Fläche & Nutzungspotenzial
Baugeschichte & Charaakter
Das denkmalgeschützte Wambolt’sche Familienschloss in der Curtigasse 6 zählt zu den herausragenden architektonischen Kleinoden der deutschen Renaissance in Südhessen. Eingebettet in die historische Altstadt von Groß-Umstadt, erhebt sich diese außergewöhnliche Schlossanlage als eindrucksvolle Stadtresidenz des 17. Jahrhunderts – errichtet auf den Fundamenten eines deutlich älteren Burgsitzes, dessen Ursprünge bis in die staufische Zeit zurückreichen.
Als Stammsitz des alteingesessenen Adelsgeschlechts „Wambolt von Umstadt“ verkörpert das Schloss nicht nur bauliche, sondern auch bedeutende kultur- und regionalgeschichtliche Werte. Die Anlage präsentiert sich als U-förmige Dreiflügelanlage, bestehend aus dem repräsentativen Nordflügel, dem Südflügel sowie dem verbindenden Westflügel. Diese Komposition gilt als typisches Beispiel einer adeligen Stadtresidenz jener Epoche.
Sein heutiges Erscheinungsbild entwickelte das Schloss schrittweise: Die beiden markanten Flügelbauten entstanden zu Beginn und zum Ende des 17. Jahrhunderts und formten gemeinsam mit dem Mittelbau die charakteristische U-Form. Um 1850 erhielt die Schlossanlage schließlich ihre bis heute gültige äußere Gestalt.
Der prachtvolle Nordflügel, geschmückt mit aufwendig gestalteten Renaissancegiebeln, wurde bereits 1602 errichtet. Der Süd- und der Westflügel folgten um 1681, initiiert durch den Obristen Friedrich von Wambolt. Alle Gebäudeteile gründen auf den historischen Kellergewölben des früheren Burgsitzes – ein eindrucksvolles Zeugnis der jahrhundertelangen Baugeschichte dieses Ortes.
Architektur & Ausstattung
Das Wambolt’sche Schloss beeindruckt durch seine außergewöhnlich gut erhaltene originale Bausubstanz – sowohl im Außen- als auch im Innenbereich. Kunstvolle Details prägen das Erscheinungsbild: Fenster mit profilierten Sandsteingewänden, aufwendig getriebene schmiedeeiserne Korbgitter sowie die reich verzierten Sandsteinornamente der Giebel verleihen dem Gebäude seine repräsentative Ausstrahlung.
Im Inneren des Nordflügels begeistern die Stuckdecken des Erd- und Obergeschosses mit ihrer streng geometrischen Gliederung, die vermutlich noch aus der ursprünglichen Erbauungszeit stammen. Um 1800 wurde eine elegante Holztreppe ergänzt, die das Obergeschoss erschließt. Die umfangreichste Umbauphase erfolgte 1872: Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Innenausbauelemente wie Kaminnischen, Tür- und Fensterfassungen sowie die imposante Sandsteintreppe mit kunstvollem Gusseisengeländer im Südflügel. Auch der Westgiebel des Südflügels erhielt damals seine heutige Gestaltung.
Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Lage des Schlosses: Inmitten einer kleinstädtischen Fachwerkbebauung entfaltet die großzügige Schlossanlage eine bemerkenswerte Präsenz und städtebauliche Dominanz.
Von ehemals sieben Adelshöfen in Groß-Umstadt gilt das Wambolt’sche Schloss als das kunsthistorisch wertvollste und zugleich am besten erhaltene Gebäude seiner Art. Es zählt damit zu den bedeutendsten Baudenkmälern des Landkreises Darmstadt-Dieburg und stellt ein herausragendes Zeugnis der Renaissance-Architektur in Südhessen dar.
Sanierung % heutige Nutzung
Die letzte größere Renovierung erfolgte 1975. Nach mehreren Jahrzehnten war das Schloss jedoch in einen sanierungsbedürftigen Zustand geraten. Nachdem Verhandlungen zwischen der Stadt Groß-Umstadt und der Eigentümerfamilie scheiterten, erwarb ein ortsansässige Unternehmer im Jahr 2014 die Schlossanlage. Mit großem Engagement und unter fachlicher Begleitung – unterstützt durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz – begann eine umfassende und denkmalgerechte Instandsetzung.
Bis Oktober 2017 wurden der historische Gewölbekeller sowie das Erdgeschoss von Nord- und Südflügel renoviert, die Satteldächer vollständig erneuert und die Ost-, Süd- und Nordfassaden aufwendig saniert. Im Jahr 2016 wurde der Schlosspark um einen Biergarten ergänzt, der die Anlage auch für die Öffentlichkeit erlebbar macht. Die Restaurierung der Innenräume war 2019 weitgehend abgeschlossen.
Für sein außergewöhnliches Engagement erhielt Eigentümer 2019 den ersten Preis für eine Privatperson. Mit der behutsamen Sanierung bewahrte er das Wambolt’sche Schloss vor dem Verfall und gab ihm seine herausragende städtebauliche und kulturelle Bedeutung zurück.
Mögliche Nutzungskonzepte
1. Büro-, Kanzlei- oder Praxisnutzung
2. Exklusives Wohnen / Wohnen & Arbeiten
3. Hotel-, Gästehaus- oder Boardinghouse-Konzept
4. Event-, Kultur- und Gastronomienutzung
5. Mixed-Use-Konzept
Das denkmalgeschützte Wamboltsche Schloss liegt in absoluter Bestlage im historischen Zentrum von Groß-Umstadt, einem wirtschaftlich stabilen und kulturell renommierten Mittelzentrum im südhessischen Rhein-Main-Gebiet. Die Lage verbindet hohe Sichtbarkeit und Prestige mit der Authentizität einer gewachsenen Altstadtstruktur. Fußläufige Erreichbarkeit von Einzelhandel, Gastronomie, Verwaltung und Bahnhof gewährleistet eine nachhaltige Standortqualität. Die sehr gute Verkehrsanbindung an Darmstadt, Frankfurt und den internationalen Flughafen unterstreicht das Entwicklungspotenzial für hochwertige Nutzungs- und Revitalisierungskonzepte mit langfristiger Wertstabilität.