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Altersgerechtes Wohnen: Ratgeber für barrierefreien Umbau, Förderung & Wertsteigerung

Elegant white bedroom featuring tall windows with sheer curtains, a crystal chandelier, and white bedding. The room includes antique wooden furniture, palm plants, and herringbone wooden flooring, all bathed in natural light creating an airy, sophisticated atmosphere.

Immobilien altersgerecht umzubauen wird angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger. Ob Sie als Eigentümerin oder Eigentümer Ihre Wohnung für das Alter vorbereiten oder Ihre Immobilie zukunftssicher gestalten möchten: Die richtige Planung zahlt sich aus. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, was seniorengerechtes Wohnen ausmacht, welche baulichen Anforderungen erfüllt werden müssen und wie Sie bei einem Umbau von attraktiven Fördermöglichkeiten profitieren können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Definition von altersgerechtem Wohnen: Was versteht man darunter?

  2. Konzept für altersgerechtes Wohnen: Die wichtigsten Kriterien

  3. Voraussetzungen für altersgerechtes Wohnen: Bauliche Anforderungen

  4. Förderung und Finanzierung: Wird altersgerechtes Wohnen gefördert?

  5. Praktische Tipps für Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien

Definition von altersgerechtem Wohnen: Was versteht man darunter?

Der Begriff „altersgerechtes Wohnen“ beschreibt eine Wohnform, die so gestaltet ist, dass Menschen auch im fortgeschrittenen Alter oder bei eingeschränkter Mobilität selbstständig und sicher in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Im Gegensatz zur vollständigen Barrierefreiheit nach DIN 18040-2, die beispielsweise Rollstuhlnutzung berücksichtigt, ist altersgerechtes Wohnen flexibler definiert und orientiert sich primär an den Bedürfnissen älterer Menschen.

Das Hauptziel besteht darin, Stolperfallen zu beseitigen, die Zugänglichkeit zur Wohnung oder zum Haus zu verbessern und den Alltag durch eine durchdachte Raumgestaltung zu erleichtern. Die Definition von altersgerechtem Wohnen umfasst dabei sowohl bauliche Maßnahmen als auch technische Hilfsmittel, die Komfort und Sicherheit erhöhen.

Der Unterschied: Altersgerecht vs. betreutes Wohnen

Was ist der Unterschied zwischen altersgerechtem Wohnen und betreutem Wohnen? Diese Frage stellen sich viele Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer. Die Abgrenzung ist wichtig.

Altersgerechtes WohnenBetreutes Wohnen

Eigenständige Wohnung ohne Betreuungsangebot

Wohnung mit zusätzlichen Betreuungs- und Serviceleistungen

Keine verpflichtenden Services

Grundleistungen (z.B. Hausmeister, Notrufdienst) + optionale Zusatzleistungen

Monatliche Betreuungspauschale zusätzlich zur Miete

Grundleistungen (z.B. Hausmeister, Notrufdienst) + optionale Zusatzleistungen

Für selbstständig lebende Seniorinnen und Senioren

Für Menschen, die Unterstützung im Alltag wünschen

Freie Gestaltung des Alltags

Angebote wie Mahlzeiten, Reinigung, soziale Aktivitäten

Altersgerechtes Wohnen eignet sich besonders für Menschen, die weiterhin vollständig selbstständig leben möchten, aber eine sichere, gut zugängliche Wohnumgebung schätzen.

Konzept für altersgerechtes Wohnen: Die wichtigsten Kriterien

Ein durchdachtes Konzept für altersgerechtes Wohnen berücksichtigt verschiedene Aspekte, die das Leben im Alter erleichtern. Die zentralen Elemente umfassen bauliche Anpassungen, technische Ausstattung und eine durchdachte Raumplanung.

Was sind die Kriterien für altersgerechtes Wohnen?

Räumliche Anforderungen

  • Stufenlose Zugänge: Keine Schwellen zwischen Räumen, ebener Zugang zum Gebäude

  • Ausreichende Bewegungsflächen: Mindestens 120 x 120 cm vor wichtigen Einrichtungen

  • Türbreiten: Mindestens 80 bis 90 cm lichte Breite für gute Durchgängigkeit

  • Bodenbeläge: Rutschfest, fest verlegt, keine losen Teppiche oder Läufer

  • Beleuchtung: Helle, blendfreie Beleuchtung mit hohen Kontrasten

Sanitärbereich

  • Bodengleiche Dusche mit rutschfesten Fliesen und Haltegriffen

  • Unterfahrbare Waschtische für die Nutzung im Sitzen

  • Ausreichend Bewegungsfläche (mindestens 120 x 120 cm)

  • Erhöhte Toiletten (46 bis 48 cm Sitzhöhe) mit beidseitigen Stützgriffen

  • Einhebel-Armaturen mit längeren Hebeln für leichte Bedienbarkeit

Küche und Wohnbereich

  • Unterfahrbare Arbeitsflächen für Tätigkeiten im Sitzen

  • Bedienelemente in ergonomischer Höhe (85 bis 105 cm)

  • Ausreichende Wendeflächen für sichere Bewegung

  • Fenstergriffe in greifbarer Höhe (maximal 105 cm)

  • Ausziehbare Schränke statt tiefer Unterschränke

Technische Ausstattung

  • Smart-Home-Lösungen: Automatische Lichtsteuerung, Heizungsregelung

  • Notrufsysteme: Fest installiert oder tragbar

  • Elektrische Rollladensteuerung: Bedienung ohne körperliche Anstrengung

Türkommunikation

  • Video-Gegensprechanlage mit großem Display

Voraussetzungen für altersgerechtes Wohnen: Bauliche Anforderungen

Die Voraussetzungen für altersgerechtes Wohnen umfassen sowohl die Wohnungsausstattung als auch die Lage und Infrastruktur. Nur wenn alle Faktoren berücksichtigt werden, entsteht eine wirklich altersgerechte Wohnlösung.

Grundrisse für altersgerechtes Wohnen

Grundrisse für altersgerechtes Wohnen sollten kompakt und funktional gestaltet sein. Idealerweise sind alle wichtigen Räume auf einer Ebene angeordnet.

Optimale Raumaufteilung

  • Wohnfläche: 60 bis 80 m² für Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte

  • Offene Wohn-Küchen-Bereiche: Kurze Wege, gute Übersichtlichkeit

  • Schlafzimmer: Mindestens 14 m² mit direktem Zugang zum Bad

  • Badezimmer: Mindestens 5 bis 6 m² für ausreichende Bewegungsflächen

  • Abstellraum: Für Hilfsmittel wie Rollator oder Rollstuhl

Wichtige Planungsaspekte

  • Keine langen Flure oder verwinkelten Grundrisse

  • Zentrale Anordnung des Badezimmers

  • Möglichst rechteckige Raumzuschnitte

  • Große Fensterflächen für natürliches Licht

  • Durchdachte Stauräume in erreichbarer Höhe

Standort und Infrastruktur

Die beste seniorengerechte Wohnung nützt wenig, wenn die Umgebung nicht stimmt.

Nahversorgung

  • Ärztinnen und Ärzte, Apotheken fußläufig erreichbar (max. 500 m)

  • Supermärkte und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe

  • Dienstleistungen wie Friseur, Post, Bank

Verkehrsanbindung

  • Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe

  • Barrierefreie Zugänge zu Bus und Bahn

  • Sichere Gehwege ohne große Steigungen

Soziale Infrastruktur

  • Begegnungsstätten, Seniorentreffs

  • Kulturelle Angebote

  • Grünanlagen und Erholungsflächen

Außenanlagen

  • Ebene, gut beleuchtete Wege

  • Sitzmöglichkeiten

  • Überdachte Zugänge zum Gebäude

Neubau vs. Umbau: Umsetzungsmöglichkeiten

Altersgerechtes Wohnen in Deutschland kann durch einen altersgerechten Neubau oder durch einen altersgerechten Umbau realisiert werden.

Wenn Sie altersgerecht bauen, können Sie alle Standards von Anfang an integrieren – ob als altersgerechtes Haus oder als seniorengerechte Wohnung im Mehrfamilienhaus. Der Vorteil beim Neubau für altersgerechtes Wohnen: Keine nachträglichen Kompromisse, moderne Bautechnik und langfristig wartungsarm. Die Kosten sind jedoch höher als beim Umbau.

Der Umbau für altersgerechtes Wohnen ist die häufigere Lösung für Bestandsimmobilien. Priorisieren Sie dabei: Badezimmer-Umbau (bodengleiche Dusche, unterfahrbarer Waschtisch), Beseitigung von Türschwellen, Verbreiterung von Türen und Installation von Treppenliften. Je nach Umfang des altersgerechten Umbaus rechnen Sie mit 15.000 bis 50.000 Euro. Der Vorteil: Sie bleiben im gewohnten Umfeld, und viele Maßnahmen sind förderfähig. Außerdem ist der Umbau zum altersgerechten Wohnen eine Investition, die auf den langfristigen Wert Ihrer Immobilie einzahlt.

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Förderung und Finanzierung: Wird altersgerechtes Wohnen gefördert?

Wird altersgerechtes Wohnen gefördert? Die klare Antwort lautet: Ja! Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten, die Ihnen als Immobilieneigentümerin oder Immobilieneigentümer helfen, die Kosten zu reduzieren.

Was ist der KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“?

Die KfW bietet mit dem Programm 159 „Altersgerecht Umbauen“ einen zinsgünstigen Förderkredit für Umbaumaßnahmen in Wohnungen und Wohngebäuden an, wenn Sie Barrieren reduzieren und den Einbruchschutz erhöhen wollen. Er kann laut KfW übrigens auch für den Kauf von umgebautem Wohnraum genutzt werden.

Konditionen und Voraussetzungen

  • Kredithöhe: Bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit

  • Zinssatz: Die Zinsen für Förderkredite folgen der allgemeinen Entwicklung am Kapitalmarkt und werden regelmäßig angepasst. Der finale Zinssatz wird zum Zeitpunkt der offiziellen Bewilligung durch die KfW festgeschrieben und bleibt für die gesamte Dauer der Zinsbindung unverändert bestehen.

  • Laufzeit: Zwischen 4 und 30 Jahren, mit Zinsbindung für 5 oder 10 Jahre

  • Tilgungsfreie Anlaufzeit: 1 bis 5 Jahre möglich – in dieser Zeit zahlen Sie nur Zinsen

  • Voraussetzung: Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden

  • Keine Einkommensgrenzen: Förderung steht allen offen, unabhängig vom Alter

Förderfähige Maßnahmen

  • Barrierereduzierung: Wege zum Gebäude, Eingänge, Rampen

  • Umbau von Sanitärräumen (barrierefreie Bäder)

  • Installation von Aufzügen und Treppenliften

  • Verbreiterung von Türen und Durchgängen

  • Optimierung der Raumaufteilung

  • Einbau von Orientierungs- und Kommunikationssystemen

  • Maßnahmen zum Einbruchschutz (einbruchhemmende Türen, Fenster etc.)

Antragstellung und Ablauf

  • Maßnahmen planen und Kostenvoranschläge einholen

  • Antrag bei Ihrer Hausbank, Sparkasse oder einem anderen Finanzierungsinstitut stellen (vor Baubeginn!)

  • Kreditzusage abwarten und Kreditvertrag abschließen

  • Abruf und Auszahlung der Mittel (in Summe oder Teilbeträgen)

  • Umbau durch Fachunternehmen durchführen lassen (Eigenleistungen sind nicht förderfähig)

  • Rechnungen bei der Bank einreichen

Gibt es das Zuschussprogramm KfW 455-B wieder?

Die Förderung 455‑B „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ wurde 2025 vorübergehend ausgesetzt, soll aber laut KfW „voraussichtlich ab Frühjahr 2026" zu unveränderten Konditionen wieder beantragt werden können. Zurzeit ist das noch nicht der Fall (Stand 03/26).

Die Konditionen des 455-B vor der Pausierung:

  • Es handelte sich um einen Zuschuss, keinen Kredit.

  • Gefördert wurden Maßnahmen zur Barrierereduzierung in bestehenden Wohngebäuden (z.B. Badumbau, schwellenfreie Zugänge, Aufzüge, breitere Türen).

  • Förderberechtigt waren private Eigentümerinnen und Eigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Vermieterinnen und Vermieter, u.U. auch Mieterinnen und Mieter.

  • Es wurde ein prozentualer Anteil der förderfähigen Investitionskosten bezuschusst, der Antrag musste grundsätzlich vor Vertragsabschluss vor Start der Maßnahme gestellt und bestätigt werden.

  • Das Programm war haushaltsabhängig, die Mittel konnten bei starker Nachfrage schnell ausgeschöpft sein – frühzeitige Antragstellung war daher empfehlenswert.

Weitere Fördermöglichkeiten

Regionale Programme: Viele Bundesländer und Kommunen bieten eigene Förderprogramme für altersgerechtes Wohnen in Deutschland. Informieren Sie sich bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Pflegekassen: Bei Vorliegen eines Pflegegrades (1-5) können Sie zusätzlich einen Zuschuss von bis zu ca. 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bei Ihrer Pflegekasse beantragen.

Steuerliche Absetzbarkeit: Kosten für den altersgerechten Umbau können unter bestimmten Bedingungen bei medizinischer Notwendigkeit als außergewöhnliche Belastung oder als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Rentenversicherung: In bestimmten Fällen übernimmt die Deutsche Rentenversicherung Kosten, etwa wenn durch den Umbau die Erwerbsfähigkeit erhalten oder wiederhergestellt werden kann.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Finanz- oder Steuerberatung.

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Praktische Tipps für Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien

Als Immobilieneigentümerin oder Immobilieneigentümer profitieren Sie mehrfach von einem Umbau im Sinne des altersgerechten Wohnens. Worauf Sie achten sollten.

Frühzeitig planen

  • Auch ohne akuten Bedarf Maßnahmen vorbereiten

  • Bei Renovierungen bereits Standards berücksichtigen

  • „Mitwachsende“ Lösungen wählen (z.B. nachrüstbare Haltegriffe)

Fachliche Beratung nutzen

  • Architektinnen und Architekten mit Schwerpunkt Barrierefreiheit

  • Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten für individuelle Bedarfsanalyse

  • Energieberaterinnen und Energieberater für Gesamtkonzept

Investition mit Mehrwert

  • Werterhaltung: Altersgerechte Immobilien sind zukunftssicher

  • Wertsteigerung: Bis zu 10 Prozent höherer Verkaufs-/Mietpreis möglich

  • Größere Zielgruppe: Attraktiv für alle Altersgruppen, nicht nur Seniorinnen und Senioren

  • Bessere Vermietbarkeit: Geringerer Leerstand, längere Mietdauer

Universelles Design: Viele altersgerechte Maßnahmen sind „Universal Design“. Sie erhöhen den Komfort für alle Bewohnerinnen und Bewohner, unabhängig vom Alter.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

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