• 2 min. Lesezeit
  • 07.07.2026
  • von Femke Maleen Fritz

Dolce far niente – ein Besuch im Adler Spa Resort Sicilia

Eine Holzterrasse mit Liegestühlen aus Korbgeflecht rund um eine Feuerstelle aus Glas, mit Blick auf die Küstenvegetation und das Meer bei Sonnenuntergang.
Foto von: © Alex Filz
  • Ausgabe

    03/26

  • Ort

    Italien, Sizilien

  • Fotografie

    Alex Filz, Anneli West

Meer oder Berge? Auf Sizilien geht beides. Ein Besuch im Adler Spa Resort Sicilia – ein Rückzugsort, an dem Natur, Freiheit und Achtsamkeit in vollkommener Balance verschmelzen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ankommen und aufatmen

  2. Ein Garten voller Schätze

  3. Im Herzen des alten Siziliens

  4. Mit allen Sinnen erleben

  5. Ein Abschied voller Leichtigkeit

Ankommen und aufatmen

Schon während meiner knapp zweistündigen Autofahrt vom Flughafen Palermo zum Resort in Siculiana stellt sich ein Gefühl von Weite ein – als würde die Landschaft selbst Raum zum Durchatmen schaffen. Hinter dem azurblauen Meer, das in sanften Wellen gegen die goldene Küste schlägt, erhebt sich ein zweites Meer aus smaragdgrünen Hügeln. Oliven- und Zitronenhaine ziehen sich neben Orangen- und Mandelbäumen bis zum Horizont. Bei der Ankunft fällt mir direkt der riesige Biogarten an der Einfahrt ins Auge. Bevor ich zum Abendessen ins Panoramarestaurant gehe, genieße ich noch die letzten Sonnenstrahlen auf meiner Terrasse. Die Sonne versinkt als kleiner roter Feuerball im Meer.

Gebratenes Fischfilet mit knuspriger Haut, einer angebratenen Artischockenhälfte und sonnengetrockneten Tomaten, serviert auf einem weißen Teller.
Küchenchef Giuseppe Schimmenti und sein Team kreieren als kulinarische Hommage an die Essenz Siziliens innovative À-la-carte-Gourmetmenüs mit mediterranen Delikatessen und frischem Fisch. Foto: Alex Filz

Ein Garten voller Schätze

Heute ist Fisch-Tag. Fangfrische Köstlichkeiten kommen direkt aus dem Meer auf den Teller. Farm-to-table ist hier kein Modewort, sondern gelebter Alltag. Die Küche folgt konsequent dem Rhythmus der Natur: saisonal, regional und pur. Die roten Garnelen aus Mazara del Vallo entpuppen sich als mein persönliches Highlight. Ihr feines Nussaroma und ihre buttrige Textur lassen sie auf meiner Zunge geradezu schmelzen.

Als ich am nächsten Morgen die Vorhänge zur Seite ziehe, sehe ich bereits die ersten Gäste in Bademänteln und Schlappen über kleine Steinwege durch das Gras zwischen Pools und Saunen spazieren. Vogelgezwitscher mischt sich mit dem Duft von Rosmarin und Orangenblüten, der durch die offene Terrassentür weht. Beim Frühstück – mit Pistaziencroissants, frischem Obst und vitalisierenden Säften – wandert mein Blick immer wieder hinaus ins Grüne, wo sich eine prächtige botanische Vielfalt von Tausenden Pflanzenarten erstreckt. Das jüngste der sechs italienischen Resorts der Adler-Gruppe von Familie Sanoner ist das erste am Meer: an der Südwestküste Siziliens, direkt am Rand der Riserva Naturale Orientata Torre Salsa, einem der ursprünglichsten Küstenabschnitte der Insel. Die weitläufige Fünf-Sterne-Anlage vermittelt Ruhe, Privatsphäre und Leichtigkeit. Obwohl das Haus über neunzig Suiten verfügt, fühlt sich alles erstaunlich ruhig und großzügig an. Die zeitlose Architektur aus Zedernholz und Glas fügt sich mit ihren begrünten Dächern so harmonisch in die Landschaft ein, dass ich die wahre Größe des Resorts erst beim Betreten der Räume erkenne.

Ein Paar spaziert entlang der Sanddünen am Meer, der Mann hält die Schuhe in der Hand, die Frau trägt eine Sonnenbrille, das Meer ist ruhig und blau, der Himmel klar.
Nahaufnahme von reifen Orangen, die zwischen glänzenden grünen Zitrusblättern an einem Baum hängen.
Eine Terrasse aus Holz am Meer mit runden Tischen, Korbstühlen und Hängelampen, von der aus man bei Sonnenuntergang den Blick auf grüne Hügel und das ruhige Meer genießen kann.

Im Herzen des alten Siziliens

Ein Ausflug führt mich ins Tal der Tempel in Agrigent, eine der faszinierendsten archäologischen Stätten Siziliens und UNESCO-Weltkulturerbe. Schon kurz nach Fahrtbeginn versperrt eine Herde Schafe die Straße. Zwischen Olivenbäumen, Agaven und Kakteen ragen dorische Tempel auf – eindrucksvolle Zeugnisse der griechischen Zivilisation auf Sizilien. Im angrenzenden Kolymbethra-Garten genieße ich ein Picknick unter uralten Orangen-, Zitronen-, Mandel- und Maulbeerbäumen. Der älteste Orangenbaum ist bereits 350 Jahre alt und trägt noch immer saftige, ungespritzte Früchte – ein lebendiger Beweis für das natürliche Gleichgewicht dieser Region. Zurück im Resort, beende ich den Abend im beheizten Outdoor-Pool. Wenn nach Sonnenuntergang der Mond das Wasser silbern färbt, fühlt sich alles wie ein stiller Neubeginn an.

Ein Infinity-Pool, umrahmt von Küstensträuchern, mit Blick auf einen ruhigen Ozean und einem einsamen Baum am Ufer unter einem blassen Himmel.
Neben dem Rooftop-Thalassobecken mit weitem Blick über das Mittelmeer laden zusätzlich ein Indoor- und Outdoorpool sowie ein Sportbecken dazu ein, in der Ruhe des Wassers zu entspannen. Foto: Alex Filz

Mit allen Sinnen erleben

Am nächsten Tag führen mich der Umweltpädagoge Antonino Dinolfo und der Arzt für chinesische Medizin, Dr. Letterio Taormina, durch die Resort-Gärten und die umliegende Naturanlage. Seit der Eröffnung des Hauses im Jahr 2022 bauen die Gärtner hier rund sechzig Prozent des Obstes und Gemüses selbst an, der Rest stammt ebenfalls aus lokalem, saisonalem Bio-Anbau.

Unterwegs entdecke ich verschiedene Heilpflanzen: Meeresspargel, Borretsch und wilden Fenchel. Ich probiere geschälte Disteln, kaue auf dem erfrischenden Stängel von Sauerampfer und streiche mir das Gel der Aloe Vera auf die Arme. Gäste dürfen die Kräuter aus dem Garten selbst ernten – mit dem traditionellen Panaru, einem handgeflochtenen Weidenkorb. Diese unmittelbare Begegnung mit der Natur fühlt sich sehr erdend an. Unser Weg führt durch einen Pinienhain hinunter zum nur dreihundert Meter entfernten, unberührten Sandstrand. Acht Kilometer Küste erstrecken sich hier von Monte Stella bis Capo Bianco. Ein Golfcart bringt mich später zurück nach oben zum Lunch in der Osteria – mit Blick auf das eindrucksvolle Zusammenspiel von Grün, Himmel und Meer.

Modernes Gebäude direkt am Strand mit Blick auf eine sonnendurchflutete Rasenfläche mit Sitzgelegenheiten im Freien, Liegestühlen und Meerblick.
Nahaufnahme von sich überlappenden grünen Feigenkaktus-Blättern mit fleckigem Sonnenlicht und Schatten.
Sonnenüberflutetes Interieur eines Restaurants am Meer mit weiß gedeckten Tischen, gemütlichen Sesseln und raumhohen Fenstern mit Blick auf den Ozean bei Sonnenuntergang

Ein Abschied voller Leichtigkeit

Der Nachmittag gehört ganz der Regeneration. Beim Klangbad verschmelzen die tiefen Töne des Gongs mit dem fernen Rauschen des Meeres. Nach 45 Minuten fühle ich mich vollkommen leicht und schwebe ins Thalassobecken – der Geheimtipp eines Hotelmitarbeiters für den Sonnenuntergang. Das warme Meerwasser klärt meinen Körper und Geist. Eine kurze Sitzung in der Dampfsauna und eine Massage mit biologischem Zitrusöl bringen mich schließlich in einen Zustand völliger Erholung.

Auf dem Weg zurück nach Palermo lasse ich die Landschaft noch einmal auf mich wirken. Wieder im kühlen Hamburg angekommen, schäle ich die Orange, die ich im Kolymbethra-Garten gepflückt hatte. Der Duft trägt mich sofort zurück nach Sizilien – in dieses Paradies aus Licht, Weite und blühenden Zitrusbäumen.

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