundsteuerwerts ist hierbei die Fläche des jeweiligen Grundstücks. Das Bundesland Niedersachsen bezieht zusätzlich die Grundstückslage in die Berechnung mit ein.

Weiterführende Informationen haben wir in unseren Artikeln Grundsteuer berechnen in Niedersachsen und Grundsteuer berechnen in Bayern für Sie bereitgestellt.

Grundsteuer berechnen Sonderfälle: Sachsen und Baden-Württemberg

Ein Sonderfall bei der Grundsteuer-Berechnung ist das Bundesland Baden-Württemberg. Hier kommt ein modifiziertes Flächenmodell zur Anwendung, bei dem einerseits die Größe des Grundstücks und andererseits der Bodenrichtwert berücksichtigt werden, wohingegen die Gebäudeart keine Rolle spielt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Grundsteuer berechnen in Baden-Württemberg.

Der zweite Sonderfall ist das Bundesland Sachsen, welches zwar grundsätzlich das Bundesmodell anwendet, dabei jedoch abweichende Steuermesszahlen verwendet.

  • Beispiel

    In unserer Beispielrechnung gehen wir von einem Grundbesitz in Köln aus, für den der Grundsteuerwert auf 150.000 Euro festgesetzt wurde. Da es sich um ein bebautes Grundstück mit Wohngebäude handelt, beträgt die Steuermesszahl im Bundesmodell 0,31 Promille. Köln hat zudem aktuell einen Hebesatz von 550 %. 150.000 Euro \times 0,31 Promille \times 550 Prozent = 255,75 Euro Die jährliche Grundsteuer beträgt in unserem Rechenbeispiel also 255,75 Euro.

Grundsteuer als Mieter zahlen?

Nicht immer müssen nur die Grundstücksbesitzer die Grundsteuer zahlen. Auch Mieter können hiervon betroffen sein. Vermieter haben nämlich die Möglichkeit, die Grundsteuer auf den Mieter umzulegen und entsprechend als Nebenkosten abzurechnen. Häufig richtet sich die Höhe des Anteils, die der Mieter zu tragen hat, nach der Fläche der gemieteten Wohnung.

Grundsteuer berechnen

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  • Disclaimer

    Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Diese wurden nach aktuellem Kenntnisstand, basierend auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gültigen Regelungen, zusammengestellt und geprüft. Sie stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar und ersetzen diese nicht. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben übernehmen. Gesetze, Regelungen und Marktbedingungen können sich jederzeit ändern. Für individuelle Fragen empfehlen wir die Beratung durch einen qualifizierten Fachexperten.

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