Das Bestellerprinzip erklärt


Für wen gilt das Bestellerprinzip und in welchen Bundesländern kommt es zum Einsatz? Mehr dazu erfahren Sie hier.

Bestellerprinzip 2019: Das sollten Sie beachten

Das Bestellerprinzip ist aktuell eines der meistdiskutierten Themen in der Politik und der Immobilienbranche. Dieser Umstand sorgt besonders bei Käufern und Verkäufern von Immobilien immer wieder für Fragen, zum Beispiel, wenn es darum geht, ob das Bestellerprinzip auch beim Hauskauf gilt. Fakt ist in jedem Fall: Von einem Immobilienmakler profitieren sowohl Verkäufer als auch KäuferObwohl die Regelung mit dem Gesetzentwurf der Regierung vom Oktober 2019 künftig nicht mehr auf den Kauf von Immobilien anwendbar ist, existiert das Bestellerprinzip weiterhin im Bereich der Wohnvermittlung zur Miete. Um Käufern und Verkäufern einen umfassenden Überblick zum Thema zu geben, erläutern im Folgenden die wichtigsten Fragen zum Bestellerprinzip:


1. Was bedeutet das Bestellerprinzip?

Mit dem Bestellerprinzip wird eine Regelung zur Zahlung der Maklerprovision bezeichnet, nach der derjenige die Kosten des Immobilienmaklers zu zahlen hat, der die Dienstleistung in Auftrag gibt. 


2. Wo gilt das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip bezieht sich in seiner ursprünglichen Form nur auf den Bereich der Mietimmobilien. Beim Hausverkauf ist es somit nicht per se gültig – hier unterscheiden sich die Regelungen bis dato noch von Bundesland zu Bundesland. Bundesländer, in denen das Bestellerprinzip bislang auch beim Hausverkauf galt, waren Hamburg, Hessen, Bremen, Berlin und Brandenburg. In allen anderen Bundesländern teilen sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie die Maklerprovision hälftig. Ab 2020 soll diese Regelung auch auf die eben genannten Bundesländer ausgeweitet werden.


3. Seit wann gibt es das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip war eines der Ziele, die die große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag von 2013 mit aufgenommen hat. Mit dem Gesetz sollte verhindert werden, dass Vermieter die Kosten für den Immobilienmakler auf die Mieter abwälzen und somit zu einer Entspannung des derzeit engen Wohnimmobilienmarktes beitragen. Die gesetzliche Regelung trat am 1. Juni 2015 in Kraft. 


4. Wie ist das Bestellerprinzip geregelt?

Die gesetzliche Grundlage für das Bestellerprinzip findet sich in den Paragraphen 652 bis 655 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Hierin ist die Entstehung des Lohnanspruch seitens des Immobilienmaklers, eine eventuelle Verwirkung dieses Lohnanspruchs und die Höhe der Maklerprovision geregelt. 


5. Wann kommt das Bestellerprinzip beim Immobilienkauf?

Wie beschrieben ist das Bestellerprinzip beim Hausverkauf beziehungsweise Wohnungsverkauf nicht bundesweit einheitlich geregelt. Am 16. August 2018 wurde bekannt, dass die damalige Bundesjustizministerin Katarina Barley prüfen ließ, ob eine deutschlandweite Anwendung des Bestellerprinzips beim Immobilienkauf rechtmäßig wäre. Inzwischen hat die Bundesregierung von CDU/CSU und SPD diesen Ansatz zugunsten eines neuen Gesetzes zur Maklerprovision verworfen, das eine künftige Aufteilung der Courtage zwischen Käufer und Verkäufer in ganz Deutschland vorsieht.  


6. Bestellerprinzip 2019: Wer zahlt künftig die Maklerprovision?

Im Oktober 2019 einigten sich SPD und CDU/CSU auf einen Gesetzesentwurf, der eine Reform der Maklerprovision vorsieht. Nach diesem Entwurf wird die Zahlung der Maklerprovision künftig bundesweit einheitlich geregelt sein, sodass sich Käufer und Verkäufer einer Immobilie die Kosten für den Immobilienmakler je zur Hälfte teilen. Mit dem Beschluss erteilte die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD dem Bestellerprinzip beim Hausverkauf eine Absage. Alle Details und Änderungen, die mit dieser Reform einhergehen, haben wir Ihnen in unseren Erläuterungen zum neuen Gesetz zur Maklerprovision 2019 zusammengefasst.

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